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Ammoniumsulfat

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Strukturformel
2 Struktur des Ammoniumions   Struktur des Sulfations
Allgemeines
Name Ammoniumsulfat
Andere Namen
Summenformel (NH4)2SO4
Kurzbeschreibung

geruch- und farbloser kristalliner Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-984-1
ECHA-InfoCard 100.029.076
PubChem 24538
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 132,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,77 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

Zersetzung bei >235 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser:

  • 754 g·l−1 (Gramm pro Liter Wasser als Lösungsmittel bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • Massenkonzentration der gesättigten Lösung: β = 533 g·l−1 (20 °C)<ref>Robert K. Scopes: Protein Purification. Springer Science & Business Media, 2013, ISBN 978-1-4757-2333-5, S. 81</ref>

praktisch unlöslich in Aceton und Ethanol<ref>Europäisches Arzneibuch 10.0. Deutscher Apotheker Verlag, 2020, ISBN 978-3-7692-7515-5, S. 704.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1180 kJ·mol−1<ref>PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, S. 116.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Ammoniumsulfat (E 517) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Salze, das bei der Reaktion von Ammoniak mit Schwefelsäure gebildet wird. Ein nahe verwandtes Salz ist Ammoniumhydrogensulfat.

Vorkommen

In der Natur ist Ammoniumsulfat als seltenes Mineral unter dem Namen Mascagnin bekannt.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Eigenschaften

Ammoniumsulfat ist zwar wenig hygroskopisch, aber gut in Wasser löslich. Die wässrigen Lösungen reagieren schwach sauer. Wie bei vielen anderen Ammoniumsalzen kann es mit Natriumnitrit oder Kaliumnitrit schon bei Raumtemperatur zur Flammenbildung kommen oder sogar explosionsartig reagieren.

Gewinnung und Darstellung

Ammoniumsulfat wird immer gebildet, wenn gasförmiges, in Wasser oder anderen Lösungsmitteln gelöstes Ammoniak mit Lösungen von Schwefelsäure in Kontakt kommt. Das ist z. B. der Fall, wenn bei der Herstellung von Stadtgas durch Kohlevergasung das ammoniakhaltige Rohgas einer Gaswäsche mit verdünnter Schwefelsäure unterzogen wird um das als Düngemittel wertvolle Ammoniumsulfat zu bilden.

<chem>H2SO4 + 2 NH3 -> (NH4)2SO4</chem>

Industriell relevant ist die Produktion von Ammoniumsulfat bei der Herstellung von Caprolactam, da dieses als Koppelprodukt anfällt.

Auch andere ungewöhnliche Umsetzungen wurden entwickelt, um aus den einfachen, billigen Ausgangs- oder Abfallprodukten Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und Wasser mit Hilfe von Gips das wertvolle Ammoniumsulfat herzustellen.<ref>Patent DE112012002980T5: Verfahren zur Herstellung von hochreinem Ammoniumsulfat und Calcit unter Verwendung von Gips. Angemeldet am 13. Juli 2012, veröffentlicht am 22. Mai 2014, Anmelder: Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources, Erfinder: Kyung Won Ryu, Myung Kyu Lee, Young Nam Jang.</ref>

<chem>CaSO4 + 2 NH3 + CO2 + H2O -> (NH4)2SO4 + CaCO3</chem>

Verwendung

Datei:Ammoniumsulfat.jpg
Die unglaubliche Wirkung von Ammoniumsulfat

Ammoniumsulfat ist ein wichtiger Düngemittelzusatzstoff. In biologischen Kläranlagen dient es als ein Bestandteil von Nährstoffmischungen für die Mikroorganismenkulturen.

In der chemischen Industrie dient es unter anderem als Fällungsmittel für Proteine, als Flotationsmittel und zur Herstellung von Feuerlöschpulver und Flammschutzmitteln. Die Lederindustrie verwendet es für Beizen, die Papierindustrie für schwer entflammbare Papiere.

In der Biochemie wird Ammoniumsulfat zum Aussalzen von Proteinen (Ammoniumsulfat-Fällung) verwendet. Daneben werden Zellen und Gewebe zum Schutz der RNA vor Degradation in einer gesättigten Ammoniumsulfat-Lösung konserviert.

Ammoniumsulfat wird auch Lebensmitteln als Trägersubstanz für andere Zusatzstoffe zugesetzt. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 517 ausschließlich als Trägerstoff bzw. Trägerlösemittel zugelassen.

In der Weinherstellung setzt man Ammoniumsulfat als Bestandteil von Nährsalzmischungen für Hefen ein, vor allem um deren Zellvermehrung während der Gärung zu begünstigen.

Ammoniumsulfat findet auch Absatz als Streusalz zum Auftauen von Schnee und Eis, das angeblich Hunde- und Katzenpfoten schont. Vermutlich relativ zu anderen Salzen. Es verursacht keine (wie für Chloridsalze typischen) hartnäckigen weißen Salzkrustenränder auf dem Wegepflaster, die Spuren verschwinden nach wenigen leichten Regenfällen. Streusalzverbote scheinen trotzdem auch für Ammoniumsulfat zu gelten. Es gehört zur geringsten Wassergefährdungsklasse 1 und ist kein gefährliches Produkt im Sinne der Richtlinie 67/548/EWG. Wichtige Sicherheitshinweise:

  • Nach Einatmen: Frischluft
  • Nach Hautkontakt: Mit reichlich Wasser abwaschen. Kontaminierte Kleidung entfernen.
  • Nach Augenkontakt: Mit reichlich Wasser bei geöffnetem Lidspalt ausspülen.
  • Nach Verschlucken: Wasser trinken (max. zwei Trinkgläser), bei Unwohlsein Arzt konsultieren.
  • Unbedingt vermeiden: Kontakt dieses Salzes mit Alkalimetallen

Weblinks

Wiktionary: Ammoniumsulfat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />