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Ammoniumcarbamat

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Strukturformel
Carbamation  Ammoniumion
Allgemeines
Name Ammoniumcarbamat
Andere Namen
Summenformel H2NCOONH4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit ammoniakartigem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 214-185-2
ECHA-InfoCard 100.012.896
PubChem 12550248
ChemSpider 451267
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 78,07 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,6 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

152 °C (in geschlossener Ampulle)<ref name="Ullmann">K.-H. Zapp, K.-H. Wostbrock, M. Schäfer, K. Sato, H. Seiter, W. Zwick, R. Creutziger, H. Leiter: Ammonium Componds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2005, doi:10.1002/14356007.a02_243.</ref><ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

Zersetzung ab 35 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

117,70 hPa (25 °C)<ref name="Briggs" />(Zersetzung)

Löslichkeit

gut in Wasser (790 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​318
P: 280​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​313<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Ammoniumcarbamat, früher auch Ammoniumcarbaminat genannt, ist das Ammoniumsalz der Carbaminsäure, die in freiem Zustand nicht bekannt ist. Es ist ein Nebenbestandteil von Hirschhornsalz.

Eigenschaften

Ammoniumcarbamat bildet ein farbloses Kristallpulver, das sich in Wasser gut (zu 790 g/l) löst. Durch Zugabe von Ammoniakgas wird die Löslichkeit noch erhöht. In wässriger Lösung hydrolysiert Ammoniumcarbamat ab 35 °C teilweise, oberhalb von 60 °C vollständig unter Bildung von Ammoniumcarbonat, das wiederum in Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zerfallen kann.

<chem>H2NCOONH4 + H2O <=> (NH4)2CO3</chem>
<chem>(NH4)2CO3 <=> 2NH3 + CO2 + H2O</chem>

Der Zerfall kann über die entsprechenden Dissoziationsdrücke quantifiziert werden.<ref name="Briggs" />

Dissoziationsdruck von Ammoniumcarbamat<ref name="Briggs">T. R. Briggs, V. Migrdishian: The Ammoniumn Carbamate Equilibrium. In: J. Phys. Chem. 28, 1923, S. 1121–1135, doi:10.1021/j150245a001.</ref>
Temperatur in °C 10,03 14,92 17,86 21,25 24,91 26,77 30,91 35,91 39,89 44,86
Druck in kPa 3,89 5,66 7,03 9,08 11,77 13,37 17,85 24.89 32.33 44,21

Beim Erhitzen in einem geschlossenen System kann bei Temperaturen schon um Raumtemperatur ein Zerfall in Harnstoff und Wasser beobachtet werden. Die Umwandlungsgeschwindigkeit nimmt mit steigender Temperatur stark zu, wobei das gebildete Wasser katalytisch wirkt.<ref name="Claudel">B. Claudel, E. Brousse, G. Shehadeh: Novel thermodynamic and kinetic investigation of ammonium carbamate decomposition into urea and water in Thermochim. Acta 102 (1986) 357–371, doi:10.1016/0040-6031(86)85344-8.</ref>

<chem>H2NCOONH4 <=> H2NCONH2 + H2O</chem>

Synthese

Ammoniumcarbamat entsteht durch direkte Reaktion von Ammoniakgas und CO2 im Volumenverhältnis 2:1 unter Ausschluss von Wasser.

<chem>2NH3 + CO2 <=> H2NCOONH4</chem>

Verwendung

Ammoniumcarbamat wird in der Kosmetikindustrie und bei der Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln verwendet. Es ist auch eine wichtige Zwischenstufe bei der Herstellung von Harnstoff. Weitere Verwendung findet es als Reinigungs-, Beiz- und Neutralisationsmittel, sowie in dem oben erwähnten Hirschhornsalz zum Backen. In Deutschland beträgt die Direktproduktion von Ammoniumcarbamat wegen der geringen Nachfrage lediglich rund 1000 t/a. Die Automobilindustrie untersucht Ammoniumcarbamat als Alternative zur Harnstofflösung AUS 32 in SCR-Katalysatoren.

Einzelnachweise

<references />