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Calciumhypochlorit

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Strukturformel
Ca2+-Ion     2 Hypochlorition
Allgemeines
Name Calciumhypochlorit
Andere Namen
Summenformel Ca(ClO)2
Kurzbeschreibung

weißlicher Feststoff mit Chlorgeruch<ref name="Merck" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-908-7
ECHA-InfoCard 100.029.007
PubChem 24504
DrugBank DB15912
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 142,98 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Merck" />

Dichte

2,35 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt
  • 100 °C<ref name="Merck" />
  • Zersetzung >177 °C<ref name="Merck" />
Löslichkeit

200 g·l−1 in Wasser (Zersetzung)<ref name="Merck" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.029.007">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​314​‐​400
EUH: 031
P: 210​‐​260​‐​273​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

850 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Merck" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Calciumhypochlorit ist das Calciumsalz der hypochlorigen Säure mit der chemischen Formel Ca(OCl)2 oder Ca(ClO)2. Es muss vom sogenannten Chlorkalk unterschieden werden, der herstellungsbedingt ein technisches Gemisch aus Calciumchlorid, Calciumhypochlorit und Calciumhydroxid darstellt.

Eigenschaften

Calciumhypochlorit ist ein weißes, nach Hypochloriger Säure und Chlor riechendes Pulver oder Granulat. Es ist mäßig wasserlöslich; konzentrierte Lösungen sind grünlichgelb gefärbt.<ref name="Römpp"/> Es entwickelt mit Säuren, sogar aus dem Kohlendioxid der Luft, welches sich zu einem sehr geringen Teil in wässrigen Lösungen zu Kohlensäure umsetzt, Chlor. Beispiel anhand der Reaktion von Schwefelsäure mit Chlorkalk:

<math>\mathrm{CaCl(OCl) + H_2SO_4 \longrightarrow CaSO_4 + H_2O + Cl_2}</math>

Beim Stehen und mit manchen Metalloxiden wird (besonders bei Lichteinwirkung) Sauerstoff freigesetzt.

Herstellung

Zur Herstellung von Calciumhypochlorit wird eine Calciumhydroxid-Suspension bei −20 °C chloriert<ref name="Römpp">Eintrag zu Calciumhypochlorit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>, so dass nur das Calciumchlorid in Lösung geht.

<chem>2 Ca(OH)2 + 2 Cl2 -> Ca(OCl)2 . 2 H2O + CaCl2</chem>

Verwendung

In der Technik werden Chlorkalk bzw. Calciumhypochlorit als Bleichmittel für Zellstoff, Papier und Textilien verwendet, wobei sie aber aus Umweltschutzgründen durch andere chlorfreie Bleichverfahren verdrängt werden. Calciumhypochlorit wird auch zur Herstellung von Chloroform, zum Bleichen von Schellack und bei der Cobaltgewinnung zur Abtrennung von anderen Metallen verwendet. Des Weiteren wird es bei der Wasseraufbereitung im Schwimmbad für öffentliche und private Schwimmbecken zur Desinfektion eingesetzt.

Im militärischen Bereich wird technisches Calciumhypochlorit sowohl in ca. 10%iger wässriger Lösung als auch in Form einer Wasser-in-Öl Emulsion mit Tetrachlorethen zur Dekontamination chemischer und biologischer Kampfstoffe verwendet und mit dem NATO-Kürzel C8 bezeichnet.<ref>Patentanmeldung DE19528394A1: Verfahren zur Dekontaminierung von mit chemischen Kampfstoffen kontaminierter Haut oder Materialien. Angemeldet am 2. August 1995, veröffentlicht am 15. Februar 1996, Anmelder: Hasso von Blücher, Ernst de Ruiter, Erfinder: Jan Medema.</ref> Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Calciumhypochlorit (in den deutschen Streitkräften unter der Bezeichnung Losantin) hauptsächlich zur Hautdekontamination nach Kontakt mit Gelbkreuz-Kampfstoffen vorgesehen.

Sicherheitshinweise

Calciumhypochlorit ist gesundheitsschädlich und sollte kühl und trocken gelagert werden, da es zur Zersetzung unter Selbsterhitzung neigt. Oxidierbare Stoffe und Säuren müssen unbedingt ferngehalten werden.

Einzelnachweise

<references />