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Koenig & Bauer

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Koenig & Bauer AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007193500
Gründung 1817
Sitz Würzburg, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 5.526<ref name="GB2025"/>
Umsatz 1.302 Mio. Euro (2025)<ref name="GB2025"/>
Branche Druckmaschinen
Website koenig-bauer.com
Stand: 31. Dezember 2025

Die Koenig & Bauer AG (früher KBA von Koenig & Bauer-Albert) ist ein Hersteller von Druckmaschinen mit Stammsitz in Würzburg. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt und Weltmarktführer beim Druck im Bogenoffset-Großformat, bei Verpackungs-, Zeitungs- und Blechdruck sowie mit über 80 Prozent Marktanteil Weltmarktführer im Banknotendruck (Koenig & Bauer Banknote Solutions).

Während der Strukturwandel der Medienbranche die Nachfrage nach Maschinen im Publikationsdruck seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise ab 2007 stark einbrechen ließ, stieg die Nachfrage im Verpackungsgeschäft im gleichen Zeitraum deutlich an und machte 2016 nach Unternehmensangaben inzwischen 70 Prozent der verkauften Neumaschinen aus.<ref name="gb2016"/> Die Aktie des Unternehmens war bis Juni 2014 und in einem zweiten Zeitraum von Juni 2015 bis Juni 2021 im SDAX gelistet.

Geschichte

Datei:(1913) WÜRZBURG Koenig & Bauer.jpg
Werksansicht (um 1910)
Datei:Koenig und Bauer - Firmengeschichte und beteiligte Personen.svg
Unternehmensgeschichte und beteiligte Personen
Datei:Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer AG 1930 100 RM.jpg
Aktie über 100 RM der Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer AG vom Januar 1930

Am 9. August 1817 unterzeichneten der Bauernsohn und gelernte Drucker Johann Friedrich Gottlob Koenig und der Techniker Andreas Friedrich Bauer in London einen Gesellschaftsvertrag und legten damit den Grundstein für die älteste Druckmaschinenfabrik der Welt. Im Kloster Oberzell bei Würzburg wurde diese erste Fabrik eingerichtet. 1828 wurde in der ehemaligen Klostermühle der aufgelösten Abtei Münsterschwarzach ein zweiter Standort eingerichtet.

Aus der Fabrik im Kloster Oberzell gingen drei weitere deutsche Druckmaschinenhersteller hervor:<ref>"Albert" - traditionsreicher Druckmaschinenbauer aus der Pfalz.150 Jahre Werk Frankenthal der Koenig & Bauer AG (KBA). Koenig & Bauer AG, 17. August 2011, abgerufen am 22. Mai 2022.</ref><ref>Münchner Merkur, 10. Juni 2005.</ref>

Mit der ab 2004 vertriebenen Rapida 205<ref>Geschichte | Koenig & Bauer | we're on it. Abgerufen am 26. Januar 2024.</ref> baute das Unternehmen Koenig & Bauer die damals weltgrößte Bogenoffsetdruckmaschine.<ref>Post-Sequenz: Die 10 Bogenoffsetmaschinen mit dem größten Format. Abgerufen am 27. Mai 2019.</ref><ref>https://www.piworld.com/article/kba-rapida-205-world-s-largest-sheetfed-press-to-be-installed-at-tempt/</ref>

In der Vergangenheit wurden Druckspezialisten (vollständig) in den Konzern aufgenommen:

  • 1990 Albert-Frankenthal (Illustrations- und Akzidenzdruck)
  • 1994 PLANETA aus Radebeul (Großformatiger und Mittelformatiger Bogenoffset)
  • 2003 Bauer und Kunzi aus Ditzingen bei Stuttgart (Blechdruck)
  • 2004 MePrint AG aus Veitshöchheim (Bedrucken von Folien, Kunststoffen, Blu-Rays/DVDs, Kunststoffkarten, innovative Kennzeichnungsgeräte)
  • 2005 Grafitec aus Dobruška (Kleinformatiger Bogenoffset)
  • 2006 LTG Mailander aus Stuttgart (Blechdruck)
  • 2013 KAMMANN aus Bad Oeynhausen (Siebdruckanlagen für Direktdekoration von Glasbehältern, Hohlkörperbedruckung)
  • 2013 Flexotecnica S.p.A. (Flexorotationen für flexible Verpackungen)<ref>KBA: Vorstand beschließt Neuausrichtung der KBA. Abgerufen am 21. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2015 Iberica AG SA (Stanzenhersteller)

Geschichte in Österreich

Im Jahr 1848 gründete Koenigs Neffe Heinrich Löser eine Maschinenfabrik in Wien. Im Laufe der Jahrzehnte wechselte das Unternehmen mehrmals den Namen, unter anderem hieß es zwischen 1890 und 1908 L. Kaiser’s Söhne. In dieser Zeit übersiedelte das Unternehmen an die Gemeindegrenze zwischen Mödling und Maria Enzersdorf. Ab dem Jahr 1927 lautete die Firma Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer Aktiengesellschaft Mödling.

Das Werk fiel nach 1945 unter sowjetischer Besatzung in die Verwaltung der USIA-Betriebe. Erst 1955 konnte es unter der Leitung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Alfred Schischek wieder privatisiert werden. Sein Sohn Wolfgang Schischek wurde sein Nachfolger. Im Jahr 1967 bekam die österreichische Niederlassung die Staatliche Auszeichnung und ist damit seither befugt, das Bundeswappen im Geschäftsverkehr zu führen.

Im Jahr 1962 wurde die komplette Produktion von Simultan-Wertpapierdruckmaschinen aus Würzburg nach Mödling übernommen und laufend weiterentwickelt.<ref>KBA-Mödling GmbH: KBA-Mödling | Änderung der Firma, erneute Kapitalbeteiligung der Koenig & Bauer AG (1962-11-06). Abgerufen am 21. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Banknoten- und Wertpapier-Maschinenpark 100 Jahre in Maria Enzersdorf auf der Seite von Maria Enzersdorf aus 2002, abgerufen am 15. April 2009.</ref> Im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen im ganzen Konzern im Jahr 2014 mussten in Maria Enzersdorf fast 400 von 750 Mitarbeitern das Werk verlassen. Gleichzeitig wurde die Aktiengesellschaft in eine GmbH umgewandelt.<ref>KBA-Mödling wird zu GmbH in den NÖN vom 10. Juli 2014, abgerufen am 19. Juli 2022.</ref>

Standorte

Würzburg

Im Werk Würzburg werden Druckmaschinen für den Akzidenz-, Dekor-, Funktions-, Verpackungs- und Zeitungsdruck hergestellt. Das Werk ist auf Rollenoffset- und Digitaldruckmaschinen spezialisiert.<ref>Würzburg. Abgerufen am 20. Februar 2025.</ref> Die auf dem Werksgelände ansässige Gießerei fertigt Zylinder und Gestelle auch für andere Werke. In dem Werk gibt es ca. 1.700 Mitarbeiter.

Frankenthal

Die Albert-Frankenthal GmbH fertigt insbesondere rotationssymmetrische Teile wie Druckwalzen für die Koenig & Bauer-Gruppe. Die Koenig & Bauer FT Engineering GmbH versteht sich neben der Entwicklung und Servicebetreuung von Hochleistungs-Falzwerken als Technologie-Gesellschaft für anspruchsvolle Engineering-Leistungen. Der Standort Albert Frankenthal wird zum 31. Mai 2026 geschlossen.<ref>Koenig & Bauer schließt Standort Albert Frankenthal. Abgerufen am 16. März 2026.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

Datei:Radebeul Planeta2008.jpg
Koenig & Bauer AG Werk Radebeul (ehemals PLANETA), vom Jacobstein aus gesehen, 2008
Radebeul

Seit 1898 werden in Radebeul bei Dresden, damals unter den Namen Dresdner Schnellpressenfabrik, Planeta Druckmaschinen und Radebeuler Maschinenfabrik August Koebig, Druckmaschinen gebaut. Zu DDR-Zeiten war das Werk Hauptbestandteil des VEB Polygraph Druckmaschinenwerk Planeta Radebeul und war Teil des VEB Kombinat Polygraph „Werner Lamberz“ Leipzig. Ab 1991 wurde der Betrieb privatisiert und in Koenig & Bauer eingegliedert. Das Werk ist für die Bogenoffsetmaschinen verantwortlich. Ein großer Teil des Umsatzes wird mit der RAPIDA-Maschinenbaureihe erzielt (Mitarbeiter 2024: ca. 1.800).

Maria Enzersdorf

Die Maschinenfabrik Koenig & Bauer (AT) GmbH<ref>Koenig & Bauer (AT) | Koenig & Bauer (AT). Abgerufen am 23. Juli 2019.</ref> montiert Wertpapierdruckmaschinen für die Koenig & Bauer Banknote Solutions und ist Vertrieb für Bogenoffsetmaschinen der Koenig & Bauer Sheetfed in Österreich. Die österreichische Tochtergesellschaft besteht seit 1848. Ihr Sitz ist seit 1900 in Maria Enzersdorf (Mödling). Laut eigenen Aussagen werden mehr als 80 % aller Banknoten weltweit auf deren Druckmaschinen hergestellt. 2013 wurden in Maria Enzersdorf und Ternitz (2014 geschlossen) etwa 700 Mitarbeiter beschäftigt. Großer Wert wird auf die Ausbildung gelegt. Im Jahr 2006 wurden ungefähr 60 Lehrlinge beschäftigt, die zum Teil im eigenen Lehrlingsheim untergebracht sind. Abteilungen des Bogenmaschinenprogramms wurden 2014 von Mödling in andere Konzernteile verlegt.<ref>Koenig & Bauer streicht in Mödling bis zu 460 Arbeitsplätze. In: Die Presse. (diepresse.com [abgerufen am 21. August 2017]).</ref> Bis 2016 sank der Mitarbeiterstand auf 300 Personen. 2022 waren rund 300 Mitarbeiter, darunter 25 Lehrlinge, am Standort beschäftigt.<ref>NÖN: Banknoten-Druckmaschinen aus Maria Enzersdorf: "Jede Note einzigartig", 17. Mai 2022 (abgerufen am 8. August 2022)</ref>

Ehemalige Standorte

  • Werk Berlin, KBA-Berlin GmbH in Berlin-Hakenfelde. Hier wurden zuletzt sämtliche Rollenwechsler, Einzugwerke und Kühlwalzenständer gefertigt. Das Werk beschäftigte etwa 120 Mitarbeiter

Unternehmensdaten

Produkte (Auswahl)

Datei:LübA - Zwillings-Rotationsmaschine.jpg
Zweifache oder auch Zwillings-Rotationsmaschine für die Lübeckischen Anzeigen von der Schnellpressenfabrik Frankenthal Albert & Co., Akt. Ges. in Frankenthal (1904)

Zur Produktpalette des Unternehmens gehören Druckmaschinen für den Bogenoffsetdruck, z. B. Bogenoffset-Großformat, Banknotendruck und Wertpapierdruck, Zeitungsdruck und Akzidenzdruck sowie Blechdruck. Rollenoffsetdruckmaschinen (vor allem Zeitungsdruck), Bogenoffsetdruckmaschinen (beispielsweise Plakate und Verpackungen), Wertpapierdruckmaschinen (Stahlstich) inklusive Hologrammpressen; Koenig & Bauer Banknote Solutions ist Weltmarktführer bei Gelddruckmaschinen.

Produktionskapazität Die Tabelle vergleicht die Produktionskapazität der von Koenig und Bauer bis dato erfundenen Druckmaschinen mit der ihrer handbetriebenen Vorläufer:

Handbetriebene Pressen Dampfbetriebene Maschinen
Gutenberg-Presse
um 1600
Stanhope-Presse
um 1800
Koenig und Bauer
1812
Koenig und Bauer
1813
Koenig und Bauer
1814
Koenig und Bauer
1818
Drucke pro Stunde 240<ref>Wolf (1974), S. 67f.</ref> 480<ref>Bolza (1967), S. 80</ref> 800<ref>Bolza (1967), S. 83</ref> 1100<ref>Bolza (1967), S. 87</ref> 2000<ref name="Bolza 1967, 88">Bolza (1967), S. 88</ref> 2400<ref name="Bolza 1967, 88" />

Varia

Datei:Koenig & Bauer Leipzig 1.jpg
Historisches Industriegebäude-Ensemble von Koenig & Bauer in Leipzig (Foto von 2021)
Datei:Koenig & Bauer Leipzig 7.jpg
Koenig- und Bauer-Halbporträt am Portal der einstigen Unterneh­mensgebäude in Leipzig, Ludwig-Erhard-Str. 21 (Foto von 2021)

In Leipzig gab es von etwa 1905 bis etwa 1945 eine Niederlassung von Koenig & Bauer in der Grenzstraße 21 (seit 2001: Ludwig-Erhard-Straße 21). Die drei symmetrisch hintereinander errichteten Industriegebäude (möglicherweise gab es ein viertes, das im Zweiten Weltkrieg zerstört und verändert wiederaufgebaut wurde) sind von außen denkmalgerecht restauriert; auch trägt die historische Portal bis heute (Stand: September 2021) die beiden Halbporträts der Unternehmensgründer. Architekt war August Stehmann.<ref>Historisches Industriebau-Ensemble Ludwig-Erhard-Straße 21: Wo Goethe gerne Kuchen aß, entstanden später Druckmaschinen. In: Leipziger Internet Zeitung, 25. September 2021. Abgerufen am 28. September 2021.</ref>

Literatur

  • Rudolf Hundhausen: Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer GmbH Würzburg. In: Die deutsche Industrie (1888–1913). Berlin 1913, S. X85.
  • Hans Bolza: Friedrich Koenig und die Erfindung der Druckmaschine. In: Technikgeschichte, 34. Jahrgang 1967, Heft 1, S. 79–89.
  • Hans-Jürgen Wolf: Geschichte der Druckpressen. Interprint, Frankfurt am Main 1974.
  • Rainer Klump, Beate Männel: Lange Wellen der Unternehmenskonjunktur. Eine Untersuchung langfristiger Umsatz- und Innovationszyklen der Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer in Würzburg (1817–1992). In: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, 40. Jahrgang 1995, Heft 1, S. 1–34.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="GB2025">Koenig & Bauer AG: Geschäftsbericht 2025. (PDF; 2 MB) Abgerufen am 4. April 2026.</ref> <ref name="gb2016">Koenig & Bauer AG: Konzernbericht 2016. (PDF; 3 MB) Abgerufen am 24. März 2016.</ref> </references>

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