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Benno Landsberger

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Datei:Benno Landsberger (1890-1968).jpg
B. Landsberger, 1959

Benno Landsberger (* 21. April 1890 in Friedek, Österreichisch-Schlesien; † 26. April 1968 in Chicago) war einer der bedeutendsten deutschen Assyriologen.

Leben

Landsberger studierte in Leipzig seit 1908 Orientalistik, seine Lehrer waren unter anderem August Fischer (Arabistik) und Heinrich Zimmern (Assyriologie). 1913 wurde er am altorientalischen Institut in Leipzig promoviert. 1914 trat Landsberger in die österreichische Armee ein. Er diente an der Ostfront, wurde 1916 schwer verwundet und mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Nach dem Krieg habilitierte Landsberger sich 1920 in Leipzig und wurde 1926 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1928 wurde er als Nachfolger Peter Jensens auf eine ordentliche Professur nach Marburg berufen, doch bereits 1929 kehrte er als Nachfolger von Heinrich Zimmern nach Leipzig zurück. Neben Landsberger wirkte in Leipzig außerdem Friedrich-Wilhelm Weißbach. Im damals führenden orientalistischen Institut studierten unter anderem Adam Falkenstein, Hans Gustav Güterbock, Fritz Rudolf Kraus und Wolfram von Soden.

Nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1935 entlassen, nahm Landsberger einen Ruf an die Universität Ankara an, wo auf Betreiben Mustafa Kemal Atatürks eine neue geisteswissenschaftliche Fakultät mit historischem Schwerpunkt aufgebaut wurde. Güterbock und Kraus gingen ebenfalls ins Exil in der Türkei. Landsberger wirkte in Ankara beim Aufbau der Fakultät für Sprachen, Geschichte und Geographie (Dil ve Tarih-Cografya Fakültesi) mit.

1948 wurde er an das Oriental Institute der University of Chicago berufen, wo er bis 1955 wirkte. Während dieser Zeit nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

1959 wurde er korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied der American Philosophical Society.<ref>Member History: Benno Landsberger. American Philosophical Society, abgerufen am 4. Januar 2019.</ref> Der British Academy gehörte er seit 1961 als korrespondierendes Mitglied an.<ref>Deceased Fellows. British Academy, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref>

Werke

Literatur

  • Daniel A. Foxvog, Anne Draffkorn Kilmer: Benno Landsberger's Lexicographical Contributions. In: Journal of Cuneiform Studies. Vol. 27, Nr. 1, Jan. 1975, ISSN 0022-0256, S. 3–64.
  • Ronald Lambrecht: Politische Entlassungen in der NS-Zeit. Vierundvierzig biographische Skizzen von Hochschullehrern der Universität Leipzig (= Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Bd. 11). Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2006, ISBN 3-374-02397-5, S. 124–127.
  • Utz Maas: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933-1945. Eintrag zu Benno Landsberger (abgerufen: 15. April 2018)
  • Joachim Oelsner: Der Altorientalist Benno Landsberger. Wissenschaftstransfer Leipzig – Chicago via Ankara. In: Stephan Wendehorst (Hrsg.): Bausteine einer jüdischen Geschichte der Universität Leipzig (= Leipziger Beiträge zur Jüdischen Geschichte und Kultur. Bd. 4). Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2006, ISBN 3-86583-106-0, S. 269–285.
  • Wolfram von Soden: Landsberger, Benno. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 13. Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Luděk Vacín: The unknown Benno Landsberger. Biographical sketch of an Assyriological "Altmeister's" development, exile, and personal life, Wiesbaden: Harrassowitz 2018 (Leipziger Altorientalistische Studien; 10), ISBN 978-3-447-11124-9.

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references />

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Friedrich Delitzsch (1877–1893) | Heinrich Zimmern (1894–1929) | Benno Landsberger (1929–1935) | Johannes Friedrich (1936–1950) | Claus Wilcke (1993–2003) | Michael P. Streck (seit 2003)

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