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Jost Stollmann

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Vorlage:Hinweisbaustein Jost Stollmann (* 17. Januar 1955 in Düsseldorf) ist ein deutscher Unternehmer, der durch Medienauftritte und als Mitglied des SPD-Wahlkampfteams 1998 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde.

Leben

Ausbildung und Beruf

Stollmann machte 1973/74 am stiftischen Gymnasium Düren sein Abitur<ref>Jost Stollmann - Düren (Stiftisches Gymnasium Düren). Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>. Im Anschluss daran ging er zur Bundeswehr und begann 1974 sein Studium<ref name=":0">Jost Stollmann - Munzinger Biographie. Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>. 1976 erhielt er das Diplom der Universitaires Générales, Faculté de Droit, Université d’Aix-en-Provence, 1979 ein Wissenschaftsdiplom des Institut des Sciences Politiques in Paris<ref name=":0" />. An der Harvard Business School in Boston erhielt er 1981 den Master of Business Administration<ref name=":0" />.

Von 1981 bis 1984 arbeitete er als Unternehmensberater für die Boston Consulting Group in Chicago. 1984 gründete er dann in Köln die CompuNet Computer Vertriebs-GmbH<ref>Was macht eigentlich... 13. September 2019, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>, deren Geschäftsführer er bis 1988 war, danach war er bis 1997 in diesem Unternehmen, das zwischenzeitlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, der Sprecher des Vorstandes<ref name=":1">Jost Stollmann - Biografie WHO'S WHO. Abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>. Zudem war er ab 1996 Präsident der europäischen Niederlassung der General Electric Capital Services Information Technology Solutions, welche er auf eigenen Wunsch 1997 verließ. Im Anschluss gründete er die create.it services AG, bei der er bis Herbst 1997 ebenfalls Sprecher des Vorstands war<ref name=":1" />.

Öffentliche Auftritte

Stollmann gründete Mitte 1984 die CompuNet AG, welche im Jahr 1997 einen Umsatz von 884 Millionen Euro erzielte. Ein Jahr zuvor hatte er das Unternehmen an den amerikanischen Elektrokonzern General Electric verkauft. In Interviews wandte er sich gegen, wie er es nannte, „Berufspessimisten“, die von einer Talkshow zur nächsten ziehen und die deutsche Wirtschaft kaputt reden würden. Die Fachzeitschrift Econy zählte ihn damals zu den „Managern, die sichere Jobs hinter sich lassen und Neues wagen“<ref>Stefan Krempl: Ganz der Neue: Der Minister for Tomorrow. In: heise.de. 29. Juni 1998, abgerufen am 3. Februar 2024.</ref>.

Da er ab Oktober 1997 keine beruflichen Verpflichtungen hatte, verfolgte er die Idee, in einer Art Community von Interessen-, Aktions- und Kommerzgemeinschaften eine Kindererziehung mit Hilfe von Computern zu verwirklichen. Hierbei erhielt er auch Unterstützung von seiner Frau, die der Auffassung war, dass jedes Kind über einen eigenen Laptop verfügen sollte. Auch forderte er eine Verzahnung von Studenten, Wissenschaft und Unternehmen, damit letztlich durch Neugründungen von Firmen die Wirtschaft positiv beeinflusst werden könne. Ferner wollte er den Begriff „Selbständigkeit“ neu definieren, wobei er sich mit Aussagen wie „Jeder wird sein eigener Unternehmer“ neue Initiativen und eine höhere Eigenverantwortung des Einzelnen erhoffte. In einem Interview sagte er, es ginge zukünftig darum, die „Vollkaskomentalität“ und „soziale Wohltaten“ über Bord zu werfen.

1998 – Bundeswirtschaftsminister im Schattenkabinett Schröders

Durch seine Aussagen wurde 1998 die SPD auf Stollmann aufmerksam und präsentierte ihn schließlich als Mitglied des Schattenkabinetts von Gerhard Schröder zur Bundestagswahl 1998.<ref>Gordon Repinski: Phänomen Schattenkabinett: Stars von draußen. In: taz.de. 29. Juli 2009, abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Im Falle eines Wahlsieges war vorgesehen, dass Stollmann den Posten des Bundeswirtschaftsministers übernehmen sollte. Stollmann, der bis 1987 CDU-Mitglied war, hatte bei seiner Zusage gegenüber der SPD in erster Linie die Verwirklichung seiner Ideen vor Augen, weniger dagegen parteipolitische Ambitionen. In einer Rede vor dem „Initiativkreis Junge Wirtschaft“ warb er für Tempo, Bewegung, neues Denken und die Internet-Revolution.<ref>Eine grenzenlose Welt - nur einen Klick entfernt, in: Frankfurter Rundschau vom 25. August 1998, S. 16</ref> Nach der Wahl, durch die es zu einer Regierungsübernahme durch die SPD und Bündnis 90/Die Grünen kam, trat er den zugedachten Posten letztlich aber nicht an. Es wurde angegeben, ursächlich dafür sei ein Kompetenzstreit mit dem damaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine gewesen, der im Kabinett Schröder Finanzminister wurde. Den Posten des Wirtschaftsministers übernahm stattdessen der ebenfalls parteilose Werner Müller.

Nach 1998

Nach der Bundestagswahl zog sich Stollmann wieder ins Privatleben zurück und startete später eine zweijährige Weltumsegelung. 2004 ließ er sich in Sydney, Australien nieder, wo er das Unternehmen „Tyro“ für Bezahlsysteme leitete.<ref name="welt-2502786">Barbara Bierach In Sydney: Jost Stollmann ist wieder da - in Australien. In: welt.de. 28. September 2008, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref>

Familie

Stollmann ist verheiratet, hat fünf Kinder und ist bekennender Katholik.

Auszeichnungen

  • 1990: „Eurounternehmer des Jahres 1990“
  • 1994: „Global Leader of Tomorrow“ im World Economic Forum, Davos

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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