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-in

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-in
Deutsche Nachsilbe (Suffix)

Das deutsche Suffix -in leitet die weibliche Form einer Personen- oder – in einigen Fällen – auch einer Tierbezeichnung ab. Sprachhistorisch nicht verwandt mit dem Suffix ist die Endung -in in einigen Stoff- und Ortsnamen.

Weibliche Form von Personenbezeichnungen

Das unbetonte Suffix -in (Plural: -innen) findet sich als grammatisch feminine Form einer Personenbezeichnung mit dem semantischen Merkmal [+weiblich −männlich] für Frauen.<ref name="Duden -in">Eintrag: -in. In: Duden online. Abgerufen am 1. März 2022.</ref> Abgeleitet (moviert) wird von der maskulinen Form oder dem Wortstamm einer Amts-, Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnung (Nomen Agentis); der Online-Duden führt laut eigenen Angaben 12.000 Bezeichnungen in jeweils männlicher und weiblicher Form:<ref>Kathrin Kunkel-Razum (Leiterin der Dudenredaktion): Interview zum Jahreswechsel: „In Sachen Gendern wünsche ich mir mehr Gelassenheit“. In: Börsenblatt. 15. Dezember 2021, abgerufen am 1. März 2022.</ref>

  • Kanzler – Kanzlerin
  • Lehrer – Lehrerin
  • Bote – Botin

Moviert wird ausschließlich zur Sichtbarmachung des weiblichen Sexus (natürliches Geschlecht), nicht des weiblichen Genus (grammatikalisches Geschlecht). „Die Gesellschaft ist Arbeitgeberin“ ist demnach falsch, da eine Gesellschaft kein natürliches Geschlecht besitzt.<ref>https://grammis.ids-mannheim.de/terminologie/160</ref>

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Stoffnamen

In der chemischen Nomenklatur steht das betonte Suffix -in (Plural: -ine) beispielsweise für Alkine; außerhalb der Nomenklatur findet es sich als Suffix für Alkaloide, Amine, Aminosäuren und andere chemische Verbindungen.<ref>Eintrag: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />-ine (4). (Memento vom 13. Juli 2019 im Internet Archive) In: Lexico.com. Abgerufen am 1. März 2022 (englisch).</ref>

Ortsnamen

Die Ortsnamen auf -in mit Endsilbenbetonung sind aus unterschiedlichen slawischen Ortsnamentypen entstanden,<ref name="Kaestner 1983">Walter Kaestner: Niederdeutsch-slavische Interferenzen. In: Gerhard Cordes, Dieter Möhn (Hrsg.): Handbuch zur niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft. Berlin 1983, ISBN 3-503-01645-7, S. 678–729, hier S. 707–708: Abschnitt 3.1.2.2.</ref> beispielsweise

  • aus Personennamen gebildete Ortsnamen auf -in oder -yn:
    • Boitin (in Mecklenburg), entstanden aus *Bytyn (der Asterisk * steht für eine nicht überlieferte Form, die nur durch Vergleich rekonstruiert wurde)
    • Növenthin (im Wendland), aus *Novętin
    • Eutin, aus Utin
  • appellativische Ortsnamen:
    • Gollin (im Kreis Templin), aus *Goldin
    • Schwerin (in Mecklenburg, Pommern und der Grenzmark), aus *Zvěrin
  • appellativische Ortsnamen auf -en oder ursprünglich -eń:
    • Kammin (im Kreis Wismar) und Camin (im Kreis Hagenow), aus *Kameń<ref name="Kaestner 1983" />
  • Naturnamen auf -ina:
    • Klötzin (in den Kreisen Oldenburg und Belgard), aus *Kľučina
  • Neutrumsformen auf -ino und -yno:
    • Gnewin (im Kreis Lauenburg, Pommern), aus *Gněvino

Weblinks

Wiktionary: -in – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />