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Alpen-Steinquendel

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Alpen-Steinquendel
Datei:Acinus alpinus.jpg

Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Steinquendel (Acinos)
Art: Alpen-Steinquendel
Wissenschaftlicher Name
Acinos alpinus
(L.) Moench

Der Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus)<ref name="FloraWeb" />, auch Stein-Bergminze genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinquendel (Acinos) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung

Datei:Deutschlands flora in abbildungen nach der natur (13085554403).jpg
Illustration aus Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur
Datei:Acinos alpinus - Otlica (2).JPG
Ausschnitt eines Blütenstandes mit zygomorphen Blüten im Detail
Datei:Clinopodium alpinum RF.jpg
Blütenstand

Vegetative Merkmale

Der Alpen-Steinquendel wächst als ausdauernde Pflanze krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 und 25 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Die niederliegenden bis aufsteigenden Sprossachsen können an ihrer Basis verholzen (Halbstrauch).<ref name="FloraWeb" />

Die kreuzgegenständigen Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist oval bis elliptisch, ganzrandig oder vorne gezähnt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Je drei bis acht kurz gestielte Blüten stehen in Scheinquirlen<ref name="FloraWeb" /> in den oberen Blattachseln, mit kürzeren Tragblättern zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf bräunlichen Kelchblätter sind zu einer Kelchröhre verwachsen, die in der Mitte verengt ist und deutlich zweilippig endet. Die drei oberen Kelchzähne sind deutlich kürzer als die zwei unteren und neigen sich nach der Anthese nicht zusammen und verschließen den Kelch nicht (Unterschied zu Acinos arvensis).<ref name="InfoFlora" /> Die fünf Kronblätter sind zu einer 10 bis 20 Millimeter langen Kronröhre verwachsen. Die rotviolette, lebhaft violette, selten rosafarbene oder weiße,<ref name="FloraWeb" /> zweilippige Blütenkrone besitzt weiße Flecken auf der dreilappigen Unterlippe.

Inhaltsstoffe und Chromosomensatz

Die ganze Pflanze duftet aromatisch pfefferminzähnlich und enthält dieselben wirksamen Inhaltsstoffe (hauptsächlich ätherische Öle) wie das verwandte Bohnenkraut, wenn auch in geringerem Ausmaß.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln und Tagfalter.

Standorte

Diese kalkliebende Pflanze bevorzugt steinige Rasen, Schutt und Felshänge von der Tallage bis in Höhenlagen von meist 2000 Metern.<ref name="HegiGams1964" /> In der Südschweiz steigt sie bis über 2300 Meter Meereshöhe, am Piz Ftur sogar bis 2550 Meter auf.<ref name="HegiGams1964" /> Acinos alpinus ist eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia albicantis.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Datei:Clinopodium alpinum subsp. alpinum sl3.jpg
Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus)
Datei:Acinos alpinus subsp. meridionalis Habitus 2009-7-25 SierraNevada.jpg
Acinos alpinus subsp. meridionalis im Habitat

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Thymus alpinus durch Carl von Linné. Die Neukombination zu Acinos alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench wurde 1794 durch Conrad Moench in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis Seite 407 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Acinos alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench sind: Clinopodium alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Kuntze, Calamintha alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Lam., Melissa alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Benth., Satureja alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scheele, Faucibarba alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Dulac.<ref name="WCSP" /> Die Artbezeichnung Clinopodium alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Kuntze wurde 1891 von Carl Ernst Otto Kuntze in Revisio Generum Plantarum Band 2 Seite 515 veröffentlicht.

Die Systematik dieser Verwandtschaftsgruppe wird kontrovers diskutiert. Die Arten der Acinos wurden zum Teil früher zur Gattung Calamintha gezählt. Von manchen Autoren werden diese Arten auch zur Gattung Clinopodium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. gestellt

Das Verbreitungsgebiet des Alpen-Steinquendels umfasst die Gebirge Mittel- und Südeuropas sowie Nordafrika bis nach Kleinasien. Er hat natürliche Vorkommen in den Ländern Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien, im früheren Jugoslawien, in der früheren Tschechoslowakei, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Ukraine und in der Türkei.<ref name="POWO" /> In Österreich ist die Art häufig in allen Bundesländern, fehlt in Wien und Burgenland.

Es wurden von Acinos alpinus einige Subtaxa beschrieben:<ref name="WCSP" />

  • Acinos alpinus var. albanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kümmerle & Jáv.) Šilic (Syn.: Clinopodium alpinum subsp. albanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kümmerle & Jáv.) Govaerts): Sie kommt nur auf der westlichen Balkanhalbinsel vor.<ref name="WCSP" />
  • Acinos alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />((L.) Moench var. alpinus (Syn.: Clinopodium alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Kuntze subsp. alpinum)): Sie kommt in Mittel- und in Südosteuropa vor.<ref name="WCSP" />
  • Acinos alpinus subsp. hungaricus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Simonk.) Soják (Syn.: Clinopodium alpinum subsp. hungaricum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Simonk.) Govaerts): Sie kommt von Südosteuropa bis zur Türkei vor.<ref name="WCSP" />
  • Acinos alpinus subsp. majoranifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mill.) P.W.Ball (Syn.: Clinopodium alpinum subsp. majoranifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mill.) Govaerts): Sie kommt nur auf der nordwestlichen Balkanhalbinsel vor.<ref name="WCSP" />
  • Acinos alpinus subsp. meridionalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Nyman) P.W.Ball (Clinopodium alpinum subsp. meridionale <templatestyles src="Person/styles.css" />(Nyman) Govaerts): Sie kommt im Mittelmeerraum vor.<ref name="WCSP" />
  • Acinos alpinus var. sardoa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Asch. & Levier) Pignatti (Syn.: Clinopodium alpinum subsp. sardoum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Asch. & Levier) Govaerts): Dieser Endemit kommt nur in Sardinien vor.<ref name="WCSP" />

Trivialnamen

Für den Alpen-Steinquendel bestehen bzw. bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Wild Basilien, Bergminze (Schweiz), Wild Kirch Isop (Schlesien), Steinpoley und Steinquadel.<ref>Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 72, online.</ref>

Nutzung

Gelegentlich gebrauchen die Älpler den Alpen-Steinquendel noch zum Würzen von Käse oder in der Volksmedizin als magenstärkendes und nervenstimulierendes Mittel.

Geschichte

Der Alpen-Steinquendel wurde anscheinend zuerst von Caspar Bauhin als Clinopodium montanum und von Johann Bauhin als Acini pulchra species beschrieben.<ref name="HegiGams1964" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Acinos alpinus (L.) Moench, Alpen-Steinquendel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Info Flora. Acinos alpinus (L.) Moench In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="HegiGams1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2299–2302.</ref> <ref name="POWO">Clinopodium alpinum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien