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Kriechendes Gipskraut

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Kriechendes Gipskraut
Datei:Gypsophila repens0.jpg

Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Gattung: Gipskräuter (Gypsophila)
Art: Kriechendes Gipskraut
Wissenschaftlicher Name
Gypsophila repens
L.

Das Kriechende Gipskraut (Gypsophila repens), gärtnerisch Zwergschleierkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gipskräuter (Gypsophila) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).<ref name="InfoFlora" />

Beschreibung

Datei:Gypsophila repens Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Gypsophila repens RF.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten
Datei:Gypsophila repens (BG Wroclaw)-1.JPG
Blüten rosafarben

Vegetative Merkmale

Beim Kriechenden Gipskraut handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze. Die Sprosse sind reich verzweigt. Der kahle, blaugrüne und niederliegende bis aufsteigende Stängel erreicht einschließlich der Blütenstände Wuchshöhen von 10 bis 25 Zentimetern. Die Pflanze kann bis zu 2 Meter tief wurzeln.<ref name="Hegi1979" />

Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache, kahle und blaugrün Blattspreite ist bei einer Länge von etwa 1 bis 3 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 3 Millimetern schmal-lanzettlich.<ref name="Hegi1979" /> Sie sind sitzend, ganzrandig und etwas fleischig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Viele Blüten sind in lockeren Thyrsus angeordnet.<ref name="Hegi1979" /> Die Blütenstiele sind zwei- bis fünfmal so lang wie der Kelch.<ref name="Hegi1979" /> Der Kelch ist 3 bis 4 Millimeter lang. Die Kelchzähne sind eiförmig und zugespitzt.<ref name="Hegi1979" /> Die Blüten sind weiß oder rosafarben und haben einen Durchmesser von einem knappen 1 Zentimeter. Die fünf Kelchblätter sind bis etwa der Hälfte ihre Länge glockig verwachsen. Die Kronblätter sind am oberen Ende gerundet bis etwas ausgerandet.<ref name="Hegi1979" /> Die Staubblätter sind etwas kürzer als die Kronblätter. Die Fruchtkapsel ist eiförmig bis rundlich-<ref name="Hegi1979" /> Die Samen tragen lange, spitze, konische Höcker.<ref name="Hegi1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34 oder 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Das Kriechende Gipskraut ist ein sogenannter Schuttdecker: Von der kräftigen Pfahlwurzel entspringen zahlreiche, oft verholzte Zweige, die sich nach dem Abfallen der Blätter bewurzeln und zu liegenden Rhizomen („Wurzelstöcken“) werden. Die Pflanze bildet ein dem Boden aufliegendes ausdauerndes Sprosssystem, das auch im Winter beblätterte Zweige hervorbringt. Es wird deswegen manchmal als Halbstrauch bezeichnet.<ref name="Hegi1979" /> Von diesem Sprosssystem erheben sich die aufrechten, zarten Stängel mit den duftigen Blüten. Obwohl die Einzelblüten klein sind, wirkt die große Fülle auf Insekten anziehend. Die Art ist ein Wintersteher<ref name="Hegi1979" />, Samen reifen und keimen noch in Höhenlagen von 2300 Metern.

Vorkommen

Es gibt Fundortangaben für Spanien, Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen, Slowenien, Kroatien und die Slowakei.<ref name="GRIN" /> In den Kalkalpen ist das Kriechende Gipskraut recht verbreitet. Ansonsten kommt es eher selten in anderen höheren Gebirgen Europas (Hohe Tatra, Apennin, Harz) vor. So berichtet die von Christian August Friedrich Garcke ins Leben gerufene Illustrierte Flora von Deutschland in ihrer Ausgabe von 1912 von einem größeren Vorkommen bei Walkenried im Harz.<ref name="Niedenzu1912">Franz Niedenzu (Hrsg.): Garcke’s Illustrierte Flora von Deutschland, 21. Auflage, Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Berlin, 1912.</ref>

Das Kriechende Gipskraut wächst wild auf kalk- oder gipshaltigen Böden, auf Kalkschutt oder in Trockenrasen in Kalkgebieten. Normalerweise lebt es in der alpinen Region; Samen werden aber regelmäßig auch in die Täler oder ins Alpenvorland hinabgeschwemmt und keimen dort erfolgreich. Ansonsten ist es in Höhenlagen von 1300 bis 3000 Metern anzutreffen. Es erreicht im Kanton Wallis bei Zermatt die Höhe von 3103 Metern.<ref name="Hegi1979" /> Gypsophila repens ist pflanzensoziologisch eine Charakterart der Klasse Thlaspietea rotundifolii und kommt besonders in Pflanzengesellschaften der Verbände Petasition paradoxi und Epilobion fleischeri vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Gypsophila repens erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 407.<ref name="GRIN" />

Nutzung

Zuchtformen gedeihen auch auf jedem nicht Wasser stauenden Boden und werden deshalb gerne in Steingärten<ref name="Hegi1979" /> verwendet.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Gypsophila repens L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 366. </ref> <ref name="Hegi1979">Hermann Meusel: Gypsophila. In: .</ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien