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Alpen-Mannsschild

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Alpen-Mannsschild
Datei:Androsace alpina.jpg

Alpen-Mannsschild (Androsace alpina)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Primuloideae
Gattung: Mannsschild (Androsace)
Art: Alpen-Mannsschild
Wissenschaftlicher Name
Androsace alpina
Lam.

Der Alpen-Mannsschild (Androsace alpina), auch Gletscher-Mannsschild, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Mannsschild (Androsace) in der Familie der Primelgewächse (Primulaceae) gehört.<ref name="Ferguson1972" />

Beschreibung

Datei:Androsace glacialis Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Androsace alpina 2172.JPG
Habitus
Datei:Androsace alpina Gentiana bavarica subsp subacaulis.jpg
Alpen-Mannsschild am Großen Hafner in den Hohen Tauern umgeben vom Bayerischen Enzian (Gentiana bavarica var. subacaulis)

Vegetative Merkmale

Der Alpen-Mannsschild wächst als ausdauernde krautige Pflanze und bildet einen 1 bis 3 Zentimeter hohen, lockeren Rasen oder flache Polster. Die Pflanzenteile sind mit den zwei- bis achtstrahligen Sternhaaren überzogen.

Die sind Laubblätter in einer grundständigen Blattrosette angeordnet. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 6 Millimetern länglich-eiförmig bis lanzettlich und nur am Rand, am oberen Ende sowie auf der Unterseite behaart.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die einzeln stehenden Blüten sind kurz gestielt und überragen die Laubblätter kaum oder nur wenig.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bis etwa zur Hälfte ihre Länge verwachsen und es sind fünf schmal-lanzettliche Kelchzipfel vorhanden. Die Krone besitzt einen Durchmesser von 7 bis 8 Millimeter und ist rosafarben oder weiß, aber in jedem Fall mit gelbem Schlundring.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Nach Beobachtungen von Josias Braun-Blanquet entwickelte der Alpen-Mannsschild am Piz Linard in einer Höhenlage von 3400 Metern noch reife Früchte. Am Monte Vago in den Livigno-Alpen beobachtete er auch in einer Höhenlage von 3000 Metern noch Fliegen als Bestäuber.<ref name="Hegi1966" />

Vorkommen

Der Alpen-Mannsschild ist ein Endemit der Alpen, insbesondere in den Silikatketten. Sein Areal reicht von der Dauphiné bis Kärnten und die Steiermark. Er fehlt in Bayern. In Österreich kommt er zerstreut bis selten in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg (Oberösterreich ungeklärt) vor.

Diese kalkmeidende Pflanzenart gedeiht hauptsächlich auf feuchten, lange mit Schnee bedeckten Böden, Schutt und Fels. Der Alpen-Mannsschild gedeiht in Höhenlagen von 2200 bis 4200 Metern und gehört somit zu den zehn am höchsten steigenden Alpenpflanzen. Die Höhenlage von 4200 Metern erreicht er am Matterhorn.<ref name="Hegi1966" /> Der Alpen-Mannsschild ist namensgebend für die Alpen-Mannsschildhalde: Androsace alpina ist eine Charakterart des Androsacetum alpinae aus dem Verband Androsacion alpinae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4 (sehr feucht), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Aretia alpina durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 141. Die Neukombination zu Androsace alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Lam. wurde 1778 durch Jean-Baptiste de Lamarck in Lamarck und Candolle: Flore Française, Band 3, S. 642 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" /> Ein weiteres für Androsace alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Lam. ist Androsace tiroliensis <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Wettst.<ref name="Euro+Med" />

Trivialnamen

Für diese Art gibt es in Österreich, im Zillertal und im Pinzgau auch den Trivialnamen Blauer Speik.<ref name="Pritzel1882" />

Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Androsace alpina (L.) Lam. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 38, online. </ref> <ref name="Ferguson1972"> Ian Keith Ferguson: Androsace L., S. 20–23. In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge, 1972, ISBN 0-521-08489-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1800–1801. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Primulaceae.: Datenblatt Androsace alpina In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Mannsschild (Androsace alpina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien