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Alpen-Greiskraut

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Alpen-Greiskraut
Datei:Senecio alpinus 2005.07.31 10.41.30.jpg

Alpen-Greiskraut (Jacobaea alpina)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Jacobaea
Art: Alpen-Greiskraut
Wissenschaftlicher Name
Senecio alpinus
(L.) Moench

Das Alpen-Greiskraut<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Jacobaea alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench, Syn.: Senecio alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop.), auch Alpen-Kreuzkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Jacobaea<ref name="Euro+Med" /> innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).<ref name="GCD" /><ref name="GRIN" /> Sie kommt in den Alpen und im Alpenvorland vor.

Beschreibung

Datei:Jacobaea alpina.jpg
Illustration
Datei:Senecio alpinus ENBLA02.JPG
Einfaches Laubblatt
Datei:Jacobaea alpina (Alpen-Greiskraut) Tegelberg IMG 6743.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände
Datei:Senecio alpinus (L.) Scop. (9373880061).jpg
Blütenkorb mit Strahlen- und Scheibenblüten
Datei:Plants am Formarinsee 05.JPG
Üppiger Bestand am Formarinsee (Vorarlberg)

Vegetative Merkmale

Beim Alpen-Greiskraut handelt es sich um eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Als Speicherorgane werden Rhizome gebildet.<ref name="FloraWeb" /> Der aufrechte Stängel ist im oberen Bereich verzweigt.<ref name="InfoFlora" />

Die gleichmäßig wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert.<ref name="InfoFlora" /> Das charakteristischste Merkmal innerhalb der Gattung Jacobaea sind die breiten einfachen, höchstens 1,5-mal so langen wie breiten deutlich herzförmigen bis dreieckigen Blattspreiten.<ref name="InfoFlora" /> Im Gegensatz zum ähnlichen Berg-Greiskraut (Jacobaea subalpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(W.D.J.Koch) Pelser & Veldkamp) sind die Blattstiele der oberen Laubblätter bei Jacobaea alpina nicht geflügelt, höchstens am Grund mit kleinen Öhrchen. Der Blattrand ist unregelmäßig grob gezähnt.<ref name="InfoFlora" /> Die Blattoberseite ist dunkelgrün. Die graugrüne Blattunterseite ist oft spinnwebartig wollig behaart und verkahlen später.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die Grundblätter sind relativ lang und ungeflügelt gestielt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September.<ref name="FloraWeb" /> Mindestens fünf bis zu zwanzig Blütenkörbe stehen in schirmrispigen Gesamtblütenständen.<ref name="InfoFlora" /> Die Blütenkörbe weisen einen Durchmesser von 3 bis 4<ref name="FloraWeb" /> oder 2 bis 3,5<ref name="InfoFlora" /> Zentimetern auf. Die Blütenkörbe besitzt eine becherförmige bis zylindrische Hülle, deren Hüllblätter in einer Reihe angeordnet sind, und eine kürzere Außenhülle. In einem Blütenkorb sind 13 bis 16 Zungenblüten (= Strahlenblüten) und zahlreiche Röhrenblüten (= Scheibenblüten) vorhanden.<ref name="InfoFlora" /> Die Blütenkronen sind goldgelb.<ref name="FloraWeb" />

Die Achäne ist 2 bis 3 Millimeter lang. Der gelbliche Pappus ist etwa 5 Millimeter lange.<ref name="InfoFlora" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10; es liegt meist Diploidie mit einer Chromosomenzahl 2n = 20,<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> seltener wurde 2n = 40 gefunden.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie und Inhaltsstoffe

Beim Alpen-Greiskraut handelt es sich um einen hygromorphen bis mesomorphen Hemikryptophyten.<ref name="FloraWeb" /> Die Vermehrung erfolgt generativ und vegetativ.<ref name="FloraWeb" />

Das Alpen-Greiskraut ist ein Intensivwurzler und ein Stickstoff- und Beweidungszeiger. An Stellen mit intensivem Weidebetrieb kann das Alpen-Greiskraut zu einem lästigen und schnell wachsenden „Unkraut“ werden. Das Vieh vermeidet das Alpen-Greiskraut, da die darin enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide bitter schmecken.<ref name="Hol2004" /> Diese Alkaloide sind für Wirbeltiere lebertoxisch und dienen der Abwehr von Herbivoren. Allerdings können diese Inhaltsstoffe auch zur Ortung des Alpen-Greiskrautes beitragen, denn sie werden vom spezialisierten Fressfeind, dem Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae), gewittert, um die vegetativen Pflanzenteile für die Eiablage aufzufinden.<ref name="Macel2003" /> Für den Jakobskrautbär wirken sich die meisten Pyrrolizidinalkaloide nicht als giftig aus.<ref name="Macel2002" />

Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen, Hummeln<ref name="Hegi1987" /> und Falter.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die Diasporen, es sind die Achänen mit Pappus werden durch den Wind ausgebreitet (Anemochorie).<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen

Das Alpen-Greiskraut kommt von den Zentralalpen nach Osten bis Kärnten und nach Westen bis Savoie vor. Vom Alpen-Greiskraut gibt es Fundortangaben für Frankreich,<ref name="TelaBotanica" /> Süddeutschland, die Schweiz, Italien (in den Alpen sowie im Appennin)<ref name="ActaPlantarum" /> und Österreich.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> In Deutschland gedeiht es verbreitet in den bayrischen Alpen und Alpenvorland; es kommt zerstreut in Oberschwaben, an der Iller nördlich bis fast zur Donau vor.

Das Alpen-Greiskraut gedeiht in alpinen Hochstaudenfluren, Erlen-Gebüschen oder auf Almen in den Alpen in Höhenlagen bis zu etwa 2000 Metern. Das Alpen-Greiskraut kommt in den Allgäuer Alpen in Gipfelnähe der Kanzelwand in Bayern in einer Höhenlage von 2030 Metern vor.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Auch in höher gelegenen Gebieten des Alpenvorlands kann man es ab und zu finden. Sie wächst meist auf nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Diese kalkliebende Art gedeiht in Deutschland in der montanen bis alpinen Höhenstufe in frischen bis nassen Hochstaudenfluren. In der Schweiz gedeiht das Alpen-Greiskraut auf Weiden, besonders um Alphütten und Bachufer in der subalpin-alpinen Höhenstufe;<ref name="InfoFlora" /> hier steigt es in Graubünden bis zu einer Höhenlage von 2150 Meter auf.<ref name="Hegi1987" />

Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbandes Rumicion alpini, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Adenostylion, Alno-Ulmion oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Nach Delarze et al. 2015 ist das Alpen-Greiskraut in der Schweiz eine Charakterart der Alpinen Lägerflur (Alpenblackenflur) (Rumicion alpini).<ref name="InfoFlora" />

Das Alpen-Greiskraut kann auch zur invasiven Pflanzenart werden, z. B. in Norwegen.<ref name="Alm2016" />

Die Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl 7 = Halblichtpflanze; Temperaturzahl 3 = Kühlezeiger; Kontinentalitätszahl 4 = gemäßigtes Seeklima zeigend; Feuchtezahl 6 = Frische- bis Nässezeiger; Feuchtewechsel: keinen Wechsel der Feuchte zeigend; Reaktionszahl 8 = Schwachbasen- bis Basen-/Kalkzeiger; Stickstoffzahl 9 = übermäßigen Stickstoffreichtum zeigend; Salzzahl 0 = nicht salzertragend; Schwermetallresistenz: nicht schwermetallresistent.<ref name="FloraWeb" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich bis überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Solidago alpina durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 880.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton alpinus bedeutet „aus den Alpen“. Die Neukombination zu Jacobaea alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench wurde 1794 durch Conrad Moench in Methodus, 587 veröffentlicht.<ref name="GRIN" /> Weitere Synonyme für Jacobaea alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moench sind: Cineraria alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L., Senecio alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop., Cineraria cordifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Gouan, Senecio cordifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gouan) Clairv. non <templatestyles src="Person/styles.css" />L. f., Senecio cordatus <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch,<ref name="Euro+Med" /> Cineraria cordata <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq., Cineraria difformis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rochel, Cineraria lyratifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bluff & Fing., Cineraria samnitum <templatestyles src="Person/styles.css" />Huet ex Nyman, Cineraria senecifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir., Senecio alpinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L. f.<ref name="GCD" />

Giftigkeit und Nutzung

Das Alpen-Greiskraut gilt als „sehr stark giftig +++“. Alle Pflanzenteile sind giftig. Vor allem die Jungpflanzen können auf der Weide gefressen werden. Am giftigsten sind junge Pflanzenexemplare. Die Blüten weisen die höchsten Alkaloid-Konzentrationen auf. Auch in Dürrfutter und in der Silage sind die Alkaloide wirksam.<ref name="VetpharmCH" />

Bergbauern verwenden einen Absud der vegetativen Pflanzenteile des Alpen-Greiskraut zum Reinigen von Wunden beim Vieh.<ref name="Hegi1987" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Senecio alpinus (L.) Scop., Alpen-Greiskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Senecio alpinus (L.) Scop. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Alm2016"> T. Alm, A. M. Deschamps, A. Often: The invasive taxon Jacobaea alpina× subalpina in Norway-origin and status. In: Blyttia, Band 4, Nr. 2, 2016, S. 109–117. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 622. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Jacobaea alpina In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hol2004"> W. H. Gera Hol, Mirka Marcel, Johannes Avan Veen, Ed van der Meijden: Root damage and aboveground herbivory change concentration and composition of pyrrolizidine alkaloids of Senecio jacobaea. In: Basic and Applied Ecology, Volume 5, Issue 3, 2004, S. 253–260, doi:10.1016/j.baae.2003.12.002. </ref> <ref name="Macel2003"> Mirka Macel, Klaas Vrieling:: Pyrrolizidine alkaloids as oviposition stimulants for the cinnabar moth, Tyria jacobaeae. In: Journal of Chemical Ecology, Volume 29, Issue 6, 2003, S. 1435–1446 (PDF). </ref> <ref name="Macel2002"> Mirka Macel, Peter G. Klinkhamer, Klaas Vrieling, Ed van der Meijden: Diversity of pyrrolizidine alkaloids in Senecio species does not affect the specialist herbivore Tyria jacobaeae. In: Oecologia, Volume 133, Issue 4, 2002, S. 541–550 (PDF). </ref> <ref name="VetpharmCH"> Datenblatt vetpharm - CliniPharm - CliniTox beim Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Zürich. </ref> <ref name="GCD"> Datenblatt bei Compositae Working Group (CWG) (2021). Global Compositae Database = GCD. </ref> <ref name="ActaPlantarum"> Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Italien bei Acta Plantarum - Flora delle regioni italiane. </ref> <ref name="TelaBotanica"> Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Frankreich bei Tela Botanica. </ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 747–749. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Greiskraut (Jacobaea alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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