Ontarioapfel
| Ontarioapfel | |
|---|---|
| Synonyme | Ontario |
Ontario | |
| Art | Kulturapfel (Malus domestica) |
| Herkunft | Paris, Ontario |
| bekannt seit | um 1874 |
| Züchter | Charles Arnold |
| Abstammung | |
|
Northern Spy x Wagenerapfel<ref name="HP">Herbert Petzold: Apfelsorten. Neumann Verlag, Leipzig / Radebeul 1982 (2. Auflage), S. 160.</ref> | |
| Liste von Apfelsorten | |
Der Ontarioapfel (kurz: Ontario) ist eine zu den Winteräpfeln zählende alte Tafelobstsorte des Kulturapfels (Malus domestica), die etwa ab 1874 in Nordamerika gezüchtet wurde und heute noch in West- und Mitteleuropa angebaut wird. In den 1920er Jahren war er eine der drei Apfelsorten, die zu Reichsobstsorten gewählt wurden.
Beschreibung
Der Baum ist von mittelstarkem Wuchs und benötigt nährstoffreiche Böden. Er blüht mittelspät und trägt große, grünlich-gelbe Früchte, die an der Sonnenseite bläulich-rot bis dunkelrot verwaschen und bläulich bereift sind. Die Schale ist glatt und geschmeidig. Sie weist kleine helle Schalenpunkte auf und kann vereinzelte Rostpunkte tragen. Den Stiel umgibt eine großzügige Höhle, die stärker berostet sein kann. Die Früchte haben ein grünlich-weißes Fruchtfleisch, das weich, feinzellig und saftig ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fr. Lucas – Die wertvollsten Tafel- und Handelsäpfel, Dritte Auflage, 1912, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart ( vom 13. September 2016 im Internet Archive), abgerufen am 3. Oktober 2025</ref><ref>streuobstapfel.de. Abgerufen am 1. April 2014.</ref> Ausgereift ist der Apfel spritzig säuerlich und hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Aufgrund der flachkugeligen Fruchtform ist die Sorte für Obstsortieranlagen weniger geeignet und daher im Erwerbsanbau in jüngerer Zeit nicht mehr so sehr verbreitet.
Verwendung
Diese Sorte fruchtet auch in frostigen Jahren, da die Blüten ungewöhnlich frosthart sind, und ist als Pollenspender für andere Apfelsorten beliebt. Da das Holz aber gleichzeitig frostempfindlich ist, eignet sich der Ontario nur für warme Lagen mit Spätfrostgefahr, nicht jedoch für Lagen mit starken Winterfrösten. Mitte Oktober bis Mitte November ist er pflückreif, muss aber gelagert werden, bis er genussreif ist. Er hat eine lange, unproblematische Lagerfähigkeit und kann von Dezember bis Mai gegessen werden. Er eignet sich auch als Backapfel und für die Fruchtsaft-Herstellung.
Züchtungen und Geschichte
Diese Apfelsorte entstand um 1874 in Paris in der kanadischen Provinz Ontario durch eine von Charles Arnold vorgenommene Kreuzung von Northern Spy und Wagenerapfel.<ref name="HP" /> In Europa wurde sie 1882 durch die Baumschule Transon Frères aus Orleans in den Handel gebracht.<ref>Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit“: Ontario (PDF; 82 kB), Obsttafel 026.</ref>
Um 1900 wurde aus Ontario und Jakob Lebel der Edle von Leipzig<ref>Manfred Fischer in Obst & bGarten: Die ganze Welt des Apfels, April 2006, S. 121.</ref> sowie 1935 an der Forschungsanstalt Wädenswil aus Ontario und Cox Orangenrenette der Schweizer Orangenapfel gezüchtet.<ref>Obstbauberatung Baden-Württemberg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schweizer Orangenapfel ( vom 11. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 11. Februar 2015.</ref>
Literatur
- Walter Hartmann: Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3173-0.
- Herbert Petzold: Apfelsorten. Neumann Verlag, ab 1979.
Weblinks
- Karteikarte der Sorte in der BUND-Lemgo Obstsortendatenbank
Einzelnachweise
<references />
Finkenwerder Herbstprinz (2001) | Celler Dickstiel (2002) | Ruhm aus Kirchwerder (2003) | Biesterfelder Renette (2004) | Wilstedter Apfel (2005) | Altländer Pfannkuchenapfel (2006) | Seestermüher Zitronenapfel (2007) | Wohlschmecker aus Vierlanden (2008) | Stina Lohmann (2009) | Juwel aus Kirchwerder (2010) | Martini (2011) | Rotfranch (2012) | Knebusch (2013) | Gelber Richard (2014) | Rosa Claussen (2015) | Horneburger Pfannkuchen (2016) | Tietjenapfel (2017) | Roter Brasilienapfel (2018) | Dithmarscher Paradiesapfel (2019) | Danziger Kantapfel (2020) | Ingrid-Marie (2021) | Schöner aus Haseldorf (2022) | Holländer Prinz (2023) | Weißer Winterglockenapfel (2024) | Ontarioapfel (2025)