Kay (Tittmoning)
Kay Stadt Tittmoning
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Kay 48° 3′ N, 12° 45′ O
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| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 84529 | |||||
| Vorwahl: | 08683 | |||||
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Kay ist ein Gemeindeteil der Stadt Tittmoning im oberbayerischen Landkreis Traunstein mit etwa 1100 Einwohnern einschließlich der Außenbezirke. Der Name des Ortes leitet sich von Geheige, Gehai, Gahai, Gehey, Gehei oder Gihei ab<ref>Wolf-Armin Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung ; Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4.</ref>. Dem ursprünglichen Flurnamen lieg der Begriff für Hegung, gehegter Wald, gehegtes Fischwasser zugrunde<ref>Johann Andreas Schmeller, Georg Carl Frommann: Bayerisches Wörterbuch. Sonderausg; [Nachdr.] der von G. Karl Frommann bearb. 2. Ausg., München 1872 - 1877 Auflage. Oldenbourg, München 1985, ISBN 3-486-52601-4.</ref>. Spätere Schreibweisen sind Kchay oder Khay. Seit dem späten 18. Jahrhundert hat sich der Name Kay eingebürgert. Im Dialekt wird Kay auch „Koi“ genannt.
Geographie
Das Pfarrdorf Kay liegt nördlich von Fridolfing.
Die Gemarkung Kay (09 9906) umfasst 23,194 km² und hat 1052 Einwohner.<ref>Gemarkung Kay (Tittmoning) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 27. Februar 2026.</ref>
Geschichte
Bereits aus der frühen Bronzezeit (v. ca. 2000 Jahren) ist ein Höckergrab auf dem Exenberg bekannt<ref>Christian Dirninger, Götz von Dobeneck, Heinz Dopsch, Johannes Lang, Fritz Moosleitner, Hans Roth, Hermann Steinmaßl: Heimat mit Geschichte und Zukunft. Hrsg.: EuRegio - Salzburg, Berchtesgadener Land, Traunstein. EuRegio 2004.</ref><ref>Archäologie beiderseits der Salzach: Bodenfunde aus dem Flachgau und Rupertiwinkel ; Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in Anthering 1996 und Tittmoning 1997. Amt der Salzburger Landesregierung, Landesarchäologie, Salzburg 1996, ISBN 3-901014-45-4, S. 24.</ref>. Zudem gibt es mehrere Grabhügel aus vorchristlicher Zeit im nördlich gelegenen Waldgebiet<ref>Walter Irlinger: in Denkmäler in Bayern. Bd. 22: 1, Oberbayern: Landkreise: Kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern Landkreis Traunstein: Halbbd. 2 / Gotthard Kießling; Dorit Reimann, S. 29 ff (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). 2. Auflage. Fink, Lindenberg 2008, ISBN 978-3-89870-364-2.</ref>. Neuere Luftbildbefliegungen haben eine spätkeltische Viereckschanze (Latènezeit)<ref>Mündliche Mitteilung Landesamt für Denkmalpflege</ref> bei Alterfing entdeckt. Aus der nachfolgenden Römischen Epoche ist ein größerer Gutshof (Villa rustica) mit drei Gebäuden an der Straße von Kay nach Lanzing bekannt<ref>Erwin, Keller: Tittmoning in römischer Zeit. In: Stadt Tittmoning (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern in Bayern. Oberbayern, Nr. 1. Walter Pustet GmbH & Co, Tittmoning 1984.</ref>. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde bereits ein Gutshof bei Ramsdorf ausgegraben. Weitere römische Zeugnisse sind ein Grabstein, der in der Friedhofsmauer der St. Martinkirche in Kay Anfang der 1920er Jahre gefunden wurde, eine Nekropole mit kleinen Grabhügeln auf dem Exenberg sowie Reste römischer Gebäude<ref>Erwin, Keller w.o.:</ref>, die bei der Renovierung des Kirchenbodens der Lanzinger Kirche entdeckt wurden.
Erstmals erschien der Ortsname Kay in den Traditions-Büchern des Klosters Baumburg<ref>Wolf-Armin Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung ; Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4.</ref> (bei Altenmarkt) im Jahre 1120. Ende des 12. Jahrhunderts wird bereits ein plebanus de Gehaie namens Albertus genannt<ref>Helga Reindel-Schedl: Laufen an der Salzach: die alt-salzburgischen Pfleggerichte Laufen, Staufeneck, Teisendorf, Tittmoning und Waging (= Historischer Atlas von Bayern. Nr. 55). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1989, ISBN 3-7696-9940-8, S. 386.</ref>. Eine urkundliche Erwähnung der Pfarrei „Gehay“ ist um 1300 nachgewiesen<ref>Anton, Mayer: Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising. 3, Die Decanate Rottenbuch bis Wolfratshausen. 1884, Dekanat Tittmoning, Pfarrei Kay, S. 387 f.; Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek - MDZ.</ref>. Um 1324 war das Gebiet von Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen heftig umstritten. Das Erzstift Salzburg wurde zwar von kriegerischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges verschont, aber die Folgen waren für die Bevölkerung verheerend.
Die Pest nahm im Jahr 1634 solche Ausmaße an, dass die meisten Höfe, vor allem in den Ortsteilen Kay, Lanzing und Mühlham fast vollständig verwaist waren. Napoléons Heere belagerten nach der Schlacht von Hohenlinden im Jahr 1801 die Stadt Tittmoning und das Umland. In Kay waren fast 100 Soldaten drei Monate lang stationiert und mussten von den Höfen versorgt werden. Im Jahr 1809 wurde die Gegend erneut von den Französischen Heeren und den zurückweichenden Österreichischen Truppen heimgesucht.
Nach der Säkularisation 1803 und dem Ende der Erzbischöflichen weltlichen Herrschaft wechselte die Landeszughörigkeit mehrmals. Ab 1810 kam dann das gesamte Gebiet des früheren Erzstifts Salzburg einschließlich des Rupertiwinkels zum Königreich Bayern. Anders als das übrige Salzburger Territorium verblieb der Rupertiwinkel nach dem Friedenschluss von 1816 (Münchner Verträge) endgültig bei Bayern. Im Jahr 1818 wurde die ehemalige Gemeinde Kay (Gemeindeedikt) gegründet. Die Abgrenzung erfolgte anhand der bestehenden Pfarrei Kay, St. Martin.
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Kay im Zuge der Gebietsreform aufgelöst<ref>Heimatbuch des Landkreises Traunstein. 5: Der nördliche Rupertiwinkel / [Inhalt und Konzeption: Christian Soika]. Erdl, Trostberg 1990, ISBN 3-925249-18-4, S. 129.</ref>. Ihr Hauptteil mit etwa 1000 Einwohnern wurde in die Stadt Tittmoning eingegliedert. Ein kleineres Gebiet kam nach Tyrlaching im Landkreis Altötting.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.</ref>
Vereine
Kay besitzt eine Jagdgenossenschaft, einen Sport- und Schützenverein, eine Krieger- und Soldatenkameradschaft, eine KLJB-Jugendgruppe und einen Kindergarten. Ebenso die Freiwillige Feuerwehr und einen Gartenbauverein.
Sehenswürdigkeiten
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Martin wurde im 15. Jahrhundert erbaut.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
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