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Girlitze

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Girlitze
Datei:Girlitz Serinus serinus.jpg

Girlitz (Serinus serinus), Männchen

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)
Tribus: Carduelini
Gattung: Girlitze
Wissenschaftlicher Name
Serinus
Koch, 1816

Die Gattung der Girlitze (Serinus) gehört zur Familie der Finken (Fringillidae). Innerhalb der Unterfamilie der Stieglitzartigen ist sie nah mit den Gattungen Spinus und Carduelis verwandt, von denen viele Arten als Zeisige bezeichnet werden. Im weiteren Sinne (sensu lato) gehören auch die Vögel der Gattung Crithagra zu den Girlitzen. Da sie früher als Teil der Gattung Serinus eingeordnet waren und aufgrund starker äußerlicher Ähnlichkeit, tragen die Vogelarten dieser Gattung im deutschen ebenfalls den Namensteil „-girlitz“. Aufgrund phylogenetischer Untersuchungen aus dem Jahre 2012 wurden diese „Girlitze“ aber in eine eigene Gattung gestellt, da sie näher mit den Grünfinken (Chloris), Hänflingen (Linaria) und Birkenzeisigen (Acanthis) verwandt sind.<ref name=Zuccon2012>D. Zuccon, R. Prŷs-Jones, P.Rasmussen und P. Ericson: The phylogenetic relationships and generis Limits of finches (Fringillidae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 62, Nr. 2, Februar 2012, S. 581–596, doi:10.1016/j.ympev.2011.10.002 (nrm.se [PDF]).</ref>

Interne Systematik

Durch DNA-Untersuchungen des mitochondrialen Cytochrom b<ref>Antonio Arnaiz-Villena, J. Guillén, V. Ruiz-del-Valle, E. Lowy, J. Zamora, P. Varela, D. Stefani, L. M. Allende: Phylogeography of crossbills, bullfinches, grosbeaks, and rosefinches. Cellular and Molecular Life Sciences Vol. 58: 1159–1166, 2001, Weblink: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento vom 21. Juli 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Antonio Arnaiz-Villena: Tempo of evolution and phylogeography of canaries and goldfinches. Dept Immunology and Molecular Biology, H. 12 de Octubre, Universidad Complutense, Madrid, Spanien, 1999, Weblink: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 17. Dezember 2007 im Internet Archive)</ref> wurde festgestellt, dass die Gattung Serinus nah mit der Gattung Carduelis verwandt ist. Weitere Phylogenetische Untersuchungen<ref>Antonio Arnaiz-Villena, M. A´ lvarez-Tejado, V. Ruı´z-del-Valle, C. Garcı´a-de-la-Torre, P. Varela, M. J. Recio, S. Ferre, J. Martinez-Laso: Rapid Radiation of Canaries (Genus Serinus). Department of Immunology and Molecular Biology, Universidad Complutense, Madrid, Spanien, 1998, Weblink: PDF</ref> mitochondrialen Cytochrom b an 20 Arten der Gattung Serinus bezogen die molekulare Uhr mit in ihre Analyse ein. Die DNA-Dendrogramme weisen darauf hin, dass die Gattung Serinus vor neun Millionen Jahren im Miozän erstmals aufgetreten ist. Die Herausbildung der Arten begann demnach vor zwei Millionen Jahren im Pleistozän. Im Durchschnitt beträgt die Divergenz in der DNA des Zellkerns zwischen den verschiedenen Serinus-Arten etwa vier Prozent. Dieser Wert legt eine im Vergleich zu anderen Singvögel-Gattungen bemerkenswert zügige Ausbreitung der Arten nahe. Im Rückschluss auf phylogenetische Dendrogramme der meisten Carduelis- und Serinus-Arten<ref>A. Arnaiz-Villena, M. A´ lvarez-Tejado, V. Ruı´z-del-Valle, C. Garcı´a-de-la-Torre, P. Varela, M. J. Recio, S. Ferre, J. Martinez-Laso: Phylogeny and rapid northern and southern hemisphere speciation of Goldfinches during the Miocene and Pliocene epochs. Cell. Mol. Life Sci. 54:1031–1041, 1998</ref> zeigt sich, dass die Ausbreitungsradien beider Gattungen im Entwicklungszeitraum verschränkt sind und auch nicht monophyletisch sind. Die ersten Serinus-Arten traten etwa eine halbe Million Jahre nach den Carduelis-Arten auf.

Diese Untersuchungen im Zusammenhang mit geographischen und phänotypischen Datensätzen der Gattung Serinus weisen auf fünf Gruppen hin:

  1. Mediterrane Girlitze, ohne die isoliert lebenden Arten Zitronengirlitz (Serinus citrinella) und Korsischer Zitronengirlitz (Serinus corsicanus), die der Gattung Carduelis zugeordnet werden.
  2. Asiatisch-afrikanische mittelgroße Girlitze, enthält die Arten Alariogirlitz (Serinus alario), Gelbscheitelgirlitz (Serinus canicollis) und Rotstirngirlitz (Serinus pusillus)
  3. Kleine afrikanische Girlitze
  4. Große afrikanische Girlitze
  5. Ausgestorbene Girlitze

Untersuchungen<ref>P. G. Ryan, D. Wright, G. Oatley, J. Wakeling, C. Cohen, T. L. Nowell, R. C. K. Bowie, V. Ward, T. M. Crowe: Systematics of Serinus canaries and the status of Cape and Yellow-crowned Canaries inferred from mtDNA and morphology. Ostrich - Journal of African Ornithology Vol. 75: 288-294(7), 2004, Weblink: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 12. November 2007 im Internet Archive)</ref> des mitochondrialen Cytochrome b der Gattung Serinus sensu lato (inkluse der vorgeschlagenen Gattungen Alario, Pseudochloroptila, Serinops, Ochrospiza, Dendrospiza und Crithagra) stellen zwei Gruppen fest:

  1. Palaearktische und afrotropische Taxa, enthält Serinus serinus, Serinus canaria, Alario alario (früher: Serinus alario) und den Serinus canicollis-Komplex (S. c. canicollis, S. c. thompsonae, S. c. flavivertex)
  2. Endemische afrotropische Taxa Pseudochloroptila, Serinops, Ochrospiza, Poliospiza, Dendrospiza, Poliospiza und Crithagra spp.

Beide Gruppen werden durch Carduelis-Taxa voneinander getrennt, da Serinus sensu lato als paraphyletisch angesehen wird. Als Konsequenz wird die Gruppe der Vögel, die als „Girlitze“ bezeichnet werden, daher nun in zwei Gattungen geteilt: Serinus (sensu stricto) und Crithagra.<ref name="Zuccon2012"/>

Arten

Girlitze<ref>IOC World Bird List Finches, euphonias, longspurs, Thrush-tanager</ref><ref>P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer
Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF</ref>
„Afrikanische“ Girlitze

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

Commons: Girlitze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien