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V606 Aquilae

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Doppelstern
V606 Aquilae
Vorlage:Sternkarte
{{{Kartentext}}}
Vorlage:AladinLite
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Adler
Rektaszension Vorlage:RektaszensionEasy <ref name="Simbad">HD 181419. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 29. März 2019.</ref>
Deklination Vorlage:DeklinationEasy <ref name="Simbad">HD 181419. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 29. März 2019.</ref>
Winkelausdehnung {{{Winkel}}} mas
Bekannte Exoplaneten
Helligkeiten
Scheinbare Helligkeit 20,4 mag<ref name="VSXEntry" />
Helligkeit (U-Band) {{{magU}}} mag
Helligkeit (B-Band) {{{magB}}} mag
Helligkeit (V-Band) {{{magV}}} mag
Helligkeit (R-Band) {{{magR}}} mag
Helligkeit (I-Band) {{{magI}}} mag
Helligkeit (J-Band)  mag
Helligkeit (H-Band) {{{magH}}} mag
Helligkeit (K-Band)  mag
G-Band-Magnitude  mag
Spektrum und Indices
Veränderlicher Sterntyp NA<ref name="VSXEntry">V0606 Aql. In: VSX. AAVSO, abgerufen am 28. März 2019.</ref>
B−V-Farbindex 0,41<ref name="Simbad" />
U−B-Farbindex −0,28<ref name="Simbad" />
R−I-Index
Spektralklasse Q<ref name="VSXEntry" />
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit  km/s
Parallaxe  mas
Entfernung  pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis  mag
Bolometrische Absolute Helligkeit Mbol {{{Absolut-bol}}} mag
Eigenbewegung
Rek.-Anteil:  mas/a
Dekl.-Anteil:  mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse  M
Radius  R
Leuchtkraft

 L

Effektive Temperatur  K
Metallizität [Fe/H]
Rotationsdauer
Alter  a
Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge
Henry-Draper-KatalogHD 181419 [1]
Weitere Bezeichnungen NOVA Aql 1899, IC 4850, AAVSO 1915-00, AN 11.1900, BD-00 3708, HV 130,
Anmerkung
{{{Anmerkung}}}

V606 Aquilae war eine kaum beobachtete Nova, die von Williamina Fleming als Objekt siebter Größenordnung auf einer fotografischen Platte am 18. April 1899<ref>Seligman</ref> entdeckt wurde, wie von Edward Charles Pickering im Jahr 1900 berichtet wurde.<ref name="V606 Aquilae 01">C. Tappert, D. Barria, I. Fuentes Morales, N. Vogt, A. Ederoclite, L. Schmidtobreick, 1. August 2016 : Life after eruption – VI. Recovery of the old novae EL Aql, V606 Aql, V908 Oph, V1149 Sgr, V1583 Sgr and V3964 Sgr In: Cornell University Solar and Stellar Astrophysics (astro-ph.SR), doi:10.1093/mnras/stw1748.</ref>

Die Helligkeit der Nova auf dieser Platte wurde später von Henrietta Swan Leavitt auf 6,75 m genauer bestimmt.<ref name="V606 Aquilae 01" /><ref>1777 variables in the Magellanic Clouds. In: Annals of Harvard College Observatory, vol. 60, S. 87–108.3, Leavitt, H. S. 1908, abgerufen am 1. April 2019.</ref> Vor der Entdeckung gibt es eine Beobachtungslücke von etwa 200 Tagen. Es ist daher möglich, dass das tatsächliche Maximum verfehlt wurde. Der Referenzkatalog und ein Atlas der galaktischen Novae von Hilmar W. Duerbeck schätzt das Helligkeitsmaximum auf 5,5 m.<ref name="Duerbeck, Hilmar W., 1987">Duerbeck, Hilmar W.: A reference catalogue and atlas of galactic novae. In: Space Science Reviews (ISSN 0038-6308), Band 45, Nummer 1-2, 1987, S. 1–212, doi:10.1007/BF00187826.</ref>

Der beobachtete Abfall der Lichtkurve deckt ca. 160 Tage ab und legt eine Klassifizierung als Typ „P“ nahe.<ref name="Strope et al. 2010">Strope, Richard J.; Schaefer, Bradley E.; Henden, Arne A.: Catalog of 93 Nova Light Curves: Classification and Properties. In: The Astronomical Journal, Volume 140, Issue 1, S. 34–62 (2010), doi:10.1088/0004-6256/140/1/34.</ref> 1991 haben Ringwald et al. eine Spektroskopie der vermuteten Nachwirkung der Nova erhalten, fanden jedoch ein Objekt mit einem Spektrum von G7 bis K4 und V = 16,3 m.<ref name="Michael J. Gariety and F. A. Ringwald">Michael J. Gariety and F. A. Ringwald : A critical analysis of three near-infrared photometric methods of estimating distances to cataclysmic variables In: New Astronomy, Solar and Stellar Astrophysics (astro-ph.SR), doi:10.1016/j.newast.2011.07.010.</ref>

Die südwestliche Komponente eines nicht aufgelösten visuellen Binärsystems, das im Katalog und Atlas der kataklysmischen Veränderlichen als mögliche Postnova markiert wurde, zeigt ein interessantes Spektrum. Die anschließende Spektroskopie des Objekts mit V = 20,4 m bestätigte die Nova. Das Spektrum wies vergleichsweise starke Balmer-Emissionslinien auf, wenn auch nicht so stark wie in EL Aquilae. Die hohen Anregungslinien sind jedoch erheblich schwächer und He II λ5412 Emissionslinien wurden nicht entdeckt. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den meisten Angehörigen der P-Klasse um wiederkehrende oder magnetische Novae zu handeln schien.<ref name="V606 Aquilae 01" />

Selbst wenn das tatsächlich beobachtete Helligkeitsmaximum zur Berechnung der Ausbruchsamplitude verwendet wird, erscheint das Ergebnis von ∆m = 13,6 m für eine wiederkehrende Nova viel zu groß (Pagnotta & Schaefer 2014).<ref name="Pagnotta, Ashley; Schaefer, Bradley E.">Pagnotta, Ashley; Schaefer, Bradley E.: Identifying and Quantifying Recurrent Novae Masquerading as Classical Novae. In: The Astrophysical Journal, Band 788, Nummer 2, Artikel-ID 164, 25 S. (2014), doi:10.1088/0004-637X/788/2/164.</ref> Andererseits zeigen die spektroskopischen Eigenschaften auch keinen besonders starken Beweis für eine magnetische Ursache.

Offenbar ist V606 Aquilae ein ungewöhnliches Mitglied der P-Klasse. Das Spektrum zeigt einen leichten Anstieg im blauen Kontinuum und das Zwei-Farben-Diagramm (engl. Color-Color-Diagram) belegt, dass das Feld nur mäßig von der interstellaren Extinktion betroffen ist.<ref name="V606 Aquilae 01" />

Nach einer Herabstufung mit einem Wert von E (B – V) = 0,35 (03) m wurde deutlich, dass das Kontinuum durch eine Reihe großer „Buckel“ (engl. hump) verzerrt war. Nach der Untersuchung der drei Einzelspektren kam man zu der Erkenntnis, dass dieser unebene Kurvenverlauf kein wirkliches Messergebnis, sondern auf Störsignale zurückzuführen ist. Durch diese Höcker wurden jedoch große Teile des Kontinuums für die Analyse unbrauchbar. Es wurden daher eine Reihe kleinerer Bereiche des Kontinuums zwischen den blauen Emissionslinien sowie einige Regionen um 6.000 Å ausgewählt, um einen negativen Exponenten von α = 2,02 (02) zu bestimmen.

Nach der Untersuchung des Hα-Linienprofils der einzelnen Spektren stellte sich heraus, dass die Abweichungen nicht so auffallend wie bei EL Aquilae und die Doppler-Verschiebung des gesamten Profils nicht so groß wie angenommen waren. Dennoch ist die Form des Linienprofils charakteristisch für kataklysmische Veränderliche, und die Breite der Emissionslinien ist im Wesentlichen identisch mit der Nova EL Aquilae von 1927. Es wird daher angenommen, dass auch V606 Aquilae wahrscheinlich unter einer moderat hohen Bahnneigung zu sehen ist, wodurch sie zu einem potenziellen Objekt für Folgebeobachtungen wird.<ref name="V606 Aquilae 01" />

Einzelnachweise

<references />

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