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Flugplatz Dessau

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Flugplatz Dessau
Datei:Aerial image of the Dessau airfield.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDAD
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten 51° 49′ 56″ N, 12° 11′ 9″ OKoordinaten: 51° 49′ 56″ N, 12° 11′ 9″ O
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Höhe über MSL 57 m (187 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km westlich von Dessau
Strasse Alte Landebahn 27
Bahn Bahnhof Dessau-Alten
Nahverkehr Bus 11, 471 (Haltestelle Amtsweg)
Basisdaten
Eröffnung 1926
Betreiber Flugplatz Dessau GmbH
Flug-
bewegungen
4658 (2018), 4817 (2023)
Beschäftigte 2
Start- und Landebahn
09/27 1000 m × 25 m Asphalt
Webseite
https://www.flugplatz-dessau.de

Der Flugplatz Dessau (auch: Flugplatz Hugo Junkers, Vorlage:Flughafen-Codes) ist ein Verkehrslandeplatz im Dessau-Roßlauer Stadtteil Kleinkühnau.

Betreiber ist die Flugplatz Dessau GmbH, ein Unternehmen der Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV). Die befestigte Start- und Landebahn ist asphaltiert, 1000 m lang und 25 m breit und verfügt über eine Rand- und Schwellenbefeuerung.

Geschichte

Die Geschichte des Flugplatzes ist eng mit dem Luftfahrtpionier Hugo Junkers verbunden, der bis 1933 in Dessau arbeitete. Anfang der 1930er Jahre war der Flugplatz der Hugo-Junkers-Flugzeugwerke ein Flugplatz mit modernen Start- und Landebahn. Diese war unter anderem beheizbar und bestand aus massiven Betonplatten. Außerdem wurde diese Landebahn als Ausgangspunkt für die versuchte erste Ozeanüberquerung von Europa nach Amerika (die geglückte startete ein Jahr später in Irland) durch die „Bremen“ bekannt. Heute steht sie unter Denkmalschutz; um sie nicht durch eine Straße zu zerstören, wurde eigens eine Brücke über die Landebahn gebaut.

Der Vertrag für das Flugplatzgelände südlich der Kühnauer Straße und nördlich der Eisenbahnlinie Dessau-Köthen, wo es sich noch heute befindet, wurde am 15. August 1924 unterzeichnet,<ref>http://siedlung.andat.de/siedl/zentral_siedl_uu.htm</ref> die Eröffnung des neuen Junkers-Flugplatzes erfolgte am 1. Oktober 1924. Die erste Montagehalle der Junkerswerke wurde 1925 neben dem Bahnübergang auf dem Flugplatz errichtet. Die offizielle Eröffnung des Junkers-Werksflugplatzes fand schließlich am 7. Januar 1926 durch die Anhaltische Landesregierung statt.

Im Juli 1927 erhielt die Dessauer Anlage der Junkerswerke als erster europäischer Flugplatz eine betonierte Start- und Landebahn. Bis 1945 blieb das Gelände der Werksflugplatz der Hugo-Junkers-Flugzeugwerke, bis es am 17. April durch Einheiten der United States Army Air Forces besetzt wurde. Im Juli 1945 wurde der Flugplatz Teil der sowjetischen Besatzungszone. Anschließend wurden unter sowjetischer Aufsicht und Leitung von Brunolf Baade die Forschungen an noch während des Krieges begonnenen Strahlflugzeug-Projekten, z. B. des Strahlbombers OKB-1 EF 131, wieder aufgenommen. Im Herbst 1946 wurden diese Arbeiten eingestellt, die gesamten Anlagen demontiert und zusammen mit den Junkersmitarbeitern für weitere Forschungen in die Sowjetunion gebracht (siehe Aktion Ossawakim). Der Flugplatz wurde danach nicht genutzt.

Erst ab 1948 erfolgte die Verlegung einiger sowjetischer Fliegereinheiten nach Dessau und 1951 die durch die Stationierung des mit MiG-15-Strahljägern ausgerüsteten 157. Jagdfliegerregiments bedingte Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2200 m × 55 m. Von 1956 bis 1963 nutzten die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee als Transportfliegerschule<ref>Militär-Transportflieger Dessau–Dresden. ISBN 3-935525-08-7.</ref> den Flugplatz. Zunächst wurden Hubschrauber vom Typ Mil Mi-4 von Cottbus nach Dessau verlegt, dann kamen die einmotorigen Aero L-60 „Brigadyr“, An-2 und anschließend die Iljuschin Il-14. Im Durchschnitt kamen neun IL-14 für die Ausbildung von militärischen wie zivilen Besatzungen der Interflug zum Einsatz.<ref>Die andere deutsche Luftwaffe. ISBN 3-344-70746-9, Seite 26f.</ref> Von 1952 bis 1979 wurde das Gelände auch als Segelflugplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) genutzt. Der Technikstützpunkt wurde bis zur Auflösung der GST im Frühjahr 1990 weiter betrieben. Er war in einer Junkershalle im Nordwesten des Platzes untergebracht. 1963 war der Flugplatz Dessau Aufstellungsort für die Transportfliegerstaffel 24. Von 1963 bis 1989 war er Ausweichflugplatz des in Brandenburg-Briest beheimateten Transporthubschraubergeschwader 34 (THG-34) „Werner Seelenbinder“ der NVA.

Nach 45 Jahren landete am 6. März 1990 wieder eine Junkers Ju 52 auf dem ehemaligen Flugplatz der Junkerswerke. Von 1990 bis 1994 wurde das Gelände als Segelflugplatz des Fliegerclub „Hugo Junkers“ Dessau e. V.<ref>Erteilung der Genehmigung zum Betrieb des Flugplatzes Dessau durch das Ministerium für Verkehrswesen der DDR an den Fliegerclub „Hugo Junkers“ Dessau e. V. vom 14. März 1990</ref> genutzt. Seit August 1994 wird er als Verkehrslandeplatz geführt.

Heute befindet sich am Flugplatz das Technikmuseum Hugo Junkers.

Klassifizierung

Der Flugplatz Dessau ist für Luftfahrzeuge bis 5,7 Tonnen, die ehemalige Ju 52 D-AQUI, Drehflügler, selbststartende Motorsegler, Segelflugzeuge und nichtselbststartende Motorsegler im Winden- und Flugzeugschlepp, Ultraleichtflugzeuge, Fallschirmsprungbetrieb, Freiballone (PPR), Luftschiffe (PPR) zugelassen. Allerdings sind auch schon weit schwerere Flugzeuge dort gelandet, beispielsweise eine Transall C-160 der Bundeswehr, die ein Leergewicht von rund 29 Tonnen hat.

Fluggesellschaften und Ziele

Seit der Wiedereröffnung 1994 gab es weder Linien- noch Charterflüge. Für heutige Verkehrsflugzeuge ist die Landebahn zu kurz.

Motorflug

Die Flugplatz Dessau GmbH verchartert eine Cessna 172.

Segelflug

Am Flugplatz Dessau befindet sich südlich der Asphaltbahn eine Segelflugfläche, die vom Fliegerclub „Hugo Junkers“ Dessau e. V. genutzt wird. Es wird hier hauptsächlich der Windenstart genutzt. Flugzeugschlepp wird nach Bedarf durchgeführt.

Zwischenfälle

Unternehmen am Flugplatz

Die Luftsport Service-Center Ost GmbH betreibt am Platz für die Luftsportvereine der neuen Bundesländer und Berlin sowie private und gewerbliche Luftfahrzeughalter ein Unternehmen zur Führung der Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (CAMO / DE.MG.0536) und einen Instandhaltungsbetrieb (MF-Betrieb / DE.MF.0536).

Vereine am Flugplatz

  • Fliegerclub „Hugo Junkers“ Dessau e. V.
  • Dessauer Fallschirmsportverein e. V.
  • Anhaltischer Verein für Luftfahrt e. V.
  • Luftsportverband Sachsen-Anhalt e. V.

Sonstiges

Literatur

  • Stefan Büttner: Rote Plätze. Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. Fliegerhorste–Aerodrome–Militärbrachen. Aerolit, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4.
  • Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung – Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.

Weblinks

Commons: Flugplatz Dessau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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