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Querstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. August 2024 um 18:50 Uhr durch imported>Ortssucher (Einwohnerzahlen 1964 bis 2009, Wahl 2024, Einwohner 2023, Bischofssprengel Magdeburg, Formatierung Einzelnachweise).
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Querstedt
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(83)&title=Querstedt 52° 36′ N, 11° 40′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(83) 52° 36′ 4″ N, 11° 39′ 42″ O
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Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 18,19 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 83 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 5 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39628
Vorwahlen: 039324, 039325
Lage von Querstedt in Sachsen-Anhalt
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Querstedt ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Lage

Querstedt, ein Straßendorf mit Kirche, liegt im Süden der Altmark, etwa 15 Kilometer westlich von Stendal. Das leicht hügelige Gebiet um Querstedt (bis 57 m ü. NHN) wird durch den Graben vom Rassauer Grund entwässert, der im Norden in den Secantsgraben strömt. Die Ortschaft wird im Süden von der oberen Uchte, an der das Dorf Deetz liegt, begrenzt.

Nachbarorte sind Badingen im Nordwesten, Kläden im Norden, Steinfeld (Altmark) im Nordosten und Deetz im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft Querstedt gehören die Ortsteile Querstedt (mit der Wüstung Rassau) und Deetz.<ref name="Hauptsatzung" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Der Ort wurde erstmals 1278 als Querstede erwähnt, als die Markgrafen Johann, Otto und Konrad dem Kloster Neuendorf Eigentum an einigen Dörfern überließen.<ref name="Krabbo Regesten" /><ref name="Riedel-22, S. 372" /> Im Jahr 1287 vereigneten die Markgrafen Otto und Konrad das Dorf Quernstede, das Ritter Ludolf von Ronstede resigniert hatte, dem Kloster Neuendorf.<ref name="Riedel-22, S. 375" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Querstede mit 19 Hufen aufgeführt, davon gehörten 2 dem Lehnschulzen.<ref name="Landbuch" /> Im Jahre 1687 heißt das Dorf Querstedt,<ref name="HOB-12" /> so auch 1804, als es im Dorf zwei Zimmerleute gab, eine Schmiede und eine Windmühle.<ref name="Bratring-1" /> Die Mühle stand südlich des Weges nach Badingen.<ref name="KDR-265" />

Um den zurückgesetzten schiefergedeckten Spitzhelm der Kirche führte ein Umgang mit einem Geländer aus Flintenläufen aus der Schlacht bei Waterloo, die der Gemeinde vom preußischen König 1846 geschenkt worden waren.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /> Bei der Dacherneuerung 1977 wurden die letzten Flintenläufe entfernt.<ref name="Pieper 2019" />

Landwirtschaft

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 45 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 619, eine Kirchenbesitzung hatte 3 Hektar und eine Gemeindebesitzung 1 Hektar Land. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „1. Mai“. 1978 wurde eine LPG Pflanzenproduktion gegründet, die 1991 aufgelöst wurde. Die später zusammenschlossenen anderen LPGs trennten sich 1991 auf in LPG Badingen, Querstedt, Vinzelberg, Staats und Gut Wittenmoor.<ref name="HOB-12"/> Die LPG (T) „1. Mai“ Querstedt wurde 1991 in eine eingetragene Genossenschaft, die Agrargenossenschaft Querstedt eG umgewandelt.<ref name="GR">Genossenschaftregister des Amtsgerichts Stendal. In: handelsregister.de. Abgerufen am 20. November 2022.</ref>

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann deutet die Namen 1278 querstede, 1540 querstedte, als althochdeutsch „quirn, quern“ für „Mühle“. Die Endung ist nordthüringisch. Übersetzt heißt der Ort damit „Mühlenstätte“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Stendalischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Landkanton Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 kam Querstedt zum Kreis Stendal. Am 1. Juli 1973 wurde die Gemeinde Deetz in Querstedt eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Bis zum 31. Dezember 2009 war Querstedt eine selbständige Gemeinde im Landkreis Stendal mit dem zugehörigen Ortsteil Deetz.

Der Gemeinderat der Gemeinde Querstedt beschloss am 22. Juni 2009 die Zustimmung zu einem Gebietsänderungsvertrag, wodurch ihre Gemeinde aufgelöst und Teil einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Stadt Bismark (Altmark) wurde. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB SDL 2009-17" /> In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Querstedt wurde ein Ortschaftsrat mit anfangs fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 129
1772 132
1790 109
1798 153
1801 156
1818 144
1840 180
1864 215
1871 213
1885 182
Jahr Einwohner
1892 [00]161<ref name="Zahn-1928" />
1895 174
1900 [00]172<ref name="Zahn-1928" />
1905 176
1910 [00]176<ref name="Zahn-1928" />
1925 188
1939 174
1946 389
1964 229
1971 201
Jahr Einwohner
1981 309
1985 [00]299<ref name="EW-1964-2007" />
1990 [00]266<ref name="EW-1964-2007" />
1993 271
1995 [00]243<ref name="EW-1964-2007" />
2000 [00]250<ref name="EW-1964-2007" />
2006 [00]234<ref name="EW-1964-2007" />
2007 [00]226<ref name="EW-1964-2007" />
2008 [00]232<ref name="EW-LSA" />
2009 [00]217<ref name="EW-LSA" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:<ref name="HOB-12" />

Ortsteil

Jahr Einwohner
2018 [00]93<ref name="Pieper 2019" />
2020 [00]77<ref name="EW-2021" />
2021 [00]77<ref name="EW-2022" />
2022 [0]73<ref name="EW-2023" />
2023 [0]83<ref name="EW-2023" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Querstedt, die früher zur Pfarrei Badingen in der Provinz Sachsen gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Kläden im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Querstedt stammen aus dem Jahre 1701. Ältere Einträge sind bei Badingen zu finden.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeisterin

Vilma Wendlandt ist seit Juli 2019 Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Querstedt.<ref name="OR" />

Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Querstedt war Petra Steffens.<ref name="AB SDL 2009-17" />

Ortschaftsrat

<templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />

Ortschaftsratswahl 2024<ref name="Wahl-2024" />
Wahlbeteiligung: 65,97 %
 %
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
96,36
3,64
UWG-QDa
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Unabhängige Wählergemeinschaft Querstedt-Deetz

Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 errang die „Unabhängige Wählergemeinschaft Querstedt-Deetz“ alle 3 Sitze, genau wie bei der Wahl i, Jahr 2019. Der Kandidat der Partei Bündnis 90/Die Grünen errang keinen Sitz.<ref name="Wahl-2019" /><ref name="Wahl-2024" />

Es wurden zwei Frauen und ein Mann gewählt.

Von 144 Wahlberechtigten hatten 95 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 65,97 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Querstedt ist ein zweiteiliger Feldsteinbau mit einem im Kern romanischen Feldsteinsaal aus rechteckigem Schiff und quadratischem Westturm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof, der mit Backsteinmauern eingefasst ist.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />
  • Am Querstedter Weg nach Steinfeld (Altmark) sind Reste der Kirchenruine der Wüstung Rassau zu finden, die als Bodendenkmal geschützt ist. Der Flurname „Rassauer Grund“ erinnert an das frühere Dorf „Rissow“ an dieser Stelle.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Verkehr

In der Nähe von Querstedt führt die Landstraße (L 30) von Kläden nach Vinzelberg, wo sie nördlich von Vinzelberg die Bundesstraße 188 kreuzt. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus. Die nächsten Bahnhöfe sind Kläden an der Bahnstrecke Stendal–Uelzen und der Bahnhof Vinzelberg an der Berlin-Lehrter Eisenbahn StendalWolfsburg.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB SDL 2009-17"> Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag Einheitsgemeinde Stadt Bismark. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 192–201 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 30. Oktober 2021]). </ref>

<ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref>

<ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 19. November 2022. </ref>

<ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 263 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00285~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="EW-1964-2007"> Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung der Gemeinden nach Kreisen 1964 – 2007 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / -/ 07). Halle (Saale) Februar 2009 (sachsen-anhalt.de [PDF]). </ref>

<ref name="EW-2021"> Axel Junker: Positive Tendenz bei Umzügen. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 14. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 18. </ref>

<ref name="EW-2022"> Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20. </ref>|}

<ref name="EW-2023"> Axel Junker: Bismark verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 20. </ref>

<ref name="EW-LSA"> Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). ZDB-ID 2921504-3 (destatis.de). (Jahr anklicken)</ref>

<ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Bismark (Altmark), §15 Ortschaftsverfassung. 31. Oktober 2018, abgerufen am 5. Dezember 2021. </ref>

<ref name="KDR-265"> Karte des Deutschen Reiches Blatt 265: Gardelegen. Reichsamt für Landesaufnahme, 1906, abgerufen am 19. November 2021. </ref>

<ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 290, Nr. 1138 (Online). </ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal"> Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 153–154. </ref>

<ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 302. </ref>

<ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref>

<ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="OR"> Axel Junker: Bürgermeister im Amt bestätigt. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 18. Juli 2024, DNB 1002381223, S. 18. </ref>

<ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Kläden. In: ekmd.de. Abgerufen am 19. November 2022. </ref>

<ref name="Pieper 2019"> Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 184–189, Querstedt. </ref>

<ref name="Riedel-22, S. 372"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Riedel-22, S. 375"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“. </ref>

<ref name="Wahl-2019"> Wahl Ortschaftsrat Querstedt 2019. In: stadt-bismark.de. Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark), abgerufen am 4. August 2024. </ref>

<ref name="Wahl-2024"> Öffentliche Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses. Ortschaftsratswahl Querstedt, 9. Juni 2024. In: stadt-bismark.de. Stadt Bismark (Altmark), 13. Juni 2024, abgerufen am 4. August 2024. </ref>

<ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>

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