Wedge-Druck
Der (pulmonalkapilläre) Wedge-Druck oder Lungenkapillarenverschlussdruck, abgekürzt PWP, PCWP oder PAWP gemäß englisch Pulmonary (Capillary/Arterial) Wedge Pressure, ist ein Ausdruck für einen Messwert, der im Lungenkreislauf mittels Katheter erhoben werden kann. In der kardiopulmonalen Spezialdiagnostik, besonders in der Notfall- und Intensivmedizin, ist er bedeutsam. Er beschreibt den Druck, der beim vorübergehenden Verschließen (Blocken mittels Ballon) eines kleinen Astes der Pulmonalarterie (Arteria pulmonalis) mittels eines Ballonkatheters (Pulmonalarterienkatheter, der von Jeremy Swan und William Ganz entwickelt worden ist – daher auch Swan-Ganz-Katheter genannt) in Wedge-Position (englisch wedge = Keil; to wedge = sich einkeilen, sich festklemmen) distal zum geblockten Ballon gemessen wird.
Der Wedge-Druck entspricht unter physiologischen Bedingungen den Druckverhältnissen im kleinen Kreislauf und im linken Vorhof und somit der Vorlast des linken Ventrikels (die Druckverhältnisse im linken Ventrikel können – abgesehen von Patienten mit absoluter Arrhythmie und Vorhofflimmern oder einem AV-Knoten-Rhythmus<ref>D. Scheidegger: Definition und Meßgrößen der akuten respiratorischen Insuffizienz: Lungenkreislauf, Herzfunktion. In: J. Kilian, H. Benzer, F. W. Ahnefeld (Hrsg.): Grundzüge der Beatmung. Springer, Berlin u. a. 1991, ISBN 3-540-53078-9, 2., unveränderte Auflage, ebenda 1994, ISBN 3-540-57904-4, S. 109–120; hier: S. 114–116.</ref> – durch einen Rechtsherzkatheter nicht beurteilt werden).
Der Normbereich für den Wedge-Druck liegt bei exakter Kalibrierung des Nullpunktes<ref>Amitava Majumder, Anne Paschen: Ärztliche Arbeitstechniken. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 29–93, hier: S. 39 f.: Pulmonaliskatheter (Swan-Ganz-Katheter).</ref> zwischen 5 und 16 mmHg.<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 133 f. (1. Auflage 1986).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />healthsystem.virginia.edu ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Mai 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Eine Erhöhung der PCWP tritt in der initialen Phase des kardiogenen Schocks aufgrund des akuten Linksherzversagens auf, gefolgt von einem Abfall des Schlagvolumens, und kann auch auf einen linksventrikulären Herzinfarkt, eine akute Ventrikelseptumruptur oder eine Herzbeuteltamponade<ref>Amitava Majumder, Anne Paschen: Ärztliche Arbeitstechniken. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 29–93, hier: S. 39–41: Pulmonaliskatheter (Swan-Ganz-Katheter).</ref> hinweisen.
Anhand des PCWP kann der Hydratationszustand des Patienten beurteilt werden. Der Wedge-Druck ist erniedrigt bei Hypovolämie, aber auch bei rechtsventrikulärem Herzinfarkt und früher Sepsis.<ref>Amitava Majumder, Anne Paschen: Ärztliche Arbeitstechniken. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 40.</ref>
Literatur
- Jochen Schulte am Esch, Eberhard Kochs, Hanswerner Bause: Anästhesie und Intensivmedizin. 2. Auflage. Thieme-Verlag, 2006.
- T. Hamp, D. Weidenauer: Lehrbuch Tertiale Notfall- und Intensivmedizin. 2. Auflage. Springer Verlag, 2012, ISBN 978-3-7091-1012-6.
Einzelnachweise
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