Mauerbohrer
Mauerbohrer waren in der Antike unter dem Namen terebra und im Mittelalter unter dem Namen Tarant (seit dem 13. Jahrhundert von altfranzösisch tarante, benannt nach der ‚giftigen Erdspinne‘ Tarantel<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 770.</ref><ref>Vgl. auch Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 399 (tarant ‚Skorpion‘).</ref>), Fuchs oder Krebs bekannte Belagerungsmaschinen.
Ein Mauerbohrer bestand aus einem etwa 15 m langen Baum, der vorn mit einem scharfen Spitzbohrer versehen war.<ref>Belagerungsmaschinen. Abgerufen am 21. Juni 2018.</ref> Mit Hilfe eines in einer Rinne gewickelten Seiles wurde der Baum gedreht und gleichzeitig vorwärts gezogen, um in die Fugen von Mauern einzudringen und sie zu öffnen. Nach Lockerung der Steine im Mauerwerk konnte man die Mauer der Festung oder Befestigung dann besser angreifen.
Literatur
- Eduard von Peucker: Das deutsche Kriegswesen der Urzeiten. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, 1860. Seite 468ff
Einzelnachweise
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