Zum Inhalt springen

Landkreis Essen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Februar 2026 um 19:15 Uhr durch imported>InternetArchiveBot (InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Der Landkreis Essen, bis 1873 der Kreis Essen, war von 1816 bis 1823 sowie von 1859 bis 1929 ein Landkreis im Regierungsbezirk Düsseldorf der preußischen Rheinprovinz. Er umfasste in seiner größten Ausdehnung im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Städte Essen und Mülheim an der Ruhr.

Verwaltungsgeschichte

Der Kreis Essen von 1816 bis 1823

Das Gebiet des Kreises Essen, das bis dahin als Arrondissement Essen (errichtet 1808) zum Département Rhein des französischen Satellitenstaats Großherzogtums Berg gehört hatte, wurde 1815 auf dem Wiener Kongress Preußen zugeschlagen. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreorganisation wurde am 23. April 1816 der Kreis Essen als einer von mehr als 40 Landkreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg geschaffen, die später in der Rheinprovinz aufging. Das Kreisgebiet setzte sich aus den sieben in der Franzosenzeit gebildeten Bürgermeistereien Altenessen, Borbeck, Essen, Kettwig, Mülheim an der Ruhr, Steele und Werden zusammen.<ref name="territorial Kreis">Kreis Essen. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref> Bereits am 27. September 1823 wurde der Kreis wieder aufgelöst und mit dem Kreis Dinslaken zum neuen Kreis Duisburg vereinigt.

Der Landkreis Essen von 1859 bis 1929

Durch Kabinettsorder vom 10. August 1857 wurde der Kreis Essen 1859 neu eingerichtet. Dazu wurde das alte Kreisgebiet, nun allerdings ohne die Bürgermeistereien Mülheim/Ruhr-Stadt und -Land, wieder aus dem Kreis Duisburg herausgelöst. Im Jahre 1862 wurden die Ortschaften Lippern und Lirich aus der Bürgermeisterei Borbeck an den Kreis Duisburg zur Bildung der neuen Gemeinde Oberhausen abgegeben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landesarchiv NRW: Behördengeschichte Landratsamt Essen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Mai 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archive.nrw.de</ref>

Die Stadt Essen schied 1873 aus dem Kreis aus und bildete einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Essen hieß seitdem Landkreis Essen. Ebenfalls 1873 wurden die Gemeinden Frillendorf, Huttrop, Katernberg, Kray, Leithe, Rotthausen, Rüttenscheid, Schonnebeck und Stoppenberg aus der Bürgermeisterei Altenessen herausgelöst und bildeten die neue Bürgermeisterei Stoppenberg.<ref>Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1875, S. 434 f</ref> Im selben Jahr wurde auch die Gemeinde Altendorf aus der Bürgermeisterei Borbeck herausgelöst und zur Bürgermeisterei Altendorf erhoben. Der Landkreis Essen besaß danach die folgende Verwaltungsgliederung:

Bürgermeisterei Städte und Gemeinden (1874)
Altendorf Altendorf
Altenessen Altenessen, Karnap
Borbeck Borbeck
Kettwig Kettwig (Stadt)
Kettwig-Land Heisingen, Umstand, Vierhonnschaften
Steele Steele (Stadt)
Steele-Land Rellinghausen, Überruhr
Stoppenberg Frillendorf, Huttrop, Katernberg, Kray, Leithe, Rotthausen, Rüttenscheid, Schonnebeck, Stoppenberg
Werden Werden (Stadt)
Werden-Land Byfang, Siebenhonnschaften

In der Folgezeit fanden folgende Veränderungen der Verwaltungsstruktur statt:

  • Die Bürgermeisterei Steele-Land hieß seit 1894 Bürgermeisterei Überruhr.<ref name="territorial Überruhr">Bürgermeisterei Überruhr. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Am 1. Juni 1900 wurde die Gemeinde Rüttenscheid zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben.<ref name="territorial Rüttenscheid">Bürgermeisterei Rüttenscheid. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Am 1. August 1901 wurde Altendorf in die Stadt Essen eingemeindet.<ref name="territorial Kreis" />
  • Zum 1. September 1902 wurde die Gemeinde Zweihonnschaften zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben. Bürgermeisterei und Gemeinde wurden 1903 in Bredeney umbenannt.<ref name="territorial Bredeney">Bürgermeisterei Bredeney. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Am 1. Juli 1905 wurde Rüttenscheid in die Stadt Essen eingemeindet.<ref name="territorial Kreis" />
  • Am 1. Oktober 1906 wurde die Gemeinde Rotthausen zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben.<ref name="territorial Rotthausen">Bürgermeisterei Rotthausen. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Am 1. April 1908 wurde Huttrop in die Stadt Essen eingemeindet.<ref name="territorial Kreis" />
  • Am 1. April 1910 wurde Rellinghausen in die Stadt Essen eingemeindet. Heisingen bildete seitdem eine eigene Bürgermeisterei.<ref name="territorial Heisingen">Bürgermeisterei Heisingen. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Altenessen, Borbeck, Bredeney und Haarzopf wurden 1915 in die Stadt Essen eingemeindet. Karnap bildete seitdem eine eigene Bürgermeisterei.<ref name="territorial Karnap">Bürgermeisterei Karnap. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Menden und Raadt wurden 1920 in die Stadt Mülheim an der Ruhr eingemeindet.<ref name="territorial Kreis" />
  • Byfang und Kupferdreh wurden 1922 zur vergrößerten Gemeinde Kupferdreh zusammengeschlossen.<ref name="territorial Kupferdreh" />
  • Rotthausen wurde 1923 in die Stadt Gelsenkirchen eingemeindet.<ref name="territorial Rotthausen" />
  • Die Bürgermeistereien in der Rheinprovinz wurden seit 1927 als Ämter bezeichnet.

Zum Ende seines Bestehens besaß der Landkreis Essen die folgende Verwaltungsgliederung:<ref name="territorial Gemeindeverzeichnis">Gemeindeverzeichnis 1929. In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>

Amt Städte und Gemeinden (1929)
amtsfrei Kettwig (Stadt), Steele (Stadt), Werden (Stadt)
Karnap Karnap
Kray-Leithe Kray
Kupferdreh Kupferdreh
Heisingen Heisingen
Kettwig-Land Dreihonnschaften
Stoppenberg Frillendorf, Katernberg, Schonnebeck, Stoppenberg
Überruhr Überruhr
Werden-Land Siebenhonnschaften

Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes wurde der Landkreis Essen zum 1. August 1929 endgültig aufgelöst:

  • Die Gemeinde Dreihonnschaften wurde auf die Städte Kettwig und Mülheim an der Ruhr aufgeteilt.<ref name="territorial Kettwig-Land">Amt Kettwig (Land). In: territorial.de. 21. Oktober 2010, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
  • Die Stadt Kettwig kam zum neuen Kreis Düsseldorf-Mettmann
  • Der Rest des Landkreises wurde bis auf kleinere Gebietsteile, die an Bottrop und Velbert fielen, in die Stadt Essen eingemeindet.<ref>Essener Statistik Fläche - Bauen Wohnen. (PDF; 4,4 MB) In: media.essen.de. S. 6, abgerufen am 29. Mai 2023.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1816<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 37.259<ref name="viebahn2">Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>
1871<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 135.036<ref name="gelex">Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885. (PDF; 1,4 MB) In: digitalis.uni-koeln.de. 20. Juni 2008, abgerufen am 29. Mai 2018.</ref>
1880 117.904<ref name="gelex" />
1890 163.004<ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1900 284.079<ref name="demand" />
1910 276.804<ref name="demand" />
1925 169.967<ref name="demand" />

<templatestyles src="FN/styles.css" />

1) 
1816 und 1871 einschließlich Stadt Essen

Landräte

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vor der Gründung Nordrhein-Westfalens im heutigen Gebiet Nordrhein-Westfalens aufgelöste (Land-)Kreise: Bilstein | Blankenheim | Bochum | Brakel | Bünde | Dortmund | Duisburg | Düsseldorf | Elberfeld | Eslohe | Essen | Geilenkirchen | Gelsenkirchen | Gemünd | Gimborn | Gladbach | Grevenbroich-Neuß | Gummersbach | Hagen | Hamm | Hattingen | Heinsberg (1816–1932) | Homburg | Hörde | Kempen | Krefeld | Lechenich | Lennep | Medebach | Mettmann | Mülheim am Rhein | Mülheim an der Ruhr | Neuß | Opladen | Rahden | Rheinbach | Rheinberg | Ruhrort | Schwelm | Solingen | Solingen-Lennep | Uckerath | Waldbröl | Wipperfürth

Ehemalige nordrhein-westfälische (Land-)Kreise: Aachen (1816–1971) | Aachen (1972–2009) | Ahaus | Altena | Arnsberg | Beckum | Bergheim (Erft) | Bielefeld | Bonn | Borken (1816–1974) | Brilon | Büren | Coesfeld (1816–1974) | Detmold | Dinslaken | Düren (1816–1971) | Düsseldorf-Mettmann | Erkelenz | Geilenkirchen-Heinsberg | Geldern | Grevenbroich | Halle (Westf.) | Höxter (1816–1974) | Iserlohn | Jülich | Kempen-Krefeld | Köln | Lemgo | Lippstadt | Lübbecke | Lüdenscheid | Lüdinghausen | Meschede | Minden | Moers | Monschau | Münster | Paderborn (1816–1974) | Rees | Rhein-Wupper-Kreis | Schleiden | Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg | Siegen | Siegkreis | Soest (1817–1974) | Steinfurt (1816–1974) | Tecklenburg | Unna (1930–1974) | Warburg | Warendorf (1816–1974) | Wiedenbrück | Wittgenstein

Vorlage:Klappleiste/Ende