Zum Inhalt springen

Mauerlattich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. Juli 2025 um 08:49 Uhr durch imported>0000ff (Einzelnachweise: archivbot geprüft).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Mauerlattich
Datei:557 Lactuca muralis.jpg

Mauerlattich (Mycelis muralis), Illustration

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Mauerlattich
Art: Mauerlattich
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Mycelis
Cass.
Wissenschaftlicher Name der Art
Mycelis muralis
(L.) Dumort.

Der Mauerlattich (Mycelis muralis), auch Gewöhnlicher Mauerlattich genannt,<ref name="FloraWeb" /> ist die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Mycelis innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Mycelis muralis Jäniksensalaatti C VII08 H6238.jpg
Grundblätter
Datei:Mycelis muralis blatt.jpeg
Stängelblatt
Datei:Mycelis muralis 24062025.jpg
Habitus
Datei:Mycelis muralis.jpeg
Ausschnitt eines Blütenstands mit Blütenkörbchen
Datei:Lactuca muralis sl13.jpg
Korb: Die Hüllblätter sind zweireihig angeordnet, die äußeren sind viel kürzer und bilden eine Außenhülle.

Vegetative Merkmale

Der Mauerlattich ist eine sommergrüne, ein- bis mehrjährige krautige Pflanze, die 25 bis 90 (bis 190) Zentimeter hoch wird.<ref name="Hegi1987" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Der Stängel ist aufrecht, grün, kahl und im oberen Teil rispig-ästig.<ref name="Hegi1987" /> Die wechselständigen Laubblätter sind leierförmig-fiederteilig. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen mit herzförmigem Grund stängelumfassend sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die mittleren und oberen Blätter sind fiederspaltig mit eckigen, gezähnten, seitlichen Lappen und einem viel größeren, dreieckigen oder spießförmigen, eckig gezähnten Endabschnitt.<ref name="Hegi1987" />

Datei:Lactuca muralis sl15.jpg
Achäne mit Pappus

Generative Merkmale

Blütezeit ist Juli bis September. Die körbchenförmigen Teilblütenstände sind in sehr lockeren rispigen Blütenständen angeordnet. Am besten kann der Mauerlattich anhand seiner Körbchen erkannt werden. Diese sind ziemlich klein – Durchmesser von etwa 1 cm – und bestehen fast immer aus lediglich fünf gelben Zungenblüten, die vorne gestutzt und mit fünf Zähnchen versehen sind. Die Hülle ist 7 bis 10 Millimeter lang und schmal walzlich.<ref name="Hegi1987" /> Die äußeren Hüllblätter sind sehr klein und abstehend, die wenigen inneren Hüllblätter sind lineal.<ref name="Hegi1987" /> Die schwarzbraune Achäne ist kurz geschnäbelt und mit Schnabel 3 bis 4 Millimeter lang.<ref name="Hegi1987" /> Sie ist spindelförmig und rasch in den kurzen hellen Schnabel zusammengezogen.<ref name="Hegi1987" /> Der Pappus besteht aus einer Reihe langer Haare, die von einer Reihe kurzer Borsten umgeben ist.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Der Mauerlattich ist ein Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze. Bei seiner Verletzung tritt Milchsaft aus.<ref name="Düll" />

Blütenökologisch handelt es sich um „Körbchenblumen vom Cichorium-Typ“. Die Blüten sind vormännlich. Bestäuber sind beispielsweise Bienenverwandte und Fliegen.<ref name="Düll" />

Die Achänen breiten sich durch den Pappus als Schirmchenflieger und Wasserhafter aus; daneben findet eine Ausbreitung durch Ameisen und als Kulturfolgerin durch den Menschen statt.<ref name="Düll" />

Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August, die Fruchtreife von August bis Oktober.<ref name="Düll" />

Gallbildungen werden durch Trioza flavipennis hervorgerufen. Die Pilze Bremia lactucae, Erysibe cichoriacearum, Erysibe polygoni, Leptosphaeria dolioloides, Puccinia lactucarum und Puccinia chondrillae besiedeln den Mauerlattich.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Der Mauerlattich wächst vor allem in Wäldern und Gebüschen im Halbschatten bis in den Schatten. Er bevorzugt frischen, nährstoffreichen, lockeren und humosen Lehmboden. Er ist nicht selten, wobei allerdings seine Häufigkeit von Gebiet zu Gebiet sehr unterschiedlich ist. Er ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Alliarion und kommt besonders gern im Epilobio-Geranietum robertiani vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ursprünglich war sein Verbreitungsgebiet Europa – im Osten bis zum Kaukasusraum, im Norden bis nach Norwegen, im Süden bis Nordafrika.<ref name="MedCh2" /><ref name="EuroMed" /> Als Neophyt kommt er auch in Nordamerika vor.<ref name="POWO" />

In den Allgäuer Alpen steigt er zwischen Schwarzer Hütte und Mindelheimer Hütte südwestlich Einödsbach in Bayern bis zu 1500 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> In Tirol und in der Steiermark erreicht er 1700 Meter, im Kanton Wallis 1800 Meter und in Kleinasien 1900 Meter Meereshöhe.<ref name="Hegi1987" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Das Basionym des Mauerlattichs, unter dem er 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht<ref name="SpPl" /> wurde, ist Prenanthes muralis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Nach Gensequenz-Analysen gehört der Mauerlattich in die nähere Verwandtschaft der Gattungen Lattiche (Lactuca), Milchlattiche (Cicerbita) und Steptorhamphus.<ref name="Koopman+al1998" /> Er wird in mancher Literatur<ref name="MedCh2" /><ref name="EuroMed" /> wie schon früher manchmal zu den Lattichen (Lactuca) gezählt und trägt dann den wissenschaftlichen Namen Lactuca muralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Gaertn. Viele Autoren verwenden auch den Namen Cicerbita muralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Wallr.<ref name="GRIN" /><ref name="ICN" /> Bei manchen Autoren ist er als Mycelis muralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Dumort. die einzige Art der Gattung Mycelis <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass., die von Alexandre Henri Gabriel de Cassini aufgestellt wurde.<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton muralis bedeutet: Mauer-, an Mauern wachsend.

Diese Art gehört zur Subtribus Lactucinae aus der Tribus Cichorieae in der Unterfamilie Cichorioideae innerhalb der Familie der Asteraceae.<ref name="GRIN" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Tropicos"> Mycelis muralis (L.) Dumort. bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="ICN"> Cicerbita muralis Datenblatt bei Ralf Hand, Norbert Kilian, Eckhard von Raab-Straube: ICN - International Cichorieae Network, 2009.</ref> <ref name="Düll"></ref> <ref name="Koopman+al1998">Wim J. M. Koopman, Eli Guetta, Clemens C. M. van de Wiel, Ben Vosman, Ronald G. van den Berg: Phylogenetic relationships among Lactuca (Asteraceae) species and related genera based on ITS-1 DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 85, Nr. 11, 1998, S. 1517–1530 (online). (engl.)</ref> <ref name="MedCh2"></ref> <ref name="EuroMed">Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Cicerbita muralis. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.</ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 797, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D797%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 987. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 669.</ref> <ref name="FloraWeb"> Mycelis muralis (L.) Dumort., Gewöhnlicher Mauerlattich. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="BiolFlor"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenblatt bei BiolFlor (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive).</ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 1111–1113. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Lactuca muralis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="InfoFlora"> Mycelis muralis (L.) Dumort. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Mauerlattich (Mycelis muralis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien