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Dornwelse

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Dornwelse
Datei:DSCN6772 (6260750690).jpg

Schwarzer Dornwels (Oxydoras niger)

Systematik
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Otomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
Familie: Dornwelse
Wissenschaftlicher Name
Doradidae
Bleeker, 1858

Die Dornwelse (Doradidae) sind Süßwasserfische aus den Flüssen und Seen des nördlichen und mittleren Südamerikas (bis Buenos Aires). Verbreitungsschwerpunkt ist das Amazonasbecken. Die Familie umfasst etwa 30 Gattungen mit fast 100 Arten. Die meisten Arten werden nur wenige Zentimeter bis 30 Zentimeter groß. Oxydoras niger kann jedoch einen Meter lang werden.

Merkmale

Dornwelse besitzen eine gedrungene Gestalt, oft kaulquappenförmig mit einem breiten Rumpf und einem schmalen Schwanzstiel. Der Kopf ist breit und abgeplattet, der Schädel stark verknöchert. Die Grenzen der Knochenplatten lassen sich auch am lebenden Tier durch die Haut erkennen. Eine Knochenplatte des Schädels reicht auf der Rückenseite bis zum ersten, gezähnten Stachel der Rückenflosse. Auch die Brustflossen besitzen einen kräftigen Flossenstachel, der oft gezähnt oder gerillt ist. Entlang der Flanken findet sich eine Reihe dachziegelartig überlappender, meist dorniger Knochenplatten. Bei Doraops zuloagai ist die Knochenplattenreihe nur auf dem Vorderkörper vorhanden. Die Rückenflosse sitzt weit vorne, eine Fettflosse ist meist vorhanden aber meist klein, seltener gestreckt. Auch dazwischen können Knochenplatten vorhanden sein. Dornwelse haben ein langes Bartelpaar am Oberkiefer und zwei deutlich kürzere am Unterkiefer.

Lebensweise

Dornwelse sind meist dämmerungs- oder nachtaktiv. Der Tag wird im Bodengrund oder versteckt zwischen Pflanzen, Wurzeln und Laub verbracht. Dabei können sie sich mit ihren starken Brustflossen verankern. Die meisten Arten sind territorial, einige leben auch in Gruppen. Über die Fortpflanzung der Dornwelse ist nur wenig bekannt. Einige Arten sollen Nester bauen und eventuell Brutpflege betreiben.

Lauterzeugung

Im Englischen werden die Doradidae auch „talking catfishes“ genannt, da sie wie die afrikanischen Mochokidae in der Lage sind, hörbare Laute zu erzeugen.<ref name="pfeiffer">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Die Lauterzeugung der Dornwelse (Doradidae) und der Fiederbartwelse (Mochokidae). In: Zoomorphology. 54. Jahrgang, Vorlage:Cite book/Date, S. 669–679 (Vorlage:Cite book/URL [PDF; abgerufen am -05-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Sie reiben bei Belästigung einen dorsalen Knochenfortsatz des Brustflossenstrahls in einer Gelenkrinne. Die Laute entstehen sowohl beim Vorbewegen als auch beim Zurückbewegen der Brustflosse. Das Abspreizen der Brustflosse geht langsamer vor sich und der Laut ist dementsprechend länger als beim Anziehen. Die Pausen zwischen den Lauten sind gleich lang. Die größte Energie der Laute liegt bei Frequenzen zwischen 2 und 4 kHz. Die Mochokidae unterscheiden sich von den Doradidae nur durch die raschere Bewegung der Brustflossen, d. h. die Laute und die Pausen zwischen den Lauten sind kürzer als bei den Doradidae.

Systematik

Zusammen mit den Falschen Dornwelse (Auchenipteridae) bilden die Dornwelse innerhalb der Welsartigen (Siluriformes) die Überfamilie Aspredinoidea.<ref name="Sabaj" />

Gattungen und Arten

Die Dornwelse werden in 6 Unterfamilien, ca. 30 Gattungen und etwa 100 Arten gegliedert.<ref name="Sabaj" />

Datei:Acanthodoras spinosissiums.jpg
Acanthodoras spinosissimus
Datei:Dornwels.JPG
Kammdornwels (Agamyxis pectinifrons)
Datei:Anadoras wedellii.jpg
Anadoras weddellii

Literatur

  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6.
  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.
  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. 2. Auflage. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1990, ISBN 3-332-00109-4.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Birindelli">Birindelli, J.L.O.: @1@2Vorlage:Toter Link/www.scielo.brPhylogenetic relationships of the South American Doradoidea (Ostariophysi: Siluriformes). (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Neotropical Ichthyology, 2014 Sociedade Brasileira de Ictiologia, doi:10.1590/1982-0224-20120027</ref>

<ref name="Sabaj">Mark Henry Sabaj, Mariangeles Arce H. (2021): Towards a complete classification of the Neotropical thorny catfishes (Siluriformes: Doradidae). Neotropical Ichthyology, 19 (04) • 2021: doi: 10.1590/1982-0224-2021-0064</ref> </references>

Weblinks

Commons: Dornwelse (Doradidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien