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Rieplsches Gesetz

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Das so genannte Rieplsche Gesetz der Medien besagt, dass kein gesellschaftlich etabliertes Instrument des Informations- und Gedankenaustauschs von anderen Instrumenten, die im Laufe der Zeit hinzutreten, vollkommen ersetzt oder verdrängt wird.

Der deutsche Journalist und Chefredakteur der Nürnberger Zeitung Wolfgang Riepl formulierte 1913, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in seiner Dissertation „Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besonderer Rücksicht auf die Römer“ die Hypothese:

„“

Riepls Aussage wurde von der späteren Medienwissenschaft umgedeutet zu einem „Gesetz der Komplementarität der Medien“ – und in der Folge häufig kritisiert und widerlegt. So schrieb der Medienwissenschaftler Werner Faulstich 2002:

„“

Trotzdem wird der Begriff in der deutschsprachigen Sozialwissenschaft und Kommunikationswissenschaft<ref name = "LIT">Kommunikationsgeschichte: Positionen und Werkzeuge. Ein diskursives Hand- und Lehrbuch, LIT; 2008; ISBN 978-3825813093 eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> weiter genutzt: Riepls einfache Hypothese in Bezug auf „alte“ Kommunikationsriten in der Antike, die erhalten blieben, auch wenn es „neuere“ gab, wurde als „Gesetz“ auf die moderne Medienwelt bezogen – mit folgender Grundaussage: Neue, höher entwickelte Medien haben die alten nie verdrängt, es entstanden Analogien wie:

  • Mit der Einführung des Hörfunk starb die Tageszeitung nicht aus, sondern sie spezialisierte sich auf stärkere Hintergrundberichterstattung und lokale Ereignisse.
  • Mit der Einführung des Fernsehens spezialisierte sich das ehemals generalistische Medium Hörfunk auf besondere Aktualität und Funktion als Nebenbeimedium und starb nicht aus.
  • Mit der Einführung des Fernsehens spezialisierte sich das ehemals generalistische Medium Kino auf das Gemeinschaftserlebnis und besondere Wucht von Bild und Ton und starb nicht aus.

Seit den 1990ern wird das „Rieplsche Gesetz“ im Zusammenhang mit der digitalen Revolution und den damit verbundenen Phänomenen wie Zeitungssterben, kostenlosen Online-Angeboten (siehe Gratiskultur) und Blogs diskutiert.

Literatur

  • Wolfgang Riepl: Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besonderer Rücksicht auf die Römer. Teubner, Leipzig 1913 (Digitalisat); Nachdruck Olms, Hildesheim 1972, ISBN 3-487-04218-5.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />