M. I. A.
Mathangi „Maya“ Arulpragasam (Tamil: மாதங்கி 'மாயா' அருள்பிரகாசம்; * 18. Juli 1975<ref>MIA’s baby’s name revealed in NME vom 23. März 2009</ref> in Hounslow, London, England) ist eine britische Rapperin, Sängerin und Musikproduzentin, die unter dem Kürzel M. I. A. auftritt, was in diesem Zusammenhang sowohl für Missing in Action als auch Missing in Acton steht.
Karriere
Ihre Eltern stammten aus Sri Lanka, wohin sie auch wieder zogen, als Maya sechs Monate alt war. Ihr Vater Arul Pragasam (nach dem die erste Platte Arular benannt ist) wurde dort Gründungsmitglied der Eelam Revolutionary Organisation of Students (EROS), einer militanten tamilischen Organisation.<ref>Robert Wheaton: London Calling – For Congo, Columbo, Sri Lanka. PopMatters, 6. Mai 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Januar 2009; abgerufen am 13. Februar 2012.</ref> Durch diesen Umstand war er auch in Arulpragasams Kindheit kaum in der Familie präsent – in neun Jahren kam er laut Maya lediglich drei Mal zu Besuch.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Observer, Guardian Media Group, 13. Juni 2010. Abgerufen am 23. Juli 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Ihre Mutter zog später mit der zehnjährigen Maya und ihrer anderen Tochter wieder nach London, wo sie zuerst in einem Flüchtlingsheim unterkamen. Nach ihrem Schulabschluss studierte M. I. A. am Londoner Saint Martins College of Art Kunst und Film. Anschließend war sie als Malerin tätig.
Als sie für eine Graffiti-Ausstellung für den alternativen Turner Prize nominiert wurde<ref>Morgen Bromell, Cedar Pasori: M.I.A.'s Top 10 Art Moments. 13. Februar 2013, abgerufen am 3. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, wurde Justine Frischmann, Frontfrau der Alternative Rockband Elastica, auf die junge Künstlerin aufmerksam. Sie erhielt zunächst den Auftrag, das Cover zu dem Album The Menace der Band zu gestalten. Es folgten die Regie zum Musikvideo Mad Dog God Dam und 2001 eine Dokumentation über die USA-Tour der Band. Die Musikerin Peaches, die im Vorprogramm der Tour auftrat, zeigte ihr die musikalischen Möglichkeiten der Groovebox und ermutigte sie, selbst Musik zu machen.<ref>Richard Harrington: M. I. A., No Loss for Words. The Washington Post, 16. September 2005, abgerufen am 13. Februar 2012.</ref> Nach ihrer Rückkehr nach London begann Arulpragasam, Demosongs zu produzieren und strebte zunächst eine Karriere als Produzentin und Songwriterin an. Als sie jedoch keine Sängerin auftreiben konnte, entschied sie, den Gesang selbst aufzunehmen.
2003 brachte das Label Showbiz Records den Song Galang in einer Auflage von nur 500 Schallplatten heraus. In Klubs und bei Uniradiosendern wurde der Song schnell beliebt, über Filesharing wurde er weiter verbreitet.
2005 kam ihr erstes Album unter dem Künstlernamen M. I. A. mit dem Titel Arular heraus, das nach ihrem Vater benannt wurde. Das zweite Album Kala erschien im Jahr 2007 und wurde nach ihrer Mutter benannt.
Die Musik ihrer Alben liegt zwischen Hip-Hop, Dancehall, Grime und Electro. Sie arbeitete bereits mehrmals mit dem US-amerikanischen Musiker DJ Diplo zusammen – so zum Beispiel auf dem Album Arular, auf welchem Diplo den Track Bucky Done Gun produzierte, welcher 2005 auch als Single veröffentlicht wurde.
2009 schrieb und sang sie das Lied O… Saya für den Film Slumdog Millionär zusammen mit dem indischen Musiker A. R. Rahman. Das Lied wurde für den Oscar für den besten Filmsong nominiert, den der Song Jai Ho aus demselben Film gewann. Ihre erfolgreichste Single Paper Planes wurde ebenfalls im Film verwendet.
Am 15. Oktober 2010 veröffentlichte sie auf Twitter einen Link zu einem neuen Song namens bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.<ref>http://bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.com/</ref> Ähnliche, vorherige Veröffentlichungen dieser Art von ihr waren 4thepeopleontheboat und facebookgooglemyspaceyoutube.<ref>Dan: M.I.A. tweets brand new track/bizarrely awesome visual experience. neontapedeck, 15. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Mai 2014; abgerufen am 23. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Mai 2014 veröffentlichte M. I. A. ein Musikvideo zum Song Double Bubble Trouble, in dem Schusswaffen aus einem 3D-Drucker, sog. Liberatoren, eine zentrale Rolle spielten. Sinn und Zweck der Aktion war es, die modernen Überwachungsmethoden der Regierungen zu kritisieren, unter dem Motto 1984 ist jetzt.
2018 wurde ein biographischer Dokumentarfilm mit dem Titel MATANGI / MAYA / M.I.A. von Steve Loveridge veröffentlicht, der den Aufstieg von M. I. A. zum Ruhm und ihren politischen Aktivismus im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Sri Lanka zeigt.<ref>Gregi Sigrist: M.I.A. versucht eine Gratwanderung zwischen Pop und Politik. In: SRF. 11. Mai 2020, abgerufen am 25. November 2021.</ref> Der Film wurde am Sundance Film Festival uraufgeführt und mit dem World Cinema Documentary Special Jury Award ausgezeichnet.<ref>Matangi Maya M.I.A. In: Sundance Film Festival. Abgerufen am 25. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Privatleben
M. I. A. war verlobt mit dem Milliardär und Erben von Seagram Distilleries Europe, Benjamin Bronfman (* 1982), dem Gründer des Plattenlabels „Green Owl Record“. Mit ihm hat sie einen gemeinsamen Sohn, Ikhyd Edgar.
Kontroversen
Der Musiksender MTV lehnte es ab, ihr Video Sunshowers zu spielen, solange sie nicht eine Textpassage entfernt, welche sich auf die Palästinensische Befreiungsorganisation bezieht. In dem Lied rappte M. I. A. „Like PLO I Don’t Surrender“ – „Ich gebe wie die PLO niemals auf“.
Auch tauschte MTV nach der Erstellung des Videos zu Paper Planes die wiederkehrende Sequenz der vier Revolverschüsse aus Jugendschutzgründen durch ein gefälligeres und weniger martialisches Soundsample aus. Die Künstlerin war darüber sehr verärgert.
2010 stellte M. I. A. einen Videoclip des Regisseurs Romain Gavras zu dem Song Born Free ins Internet. Der Kunstfilm zeigt die Verfolgung von Rothaarigen als Beispiel für Rassismus und staatliche Unterdrückung. YouTube sperrte das Video für Minderjährige und ließ zwei äußerst brutale Einstellungen kürzen. Daraufhin warf M. I. A. dem Videoportal vor, scheinheilig zu sein, da es Filmblut schlimmer als Exekutionsvideos finde.<ref>Andrian Kreye: Auf Provokation folgt Zensur. In Süddeutsche Zeitung, 29. April 2010.</ref> Dabei bezog sie sich auf zuvor von ihr auf dem Video-Portal gefundene Videos, in denen sri-lankische Soldaten unbewaffnete, nackte Männer erschießen.<ref>https://www.spiegel.de/politik/ausland/kriegsverbrechen-in-sri-lanka-kopfschuss-gelaechter-genickschuss-a-645641.html</ref>
Während eines Auftritts mit Madonna und Nicki Minaj beim Super Bowl 2012 hielt die Rapperin ihren Mittelfinger in die Kamera. Das live übertragende NBC und die National Football League entschuldigten sich daraufhin bei den Zuschauern. Die Geste habe ihrem Ex-Verlobten Benjamin Bronfman gegolten und nicht dem Publikum.<ref>When did the middle finger become offensive? In: BBC News. 6. Februar 2012 (bbc.com [abgerufen am 25. Dezember 2024]).</ref><ref>Super-Bowl-Rätsel gelöst: Hier gibt M.I.A. ihrem Milliardärs-Ex den Finger | People International | Blick. 7. Juli 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 25. Dezember 2024.</ref>
Im 2015 veröffentlichten Video zu ihrem Song Borders trägt sie ein Trikot des französischen Fußballvereins Paris Saint-Germain, auf dem der Werbeslogan von deren Sponsor Emirates in Fly Pirates abgewandelt wurde. Darauf reagierten die Anwälte des Clubs mit einer Abmahnung.<ref>Daniel Bax: Musik, die über Grenzen geht. In: Amnesty Journal, Ausgabe August/September 2017, S. 69.</ref>
Ihre Beteiligung an der Werbekampagne Rewear it von H&M im Jahr 2016 sorgte für Irritationen in der Musikszene. Das Unternehmen, das für seine Produktionsbedingungen in sogenannten Billiglohnländern in der Kritik steht, warb mit ihr und ihrem gleichnamigen Song für Kleidungsrecycling.<ref>M.I.A. hat ein neues Video mit H&M gemacht und wir sind verwirrt. 11. April 2016, abgerufen am 11. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Süddeutsche Zeitung: M.I.A. macht Werbung für H&M. Abgerufen am 11. März 2021.</ref>
Im April 2020 wurde M. I. A. im Zuge der COVID-19-Pandemie kritisiert, weil sie in sozialen Medien Falschmeldungen verbreitete, nach denen das Virus mit der Mobilfunktechnologie 5G im Zusammenhang stünde.<ref>Jim Waterson: "Influencers among 'key distributors' of coronavirus misinformation" theguardian.com vom 7. April 2020</ref> Nach dem Rückzug des „Impfskeptikers“ Robert F. Kennedy Jr. aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf erklärte M.I.A. ihre Unterstützung für Donald Trump.<ref>Daniel Peters: M.I.A. endorses Donald Trump after Robert F. Kennedy Jr. backing ("M.I.A. quote-tweeted a livestream of the rally with Kennedy Jr. and shared her official endorsement of Trump") - NME, 24. August 2024</ref>
Diskografie
Studioalben
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Singles als Leadmusikerin
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Weitere Singles
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Singles als Gastmusikerin
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Weitere Gastbeiträge
- 2007: Sound of Kuduro (Buraka Som Sistema feat. DJ Znobia, Saborosa, Puto Prata & M.I.A.)
- 2009: Bang (Rye Rye feat. M.I.A.)
- 2010: Sunshine (Rye Rye feat. M.I.A.)
- 2011: C.T.F.O. (SebastiAn feat. M.I.A.)
- 2016: Temple (Baauer feat. M.I.A. & G-Dragon)
Videoalben
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Auszeichnungen für Musikverkäufe
Platin-Schallplatte
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2× Platin-Schallplatte
3× Platin-Schallplatte
5× Platin-Schallplatte
7× Platin-Schallplatte
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Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- M.I.A. auf Tumblr
- M. I. A. bei Myspace
- Vorlage:IMDb/1
Vorlage:Navigationsleiste M. I. A.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | M. I. A. |
| ALTERNATIVNAMEN | Arulpragasam, Mathangi; Arulpragasam, Maya (Spitzname); Mia (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Sängerin und Musikproduzentin |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1975 |
| GEBURTSORT | Hounslow, London, England, Vereinigtes Königreich |