Demmelsdorf
Demmelsdorf Stadt Scheßlitz
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(297)&title=Demmelsdorf 49° 58′ N, 11° 4′ O
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| Höhe: | 346 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 1,76 km²<ref name="Gemarkung"/> | |||||
| Einwohner: | 297 (30. Sep. 2025)<ref name="Einwohner">Einwohnerzahlen nach Stadtteilen. In: schesslitz.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 169 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 96110 | |||||
| Vorwahl: | 09542 | |||||
Demmelsdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern..<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Demmelsdorf hat eine Fläche von 1,759 km². Sie ist in 520 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3383 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Demmelsdorf (092135). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt am Seierbach, einem linken Zufluss des Leitenbachs und ist von Acker- und Grünland umgeben. In Richtung Osten steigt das Gelände zu einer Hochebene der Fränkischen Alb an. Dort befindet sich noch ein gut erhaltener Judenfriedhof. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Scheßlitz zur Staatsstraße 2187 (1,5 km westlich), nach Zeckendorf ebenfalls zur St 2187 (1,2 km südlich) und die Bundesstraße 22 kreuzend und die Bundesautobahn 70 unterquerend nach Schlappenreuth (1,7 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie).</ref>
Geschichte
Beim Bau einer Überlandwasserleitung fand man im Jahr 1983 zwischen Scheßlitz und Demmelsdorf das Grab einer keltischen Fürstin aus der späten Hallstattzeit. Sie war in einem Wagengrab bestattet worden, von dem eiserne Radfelgen und Bronzebeschläge gefunden wurden. Auch zahlreiche Bronzeschmuckstücke wie Halsringe, Ohrringe und ein goldener Spiralring für das Haar konnten geborgen werden.<ref>Die Ausgrabungen bei Demmelsdorf</ref><ref name="Denkmalliste"/>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Demmelsdorf aus 25 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
- das Amt Scheßlitz: 2 Söldenhäuser;
- die Pfarrei Scheßlitz: 1 Wohnhaus, 2 Söldengütlein;
- die Maria-Magdalena-Pfründe Burgellern: 1 Sölde, 2 Häuslein;
- die Grafen von Giech zu Thurnau: 1 Halbgut, 2 Gütlein, 1 Söldenhaus, 1 Mahlmühle – 1 Sölde, 3 Gütlein, 1 Wohnhaus, 4 Tropfhäuslein (=Rackensteiner Mann- und Zinslehen) – 1 Judenschule, 1 Gut, 1 Tropfhäuslein.<ref name="W115">W. Weiß: Bamberg, S. 115.</ref>
Im Jahre 1802 kam Demmelsdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Demmelsdorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Zeckendorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Demmelsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 21 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Wiesentfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).<ref name="W238">W. Weiß: Bamberg, S. 238.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 1,766 km².<ref name="OV 1961" />
Während des Novemberpogroms 1938 wurde das Innere der Synagoge durch SA-Angehörige aus Bamberg erheblich zerstört. Anschließend fanden im Dorf Plünderungen unter aktiver Beteiligung der Einwohner statt. Einige jüdische Männer wurden inhaftiert und zusammen mit Juden von Nachbardörfern ins Gefängnis von Bamberg gebracht. Auf Anordnung des Bamberger Landrats wurde die Synagoge völlig abgebrochen und das Grundstück beschlagnahmt; für den Abbruch stellte man der jüdischen Gemeinde 70 Reichsmark in Rechnung. Auf dem Gelände wurde ein Feuerwehrgerätehaus errichtet.<ref>Klaus-Dieter Alicke: Demmelsdorf (Oberfranken/Bayern). In: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Abgerufen am 18. Februar 2025.</ref>
Im April 1942 wurden die letzten 14 noch in Demmelsdorf verbliebenen Juden via Bamberg nach Izbica bei Lublin deportiert. Namentlich sind insgesamt 35 Angehörige der jüdischen Gemeinde von Demmelsdorf bekannt, die Opfer der Shoa geworden sind.
Am 1. Mai 1978 wurde Demmelsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.<ref> </ref><ref>Scheßlitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 23. Dezember 2024.</ref>
Baudenkmäler
In Demmelsdorf gibt es fünf Baudenkmäler:<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Scheßlitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Benno-Schmitt-Straße 2: Wohnhaus
- Benno-Schmitt-Straße 10: Wohnstallbau
- Benno-Schmitt-Straße 15: Kapelle St. Wendelin
- Benno-Schmitt-Straße 18: Bauernhaus
- Benno-Schmitt-Straße 22: Gasthaus Schmidt
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Bodendenkmäler
In der Gemarkung Demmelsdorf gibt es zwei Bodendenkmäler.<ref name="Denkmalliste"/> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 223 | 237 | 212 | 214 | 209 | 200 | 199 | 170 | 193 | 198 | 218 | 217 | 216 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 26 | 43 | 36 | 31 | 32 | ||||||||
| Quelle | <ref name="W238"/> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 136, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 831, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 127 (Digitalisat). </ref> || <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1001, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 947 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 991 (Digitalisat).</ref> |
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Religion
Demmelsdorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt.<ref name="W115"/><ref name="OV 1961"/> Das Dorf hatte bis zur Zeit des Nationalsozialismus eine starke jüdische Bevölkerung.
Bildergalerie
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Innenraum mit Gedenktafel
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Naturfreundehaus
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Haus an der Durchgangsstraße
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Demmelsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 581 (Digitalisat).
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3769698843 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Ortsteile > Demmelsdorf. In: schesslitz.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Demmelsdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Demmelsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
Burgellern | Burglesau | Demmelsdorf | Dörrnwasserlos | Doschendorf | Ehrl | Giechburg | Gügel | Köttensdorf | Kübelstein | Ludwag | Neudorf | Pausdorf | Peulendorf | Pünzendorf | Roschlaub | Roßdach | Schlappenreuth | Schrautershof | Schweisdorf | Starkenschwind | Straßgiech | Stübig | Weichenwasserlos | Weingarten | Wiesengiech | Windischletten | Würgau | Zeckendorf
Sonstige Wohnplätze: Feuersmühle | Lochskeller | Lohmühle | Schiefermühle | Würgauer Mühle | Ziegelmühle
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Ort im Landkreis Bamberg
- Ortsteil von Scheßlitz
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg)
- Gemeindegründung 1818
- Gemeindeauflösung 1978
- Gemarkung im Landkreis Bamberg