Moschuskraut
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| Moschuskraut | ||||||||||||
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| Datei:Adoxa moschatellina01.jpg
Moschuskraut (Adoxa moschatellina) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Adoxa moschatellina | ||||||||||||
| L. |
Das Moschuskraut<ref name=deutsch/> (Adoxa moschatellina) oder Bisamkraut<ref name=deutsch2/> ist eine Pflanzenart aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Es ist in den Laubwäldern der Nordhalbkugel nicht selten. Es handelt sich um eine typische Frühjahrspflanze, die schon im Februar austreibt und sich zwischen Mai und Juni wieder zurückzieht.<ref name=TLD/>
Darüber hinaus sind oder waren für das Moschuskraut, zum Teil auch nur regional, auch folgende Bezeichnungen gebräuchlich: Besmetblüema (Aargau), Binsenhahnenfuss (Elsass), Binsenkräutlein (Schlesien), Moschatelle, Waldrauch (Elsass) und Waldraute.<ref>Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 11</ref>
Beschreibung
Habitus und Blatt
Das Moschuskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 cm erreicht. Sie ist ein Geophyt<ref name=TLD/> und bildet ein Rhizom als Überdauerungsorgan. Die Überdauerungseinheit sind Hibernakel – Winterknospen der verdickten Enden kurzlebiger Ausläufer – sowie unterirdische, monopodial verzweigte Ausläufer.<ref name=roth2/> Das waagrecht kriechende Rhizom ist mit weißen fleischigen Niederblättern besetzt. Zum Ende der Vegetationsperiode verdickt es sich knollig. Die Vermehrung erfolgt meist vegetativ über die ausläuferartigen Rhizome, wobei die Verbindung zur Mutterpflanze bereits im ersten Winter abbricht.<ref name=TLD5/>
Die meisten Laubblätter sind grundständig und doppelt dreiteilig mit einem 4,5 bis 11,0 cm langen Blattstiel. Die Teilblätter erster Ordnung sind lang gestielt und ihre drei Fiederblättchen sind manchmal auch nur tief gespalten. Die Teilblätter zweiter Ordnung sind kurz gestielt und ihre drei Fiederblättchen sind nochmals geteilt. Am kahlen und stets unverzweigten Stängel sitzen genau zwei gegenständige Blätter, die einfach dreiteilig gefingert sind. Höchstens der mittlere Finger ist etwas gespalten.
Blütenstand, Blüte und Frucht
Der Blütenstand besteht aus einem einzigen, endständigen, würfelförmigen, kleinen Köpfchen, bei dem auf der Oberseite und auf den vier Seitenflächen je eine Blüte steht. Die Kantenlänge des Würfels beträgt etwa 1 cm. Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig. Die obere Blüte besitzt zwei Kelchblätter und vier Kronblätter. Die vier seitlichen Blüten haben drei Kelchblätter und fünf Kronblätter. Die Kronblätter weisen eine gelblich-grüne oder blassgrüne Farbe auf. Es ist nur ein Kreis mit vier oder fünf Staubblättern vorhanden, diese sind fast bis zum Grund in zwei Teile gespalten. Die Blütezeit reicht von März bis Mai. Die weiblichen Blütenorgane werde entweder vor den männlichen (Protogynie) oder gleichzeitig mit den männlichen (Homogamie) fruchtbar. Die Blüten geben über mehrzellige Drüsenhaare Nektar ab, die Bestäubung erfolgt meist durch Fliegen, Selbstbestäubung ist möglich.<ref name=TLD/>
Der Fruchtstand wächst an einem spiralig eingerollten Stiel und ist bei Fruchtreife niederliegend. Wahrscheinlich ist eine Selbstausbreitung der Samen, aber auch die Samenausbreitung durch Ameisen, Schnecken, welche die Samen aufnehmen und mit dem Kot abgeben, und durch Vögel. Die Steinfrüchte sind klein und duften nach Erdbeeren. Die stark verlängerten Kelchzipfel und die Griffel bleiben an der Frucht erhalten.<ref name=TLD/> Jede Frucht enthält vier bis fünf flache, 3 bis 3,5 mm lange Samen.
Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 36.<ref name="Oberdorfer" />
Vorkommen
Das Moschuskraut kommt in Laubwäldern und Gebüschen der gesamten gemäßigten Nordhalbkugel vor. Es benötigt frischen, feuchten und nährstoffreichen Boden und liebt Wälder mit starkem Krautbewuchs. Es ist in Mitteleuropa eine Fagetalia-Ordnungscharakterart.<ref name="Oberdorfer" />
In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil am Gehrenjoch an der Gehrenspitze bis zu 1860 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht und mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Das Moschuskraut (Adoxa moschatellina) ist ein Vertreter aus der Gattung Adoxa in der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae).<ref name=GRIN/> Es wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 367 erstmals veröffentlicht<ref name ="SpPla"/>. Synonyme für Adoxa moschatellina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind unter anderen Adoxa inodora (<templatestyles src="Person/styles.css" />Falc. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />C.B.Clarke) <templatestyles src="Person/styles.css" />Nepomn. und Adoxa moschatellina var. inodora <templatestyles src="Person/styles.css" />Falc. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />C.B.Clarke.<ref name=PlantList/> Der Gattungsname Adoxa leitet sich vom griechischen Wort adoxos ab, was unscheinbar bedeutet. Das Artepitheton moschatellina nimmt auf den moschusartigen Duft der Pflanze Bezug.<ref name="jena">Dietrich, Heinrich: Frühblüher aus Jena, EchinoMedia Verlag, 1. Auflage 2008, ISBN 978-3-937107-15-8, Seite 122ff</ref>
Quellen
Literatur
- Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7, S. 34–35.
- Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6, S. 803.
Einzelnachweise
<references> <ref name=deutsch>Deutscher Name nach Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, S. 34 und Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich, S. 803</ref> <ref name=deutsch2>Deutscher Name nach Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich, S. 803</ref> <ref name=TLD>Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, S. 34</ref> <ref name=TLD5>Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, S. 35</ref> <ref name=GRIN>Adoxa moschatellina. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 23. Februar 2013 (englisch).</ref> <ref name=PlantList>Adoxa moschatellina. In: The Plant List. Abgerufen am 23. Februar 2013.</ref> <ref name=roth2>Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin, 20. Auflage 2011, Seiten 756, 25 ISBN 978-3-8274-1606-3</ref> <ref name ="SpPla">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1. Stockholm 1753, S. 367 (Online – Adoxa moschatellina eingescannt bei Biodiversity Heritage Library).</ref> <ref name="Oberdorfer">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 879. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 529.</ref> <ref name="InfoFlora"> Info Flora. Adoxa moschatellina L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>
Weblinks
- Moschuskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb.
- Moschuskraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)