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Peter Wolter

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Peter Wolter (2015)

Peter Caspar Wolter (* 18. Juni 1947; † 21. November 2018 in Berlin)<ref name="JW18"/> war ein deutscher Agent für die Hauptverwaltung A der DDR-Staatssicherheit.

Leben

Wolter wuchs in Münster auf und verpflichtete sich nach dem Abitur 1966 zum Dienst als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr. Er absolvierte die Laufbahn der Offiziere in der Bundesmarine, war u. a. als Kampfschwimmer im Einsatz und verließ das Militär nach vier Jahren als Leutnant zur See. Während seiner Zeit als Soldat war er für Marinefachzeitschriften tätig.

Anschließend studierte er in Münster und an der FU Berlin Publizistik, Soziologie und Philosophie und beendete sein Studium 1976 mit einer Magisterarbeit über den Deutschlandfunk. Nach einer Ausbildung zum Nachrichtenredakteur arbeitete Wolter bei verschiedenen Presseagenturen, u. a. bei dpa in Hamburg, Düsseldorf und Essen, ddp in Bonn und zuletzt bis zu seiner Verhaftung 1991 als Chef vom Dienst bei Reuters in Hamburg.

Von 1973 bis zu dessen Auflösung war Wolter siebzehn Jahre für den Auslandsgeheimdienst der DDR, die Hauptverwaltung A (HVA) als Agent unter dem Decknamen „Pirol“ aktiv.<ref name="Spiegel">Gunther Latsch, Udo Ludwig: Geheimdienste: Fromme Spione. In: Der Spiegel. 47/2011, 20. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2013; abgerufen am 7. September 2021.</ref><ref name="WN11">Martin Kalitschke: Ex-Agent Peter Wolter, Gründer der Obdachlosenzeitung „Draußen“, bereut nichts. In: Westfälische Nachrichten. 16. April 2011, abgerufen am 7. September 2021.</ref> Er war ab 1973 auch Mitglied des MSB-Spartakus, der DKP und der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW)<ref name="JW18">Stefan Huth: Nachruf: Kollege „Pirol“. In: Junge Welt. 24. November 2018, abgerufen am 7. September 2021.</ref>, brach aber auf Order der HVA diese Kontakte ab und trat als rechter SPD-Sympathisant auf.<ref name="tlax">Peter Wolter. In: Tlaxcala. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. September 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.tlaxcala-int.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Von November 1978 bis Oktober 1987 gab er Unterlagen aus seiner beruflichen Tätigkeit als Agenturjournalist weiter. Bis Juni 1989 lieferte er interne Erkenntnisse aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptverwaltung A (HV A). Aufgaben – Strukturen – Quellen. (MfS-Handbuch), S. 195 (Memento vom 23. Juli 2021 im Internet Archive)</ref><ref name="Spiegel"/>

Nach seiner Verurteilung 1994 durch das Oberlandesgericht Düsseldorf zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung<ref name="Spiegel"/> arbeitete Wolter zunächst als freier Journalist, u. a. bei einer deutschsprachigen Tageszeitung auf den Kanarischen Inseln. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er 1994 zusammen mit Karl-Heinz Welten und dem Sozialarbeiter Gunther Braun Mitbegründer des Straßenmagazins „draußen!“ in Münster, woraus 1995 ein gleichnamiger gemeinnütziger Verein entstand.<ref name="WN11"/> Bei den Kommunalwahlen 1999 kandidierte er für die DKP in Münster erfolglos für einen Sitz im Stadtrat.<ref name="tlax"/>

Seit 2004 war Wolter Ressortleiter Interview der Berliner Tageszeitung junge Welt und übernahm dort im September 2005 als Nachfolger von Ulla Jelpke das Ressort Innenpolitik. Daneben schrieb er Beiträge für die Marxistischen Blätter.<ref>Porträt: Gegenddarstellung. In: Junge Welt. 17. Juni 2017, abgerufen am 7. September 2021.</ref>

Siehe auch

Schriften

Literatur

  • Nicole Glocke: Im Auftrag von US-Militäraufklärung und DDR-Geheimdienst: die Lebensgeschichten zweier gegnerischer Agenten im Kalten Krieg. Mit CD: Dr. Peter Jochen Winters im Gespräch mit Dr. Hannes Sieberer und Peter Wolter. Köster, Berlin 2010, ISBN 978-3-89574-725-0

Film

Einzelnachweise

<references />

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