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Filz-Klette

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Filz-Klette
Datei:Arctium tomentosum Donzige klit DSCF1121.JPG

Filz-Klette (Arctium tomentosum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Carduinae
Gattung: Kletten (Arctium)
Art: Filz-Klette
Wissenschaftlicher Name
Arctium tomentosum
Mill.

Die Filz-Klette oder Wollkopf-Klette (Arctium tomentosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kletten (Arctium) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Datei:Arctium tomentosum.jpg
Illustration
Datei:Arctium tomentosum RF.jpg
Blütenköpfe
Datei:Bombus lapidarius - Arctium tomentosum - Keila.jpg
Bestäubung mit Steinhummel
Datei:Arctium tomentosum MHNT.BOT.2011.2.13.jpg
Filz-Klette (Arctium tomentosum) fruchtend

Erscheinungsbild und Laubblatt

Bei der Filz-Klette handelt es sich wie bei den anderen Arten der Gattung um eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 50 bis 120<ref name="Rothmaler" />, manchmal bis zu 250 cm<ref name="FoNA" /> erreicht. Der Stängel ist aufrecht und meist sparrig verzweigt.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind immer in Blattstiel und Blattspreite, die auf der Unterseite mehr oder weniger dicht graufilzig ist<ref name="Rothmaler" />, gegliedert. Die Grundblätter besitzen hohle oder solide, 10 bis 15 cm lange Blattstiele mit Drüsenhaaren und auf der Unterseite weiß wollig behaarte sowie auf der Oberseite grüne und spärlich kurz gehaarte Blattspreiten, die eine Länge von 30 bis 40 cm und eine Breite von 16 bis 28 cm sowie eine grob gezähnten bis fast glatt Blattrand besitzen<ref name="FoNA" />. Sie sind breit herzförmig bis rundlich, ganzrandig oder entfernt klein gezähnelt.<ref name="Hegi1987" />

Blütenstand, Blüte und Frucht

In schirmtraubigen Gesamtblütenständen stehen über bei einer Länge von 1,5 bis 12 cm relativ langen Blütenstandsschäften die körbchenförmigen Teilblütenstände zusammen<ref name="FoNA" />. Die Filz-Klette lässt sich von den anderen Kletten-Arten sofort durch die spinnwebartig wollig behaarten Blütenkörbchen unterscheiden<ref name="Rothmaler" />. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 cm<ref name="FoNA" /> und eine Höhe von 3 cm auf<ref name="Rothmaler" />. Die Hüllblätter sind lineal bis lineal-lanzettlich; die inneren sind meist purpurfarben und besitzen einen Rand mit winzigen, ausgebreiteten oder zurückgebogenen Drüsenhaaren<ref name="FoNA" />. Die rötliche oder weißliche Spitze der Hüllblätter kann hakenförmig eingebogen oder auch gerade sein<ref name="Rothmaler" />.

In den Blütenkörben sind viele (über 30<ref name="FoNA" />) Röhrenblüten vorhanden. Die meist rosa-purpurfarbenen, selten weißen Blütenkronen sind 9 bis 13 mm lang mit einer winzigen, drüsigen Zunge<ref name="FoNA" />.

Die hellbraunen Achänen sind 5 bis 8 mm lang. Der Pappus besteht aus 1 bis 3 mm langen Borsten.<ref name="FoNA" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36<ref name="FoNA" />.

Vorkommen

Die Filz-Klette kommt ursprünglich in Europa, Zentralasien, Sibirien und Xinjiang vor.<ref name="GRIN" /> In Nordamerika und in Armenien ist sie ein Neophyt.<ref name="GRIN" /> Sie wächst an nicht zu trockenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Schutt oder Ackerrändern, gerne in der Nähe von Ufern. Sie gedeiht besonders auf frischen, nährstoffreichen und basenreichen, vorzugsweise kalkhaltigen, mehr oder weniger humosen, sandig-steinigen oder reinen Lehm- oder Tonböden. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem im Leonuro-Ballotetum vor, ist eine Charakterart des Verbands Arction lappae, findet sich aber auch in Gesellschaften des Verbands Onopordion acanthii oder der Unterklasse Galio-Urticenea.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie im Vorarlberger Teil bei Neßlegg bei Schröcken bis zu einer Höhenlage von 1420 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich oder überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />

Nutzung

Die Filz-Klette ist essbar und kann kulinarisch genau so verwendet werden wie die nah verwandte Große Klette.<ref name="unsereEssbarenWildpflanzen">

Rudi Beiser: Unsere essbaren Wildpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-440-15910-1, S. 126. </ref>

Literatur

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Grundband. 18. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3-8274-1359-1, Seite 469
  • David J. Keil: Arctium: Arctium tomentosum - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19, Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae)., Oxford University Press, New York u. a., 2006. ISBN 0-19-530563-9 (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="FoNA">David J. Keil: Arctium: Arctium tomentosum - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19, Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae)., Oxford University Press, New York u. a., 2006. ISBN 0-19-530563-9</ref> <ref name="Rothmaler">Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Grundband. 18. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3-8274-1359-1, Seite 469</ref> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 631.</ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 832–834. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="InfoFlora"> Arctium tomentosum Mill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Filz-Klette (Arctium tomentosum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien