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Persischer Ehrenpreis

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Persischer Ehrenpreis
Datei:Veronica persica 060403Cw.jpg

Persischer Ehrenpreis (Veronica persica)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Veroniceae
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Persischer Ehrenpreis
Wissenschaftlicher Name
Veronica persica
Poir.

Der Persische Ehrenpreis (Veronica persica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Sie ist eine der in vom Menschen geprägten Landschaften häufigsten Arten der Gattung Ehrenpreis (Veronica).

Beschreibung

Datei:Veronica persica Sturm47.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Veronica persica 02.JPG
Blüten
Datei:Veronica persica 060403Fw.jpg
Laubblätter und Blüten
Datei:Veronica persica sl5.jpg
Die Frucht ist zusammengedrückt, behaart und oben stumpfwinkelig ausgerandet. Die beiden Hälften sind asymmetrisch.
Datei:Veronica persica seeds vepe3 003 php.jpg
Samen

Vegetative Merkmale

Beim Persischen Ehrenpreis handelt es sich um eine einjährige oder einjährig überwinternde krautige Pflanze. Es handelt sich um eine relativ kräftige Pflanze, die auf dem Boden niederliegend bis aufsteigend wächst, jedoch an ihrem Stängel nicht wurzelt. Die Stängel erreichen Längen von 10 bis 40 Zentimetern.

Im unteren Bereich des Stängels sind die Laubblätter gegenständig, im oberen Bereich wechselständig angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind grob gekerbt, mit einem herzförmigen Grund, und sind stark netznervig.

Generative Merkmale

Die Blüten des Persischen Ehrenpreises stehen einzeln in den Blattachseln. Die Tragblätter unterscheiden sich von den unteren Stängelblättern nur darin, dass sie kleiner sind. Die Blütenstiele sind relativ lang.

Die zwittrigen Blüten besitzen einen Durchmesser von 8 bis 10 Millimetern und sind schwach zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Der Kelchzipfel ist ei-lanzettlich. Die Krone ist himmelblau mit gelbweißem Schlund und 8 bis 12 Millimeter breit.

Auch die meist reichlich vorhandenen, mehrsamigen Kapselfrüchte stehen lang gestielt vom Stängel ab, überragen ihre Tragblätter weit und sind dadurch meist recht auffällig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Der Persische Ehrenpreis ist ein Therophyt.<ref name="Ellenberg1064" /> Vegetative Vermehrung erfolgt durch bis zu 40 Zentimeter lange Ausläufer.<ref name="Düll2005" /> Er wurzelt bis zu 20 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die Blütezeit reicht von Februar bis Oktober,<ref name="Düll2011" /> der Persischen Ehrenpreis kann aber bei passenden Temperaturen auch mitten im Winter blühen.<ref name="SF" /> Die Blüten sind vorweiblich. Sie blühen zuweilen auch in den Wintermonaten und werden von Insekten bestäubt. Auch Selbstbestäubung findet statt.<ref name="SF" />

Die Fruchtstiele wenden sich vom Licht ab (sie sind negativ phototrop)<ref name="Düll2005" /> und wachsen vor der Fruchtreife stark in die Länge. Damit schieben sie die Kapselfrüchte in die Ritzen des Substrates hinein.<ref name="SF" />

Die Samen haben ein kleines Elaiosom und werden durch die Schwarze Wegameise (Lasius niger) ausgebreitet, daneben erfolgt Menschenausbreitung z. B. über Gartenerde.<ref name="Düll2011" /> Fruchtreife ist von August/September bis Oktober.<ref name="Düll2011" />

Vorkommen

Ursprünglich stammt der Persische Ehrenpreis aus dem Kaukasusraum und aus dem Iran.<ref name="POWO" /> Er wurde in Europa zunächst nur in Botanischen Gärten gehalten. Im 19. Jahrhundert (wahrscheinlich 1805) ist er dann, angeblich aus dem Botanischen Garten Karlsruhe, verwildert und hat sich über ganz Mitteleuropa ausgebreitet.

Er wächst an allen ihm zusagenden Standorten in von Menschen geprägten Landschaften. Der Persische Ehrenpreis besiedelt häufig Unkrautfluren, vor allem gehackte Äcker, Weinberge und Gärten, auch Getreidefelder und Wege. Er gedeiht am besten auf offenen, nährstoffreichen Böden, oft an etwas wärmeren Standorten, und ist ein Lehmzeiger.

Nach Ellenberg ist er ein Frischezeiger, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, wächst an stickstoffreichen Standorten<ref name="Ellenberg1064" /> und ist eine Ordnungscharakterart Nährstoffreicher Acker- und Garten-Beikrautfluren (Polygono-Chenopodietalia).<ref name="Ellenberg1009" /><ref name="SF" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und botanische Geschichte

Die Erstbeschreibung erfolgte 1805 unter dem Namen Veronica tournefortii durch Karl Christian Gmelin in seiner Flora Badensis-Alsatica, Band 1, Seite 39. Der von ihm gewählte Name Veronica tournefortii nom. illeg. war aber illegitim, da der Name schon von Villars 1779 für eine andere Sippe verwendet worden war. Jean Louis Marie Poiret gab dieser Art 1808 den gültigen Namen Veronica persica in Lamarck: Encyclopédie Méthodique. Botanique Band 8 Seite 542. Gmelin schreibt über diese Art: „prope Carlsruhe in agris am Holzhof ante aliquot annos ex horto botanico emigrata et nunc quasi spontanea“ (übersetzt: „nahe Karlsruhe auf Äckern am Holzhof ist er vor einigen Jahren aus dem Botanischen Garten ausgewandert und kommt jetzt quasi wild vor“). Die Ausbreitung erfolgte offensichtlich sehr rasch. Denn schon in der „Flora Friburgensis“ von Fridolin Carl Leopold Spenner (1826, Seite 357) wird die Art als „frequens“ (häufig) bezeichnet und Freiburg und Karlsruhe sind immerhin etwa 115 Kilometer in der Luftlinie voneinander entfernt.<ref name="Philippi1996" /> Das Artepitheton „persica“ bedeutet „aus Persien“.

Weitere Synonyme für Veronica persica <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir. sind: Veronica buxbaumii <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten. nom. illeg., Veronica byzantina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sibth. & Sm.) Degen, Veronica persica subsp. corrensiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(E. Lehm.) Stroh, Veronica tournefortii subsp. corrensiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Lehm., Pocilla persica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) Fourr.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Düll2005"> </ref> <ref name="Ellenberg1009"> </ref> <ref name="Ellenberg1064"> </ref> <ref name="SF"> </ref> <ref name="Düll2011"></ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Philippi1996"> </ref> <ref name="POWO">Veronica persica. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref>. <ref name="InfoFlora">Veronica persica Poir. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Persischer Ehrenpreis (Veronica persica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien