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Horst Linde

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Datei:Freiburg Bundesverdienstkreuz für Prof. Horst Linde; Porträt - W134Nr.112944d - Willy Pragher (cropped).jpg
Horst Linde (1981)
Datei:KA EvStadtkirche n W1.JPG
Innenraum der Stadtkirche in Karlsruhe
Datei:Landtag BadenWürttemberg-pjt1.jpg
Landtag in Stuttgart
Datei:Wuerttembergische landesbibliothek 2005 05a.jpg
Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart
Datei:Ludwigskirche (Freiburg) 01.jpg
Ludwigskirche in Freiburg
Datei:Horst Lindes Wohnhaus am Freiburger Lorettoberg, 1950 von ihm selbst entworfen.jpg
Eigenes Wohnhaus in Freiburg

Horst Eduard Linde (* 6. April 1912 in Heidelberg; † 10. September 2016 in Freiburg im Breisgau<ref>Wulf Rüskamp: Südwest: Nachruf: Architekt und Stadtplaner Horst Linde stirbt im Alter von 104 Jahren. Badische Zeitung, 13. September 2016, abgerufen am 13. September 2016.</ref>) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer. Er wirkte zudem als Direktor des Instituts für Städteplanung in Stuttgart.

Leben

Horst Linde war der Sohn des Architekten und Denkmalpflegers Otto Linde. Seine Großeltern mütterlicherseits waren der Fabrikant Eduard Hager (1848–1901) und Julie, geborene Wenker (1854–1890).

Linde besuchte ein Gymnasium in Baden-Baden und studierte an der Technischen Hochschule Berlin und der Technischen Hochschule Karlsruhe, wo er Schüler von Otto Ernst Schweizer war und das Studium als Diplom-Ingenieur 1939 abschloss. Von 1933 bis 1934 und von 1938 bis 1939 war er bereits als freier Architekt tätig. Er arbeitete zunächst in Emmendingen und Baden-Baden, 1939 arbeitete er als Regierungsbaumeister (Assessor) und städtischer Baurat in Lahr. 1940 begann sein Wehrdienst. Nach dem Krieg kehrte er 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und war dann von 1947 bis 1949 wieder als freier Architekt tätig. Er gründete 1947 das Baubüro für die weitgehend zerstörte Universität Freiburg. Dort arbeitete er gemeinsam mit Auguste Perret, der von der französischen Besatzungsmacht delegiert wurde. 1948 gewann Linde den Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau der Kaiserstraße und des Stadtzentrums in Karlsruhe,<ref>Die Bearbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit Rudolf Diehm. Ab Oktober 1948 wurde auf Grundlage der preisgekrönten und angekauften Wettbewerbsentwürfe der Bebauungsplan westliche Kaiserstraße entwickelt.</ref><ref name="BuW1948" /> ebenso 1953 für den Wiederaufbau der dortigen Stadtkirche.<ref>Im zweistufigen Wettbewerb setzte er sich gegen Egon Eiermann, Hans Rolli, Erich Schelling, Max Schmechel, Paul Schmitthenner und Rudolf Schwarz durch; das Preisgericht wurde von Otto Bartning geleitet.</ref><ref name="WA1954" /> Ab 1950 war Linde als Baudirektor Leiter der staatlichen Bauverwaltung des Bundeslandes Baden in Freiburg im Breisgau, von 1957 bis 1959 Leiter der Hochbauabteilung im Finanzministerium Baden-Württemberg und damit Ministerialdirigent der Landesregierung. Seit 1955 war er Mitglied der Akademie der Künste (bzw. zunächst Akademie der Künste in Berlin (West)). Berufen 1959 wurde er 1960 Professor für Städtebau an der Technischen Hochschule Stuttgart (ab 1967 Universität) und wechselte 1961 in den neu gegründeten Lehrstuhl für Hochschulplanung.<ref name="Spiegel63-02-13" /> Bis zum Ausscheiden aus der staatlichen Bauverwaltung im Jahr 1971 bzw. seiner Emeritierung 1976/77 plante und errichtete er viele öffentliche Gebäude, unter anderem Krankenhäuser, Universitätsgebäude, Schulen, Verwaltungsbauten, Siedlungen und zudem – parallel zum öffentlichen Dienstverhältnis – als freier Architekt<ref name="Spiegel63-02-13" /> auch Kirchen wie die Ludwigskirche in Freiburg.

1953 war Linde im Wettbewerb für den Neubau des Mannheimer Nationaltheaters Mitglied des Preisgerichts, befürwortete den Wettbewerbsbeitrag von Ludwig Mies van der Rohe und beteiligte sich an der Bauhaus-Debatte. Zeigte der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart Mies’schen Einfluss, richtete Linde sein Bauen auch am Brutalismus aus. Bei den wiederaufgebauten Gebäuden verband er das Erbe der vergangenen Jahrhunderte behutsam mit der Vision der Moderne.<ref>Vgl. Universität Stuttgart, Pressemitteilung Nr. 17, 2. April 2012</ref> Moderne Materialien verwendete er in einer skulpturalen und manchmal sogar pittoresken Weise (z. B. Wendeltreppe), bei der Innenraumgestaltung kooperierte er mit Künstlern und Handwerkern. Als Vertreter der Nachkriegsmoderne betrachtete er die Faustregeln der Moderne nicht dogmatisch. Nach seinen Worten von 2012 sei seine Architektur immer funktional gedacht, was dem damaligen Zeitgeist entsprach; eine Selbstverewigung des Architekten durch sein Werk lehnt er als Ziel der Architektur ab.<ref name="tagblatt12-04-03" />

Horst Linde war evangelisch. Mit seiner Ehefrau Elfriede Linde, geborene Jennicke, einer zwölf Jahre jüngeren Journalistin, mit der er in zweiter Ehe seit März 1962 verheiratet war, lebte er in Freiburg in dem Einfamilienhaus in der Schlierbergstraße, das er 1950 für sich entworfen hatte und in dem er starb.<ref name="tagblatt12-04-03" />

Ehrungen und Auszeichnungen

Werk (Auswahl)

Rezeption

Publikationen

  • Hochschulplanung. Beiträge zur Struktur- und Bauplanung. 4 Bände. 1972 ff. ISBN 3-8041-2510-7

Literatur

  • Linde, Horst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 766.

Weblinks

Anmerkungen

<references> <ref name="BuW1948"> Hans Eckstein: Ideenwettbewerb Kaiserstraße Karlsruhe. In: Bauen und Wohnen. Zeitschrift für das gesamte Bauwesen. Nr. 8-9, 1948, S. 206–210. </ref> <ref name="Spiegel63-02-13"> Wohnungsbau: Im Kavaliershaus; Beamte. In: Der Spiegel. Nr. 7, 13. Februar 1963, S. 56 (spiegel.de [abgerufen am 5. April 2012]). </ref> <ref name="tagblatt12-04-03"> Jürgen Ruf: Der Baumeister Baden-Württembergs: Der Architekt Horst Linde feiert seinen 100. Geburtstag. In: tagblatt.de. 3. April 2012, abgerufen am 4. April 2012. </ref> <ref name="Drmedhc"> Verleihung am 24. Juni 1957; 500 Jahre Universität Freiburg; Universität Freiburg: Ehrenpromotion der Medizinischen Fakultät 1957. In: Landesarchiv Baden-Württemberg. Abgerufen am 6. April 2012. </ref> <ref name="Ehrensenator FG"> Ehrensenatoren. In: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Abgerufen am 5. April 2012. </ref> <ref name="Ehrensenator S"> Horst Linde wird Ehrensenator. In: Freiburger Uni-Magazin. Nr. 4, Juli 2004, ISSN 0947-1251, S. 18 (uni-freiburg.de [PDF; 3,1 MB; abgerufen am 3. Juli 2021]). </ref> <ref name="WA1954"> Andreas Feldtkeller, Hans Schädel: Wiederaufbau der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe. In: Karl Krämer (Hrsg.): Architektur-Wettbewerbe. Schriftenreihe für richtungsweisendes Bauen. Nr. 20. Stuttgart 1956. </ref> <ref name="BZ59-03-22"> Annemarie Meckel: „Dieses Haus des Herrn...“ - Die wiedererstandene Weinbrennerkirche in Karlsruhe. In: Gestern und Heute. Beilage der „Badischen Zeitung“. Nr. 12, 22. März 1959, S. 1. </ref> <ref name="SB11-03-15"> Markus Reutter: Bad-Dürrheim: Johanneskirche wird 50 Jahre alt. In: Schwarzwälder Bote. 15. März 2011, abgerufen am 6. April 2012. </ref> <ref name="Michael"> Michaelskapelle Ebersteinburg. In: Evangelische Stadtkirche Baden-Baden. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. März 2012; abgerufen am 5. April 2012. </ref> </references>

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