Fusion Festival
| Fusion Festival Vorlage:Cyrl | |
|---|---|
| Fusion-Schriftzug | |
| Allgemeine Informationen | |
| Ort | Flugplatz Müritz Airpark, Lärz, Deutschland |
| Veranstalter | Kulturkosmos Müritz |
| Website | fusion-festival.de |
| Besucherzahlen | |
| ca. 70.000 Besucher | |
Das Fusion Festival (Aussprache: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />], Vorlage:CyrlS) ist ein deutsches Musikfestival in Mecklenburg-Vorpommern, das mit weiteren kulturellen und künstlerischen Ausdrucksformen wie Theater, Kunstinstallationen und Performance-Kunst kombiniert wird.
Geschichte
Der Vorgänger des Festivals trug den Namen „U-Site-OA“ und fand 1996 mit etwa 800 Gästen statt. Gegründet wurde es von Erik Tannhäuser und seinen Hamburger Freunden.<ref>Erik Tannhäuser. In: eriktannhaeuser.com. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> Allerdings wurde für ihn „das Konzept schließlich untragbar“ und er stieg aus dem Kreis der Organisatoren aus.
Seit 1997 wird das Festival jährlich im Sommer auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Lärz nahe der Müritz ausgerichtet. Inzwischen besuchen an den meist vier Veranstaltungstagen (Donnerstag bis Sonntag) rund 70.000 Menschen das Festival.<ref>Fusion-Festival in Lärz – Gürteltier im Festumzug. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 22. Mai 2018.</ref> Träger des Festivals ist der 1999 gegründete Kulturkosmos Müritz e. V.
Die 26. Ausgabe des Fusion-Festivals fand vom 25. bis 29. Juni 2025 statt. Das nächste Fusion-Festival soll vom 24. bis 28. Juni 2026 stattfinden.
Konzept
Das Ziel der Fusion wird von den Veranstaltern mit dem Begriff „Ferienkommunismus“ beschrieben. Abseits der etablierten Gesellschaft soll eine temporäre Parallelgesellschaft entstehen, die möglichst frei von Zwängen und Kontrollen ist. Nach eigenen Angaben legen die Veranstalter großen Wert auf gegenseitige Toleranz sowie eine umweltschonende und unkommerzielle Ausrichtung des Festivals. Es gibt keine Großsponsoren und keine Werbung auf dem Festivalgelände; auf mediale Berichterstattung wird bewusst verzichtet. Das gastronomische Angebot beschränkt sich ausschließlich auf vegetarische und vegane Speisen. Seit 2014 ist zudem ein Awareness-Team vor Ort.<ref name=":1">Johanna Montanari, Nora Noll: Achtsame Ekstase. In: nd-aktuell.de. Abgerufen am 7. Februar 2023.</ref>
Musik
Das musikalische Programm umfasst nahezu den gesamten Bereich der elektronischen Musik, wie Minimal, Techno, House, Drum and Bass, Dubstep, Breakbeat, Dub, (Progressive) Trance und Goa. Darüber hinaus werden auch Genres wie Hip-Hop, Jazz, Liedermaching, Rock, Punk, Metal, Polka, Ska und Reggae sowie Dancehall, in geringem Umfang auch Klezmer und speziellere Musikrichtungen wie finnischer Tango und andere Live-Musik präsentiert. Ergänzt wird das Angebot durch ein vielfältiges Theater-, Kabarett-, Hörspiel- und Kinoprogramm sowie durch Performances und Live-Installationen.
2010 wurde der Track Frazy von Synapsenkitzler häufig gespielt,<ref>Jakob Buhre: Synapsenkitzler im Interview: „Vielleicht ist es die schräge Ausstrahlung von ‚Frazy‘, die den Zeitgeist trifft.“ In: Planet Interview. 29. Dezember 2010, abgerufen am 18. Juni 2025.</ref> das später von Scooter auf dem Album Music for a Big Night Out gecovert wurde.
Veranstaltungsgelände
Der Flugplatz Lärz wurde bis 1993 von der russischen Armee genutzt und im Jahr darauf für die zivile Nutzung freigegeben. Am 30. April 2003 erwarb der Verein Kulturkosmos Müritz das Gelände.<ref name="Ickert" /> Auf dem Areal befinden sich zwölf ehemalige, mit Rasen überwachsene Flugzeughangars, die als grüne Hügel dem Festivalgelände einen unverwechselbaren Charakter verleihen und auch bei schlechtem Wetter ein vielfältiges Programm ermöglichen. Eine bauliche Trennung zwischen Camping- und Festivalgelände besteht nicht. Nach Angaben des Vereinsvorstands Martin Eulenhaupt mussten die Außenzäune des Geländes verdoppelt werden, nachdem 2013 mehrere tausend Personen ohne Ticket die Zäune überklettert hatten.<ref name="Enders" />
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Blick vom Hangar Richtung Turmbühne, 2014
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Salon de Baile bei Nacht, 2013
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Trancefloor, 2014
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Begehbare Installation, 2015
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Mit dem ÖPNV zum Festival, 2016
Entwicklung
Besucherzahlen
Die Zahl der Tickets für das Fusion Festival ist seit 2010 limitiert, und der Verkauf erfolgt nur noch im Vorverkauf. Seit 2012 werden die Eintrittskarten ausschließlich über ein Losverfahren vergeben. Nach polizeilichen Angaben lag die Besucherzahl auf dem Festivalgelände 2023 zeitweise bei mehr als 80.000. Die Entwicklung der Besucherzahlen stellt sich wie folgt dar:
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Kontroverse um Sicherheitskonzept 2019
Seit 2013 ist für die Genehmigung des Festivals ein Sicherheitskonzept erforderlich. Im Mai 2019 erklärte der Präsident des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Nils Hoffmann-Ritterbusch, das vorgelegte Konzept erfülle die neuen polizeilichen Anforderungen nicht, unter anderem fehle ein ausreichender Flucht- und Rettungswegeplan und eine Polizeiwache auf dem Gelände. Das Angebot der Veranstalter, eine Wache außerhalb des Geländes einzurichten, wurde abgelehnt.<ref name="zeit_2019-05-08" />
Das bereits zwei Monate zuvor erstellte Einsatzkonzept der Polizei für das Festival sah Räumpanzer, Wasserwerfer und bis zu 1000 Beamte mit „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten“ sowie „Technische Maßnahmen Öffnen und Lösen“ vor.<ref name="Spiegel_2019-05-28" /> Die Veranstalter starteten einen Aufruf, den innerhalb weniger Tage über 130.000 Menschen unterzeichneten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erklärung und Aufruf zum Mitzeichnen ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Mai 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: kulturkosmos.de.</ref>
Nachdem Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier vermittelte und die Veranstalter ein neues Sicherheitskonzept vorlegten, wurde das Festival genehmigt. Eine Wache sollte wie in den Vorjahren direkt am Festgelände stationiert werden; die Beamten sollten anlassbezogen ungehindert Zugang auf das Gelände erhalten.<ref name="spiegel_2019-05-29" />
Absage des Festivals 2020 und 2021, Plan:et C
Am 9. April 2020 gaben die Veranstalter bekannt, das für den Sommer geplante Festival aufgrund der COVID-19-Pandemie abzusagen. Nach Veranstalterangaben war das Festival mit rund 70.000 Tickets bereits ausverkauft.<ref>„Fusion“-Festival fällt 2020 wegen Corona-Krise aus. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 9. April 2020.</ref><ref>Auch das „Fusion“-Festival fällt aus. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2020; abgerufen am 9. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Für 2021 wurde geplant, das Fusion Festival auf zwei Wochenenden mit je 35.000 Besuchern aufzuteilen. Jedoch wurden dann die Veranstaltungen im Mai 2021 aufgrund der anhaltenden Pandemie erneut abgesagt.<ref>„Fusion“-Festival wegen Corona erneut abgesagt. Abgerufen am 24. August 2021.</ref> Gleichzeitig mit der Absage gaben die Veranstalter bekannt, dass im Spätsommer ein auf drei Wochenende aufgeteiltes Festival mit je 10.000 Besuchern auf demselben Gelände stattfinden sollte.<ref>Jetzt doch: „Fusion“-Festival soll im Spätsommer stattfinden. Abgerufen am 24. August 2021.</ref> Diese Veranstaltungen trugen den Namen Plan:et C und fanden mit einem zeitlich verkürzten und auf weniger Bühnen reduzierten Programm statt.<ref>Plan:et C. Abgerufen am 24. August 2021.</ref> Zunächst wurde nur der erste Termin vom 20. bis 23. August von den Behörden genehmigt und konnte wie geplant als Plan:et C Alpha durchgeführt werden.<ref>Pangea und Planet C: So verlief das Festival-Wochenende. Abgerufen am 24. August 2021.</ref> In Folge konnten aber auch Plan:et C Beta am 27. bis 29. August sowie Gamma vom 17. bis 19. September 2021 stattfinden.
Defizit nach dem Festival von 2022
Nach der 2022 wieder als Fusion Festival stattgefundenen Veranstaltung meldeten die Organisatoren ein existenzgefährdendes Defizit von etwa 1,5 Millionen Euro. Die Insolvenz konnte jedoch abgewendet werden.<ref>Fusion-Festival: Veranstalter-Verein wendet Insolvenz ab. In: ndr.de. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. Oktober 2022. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Weblinks
- Offizieller Webauftritt
- Jan Freitag: Fusion ist Programm. In: Die Zeit. 25. Juni 2009.
- Literatur über Fusion Festival in der Landesbibliographie MV
- Impressionen bei flickr
Einzelnachweise
<references> <ref name="Ickert"> Johanna Ickert: Der Kulturkosmos Müritz: Sozialkapital, Placemaking und Local Governance als Entwicklungsfaktoren in ländlich-peripheren Regionen Ostdeutschlands. VDM Verlag Dr. Müller, 2009, ISBN 978-3-639-12354-8, S. 168 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online ( vom 14. September 2015 im Internet Archive)). </ref> <ref name="Enders"> Elke Enders: Ohne Karte keine Chance beim Fusion-Festival. In: Nordkurier. 22. Juni 2014, abgerufen am 5. Juli 2014. </ref> <ref name="Ostseezeitung2014">Vanessa Kopp: 70 000 Gäste bei Fusion-Festival. In: Ostsee-Zeitung. 29. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Juli 2014; abgerufen am 5. Juli 2014. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Ostseezeitung2016">Fusion 2016: 70.000 Fans elektronischer Musik in MV. Ostsee-Zeitung, 4. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juli 2016; abgerufen am 30. Juli 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Ostseezeitung2018"> dpa/mv: „Fusion“- gestartet: 70 000 Gäste erwartet. Ostsee-Zeitung, 27. Juni 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. Juli 2018. </ref> <ref name="zeit_2019-05-08"> Frida Thurm: Machtprobe an der Müritz. In: Die Zeit. 8. Mai 2019, abgerufen am 25. Mai 2019. </ref> <ref name="Spiegel_2019-05-28"> Christoph Twickel: Streit über Polizisten beim Fusion-Festival. Ohne Wasserwerfer feiert es sich besser. In: Spiegel Online. 28. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019. </ref> <ref name="spiegel_2019-05-29"> mal/dpa: Nach Streit über Polizisten – Fusion-Festival kann stattfinden. In: Spiegel Online. 29. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2019. </ref> <ref name="newsletter-juli-2022">Fusion Newsletter Juli 2022. 6. August 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. August 2022; abgerufen am 25. April 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
</references>
Koordinaten: 53° 18′ 28,1″ N, 12° 44′ 8,1″ O
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