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Hornhausen

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Hornhausen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1520)&title=Hornhausen 52° 3′ N, 11° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1520) 52° 2′ 50″ N, 11° 10′ 16″ O
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Höhe: 88 m
Fläche: 18,8 km²
Einwohner: 1520 (31. Dez. 2018)<ref>Integriertes Stadtentwicklungskonzept Oschersleben (Bode) 2030 |Die Ortsteile. (PDF; 11,8 MB) Stadt Oschersleben (Bode), S. 8, abgerufen am 7. Juni 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39387
Vorwahl: 03949

Hornhausen ist ein Ortsteil der Stadt Oschersleben (Bode) im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Datei:Halle (Saale), Landesmuseum für Vorgeschichte, das Monument von Hornhausen.jpg
Reiterstein von Hornhausen, 7. Jahrhundert

Geografie

Der Ortsteil im Südwesten der Magdeburger Börde liegt 4 km nordwestlich der Stadt Oschersleben (Bode). Das Gelände fällt hier vom Höhenzug Hohes Holz zum Tal des Großen Bruches um über 100 m ab. Südwestlich von Hornhausen befindet sich ein großflächiges Naturschutzgebiet am Großen Graben, der die Bode mit der Oker verbindet.

Geschichte

Datei:Hornhausen Heilquellen.jpg
Dorfansicht von 1646

Der Ort wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert gegründet, aber erst 1072 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Eine stilisierte Darstellung des Reitersteins von Hornhausen aus dem 7. Jahrhundert ist das Logo des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalts in Halle (Saale).<ref>Reinhold Andert: Der Reiterstein von Hornhausen. In: Der fränkische Reiter, Dingsda-Verlag Querfurt, Leipzig 2006, ISBN 3-928498-92-4, S. 238ff.</ref> Seit 2007 führt diesen auch der seiner Zeit neu zusammengeschlossene Landkreis Börde.

Frühe Neuzeit

1646 erregte die Nachricht Aufsehen, dass in Hornhausen Heilquellen entdeckt worden seien.<ref>Continuation und weiterer Bericht/ Von den Wunderbaren Heil-Brunnen/ zu Hornhausen. Darbey wie selbiger seinen Ursprung genommen und offenbar worden ... und nunmehr sechs Brunnen verhanden. 1646 (Digitalisat).</ref> Binnen eines halben Jahres, von August 1646 bis Januar 1647, zog der „Gesundbrunnen“ 2405 namentlich bekannte Gäste an.<ref>Heinrich Andreas Pröhle: Chronik von Hornhausen. Mit besonderer Berücksichtigung der dortigen zur Zeit des dreißigjährigen Krieges berühmten Gesundbrunnen. Verlag von C. H. Häniche, Oschersleben 1850, S. 101.</ref> Aus Hornhausen wurde „Bad Hornhausen“. Einer der ersten Gäste war Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Im August 1646 traf er sich in Hornhausen mit seiner Tante Elisabeth Stuart, um seine Hochzeit mit Luise Henriette von Oranien einzufädeln.<ref>Barbara Beuys: Der große Kurfürst. Der Mann, der Preußen schuf. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1979, ISBN 3-498-00456-5, S. 57.</ref>

Ein weiterer Gast im selben Jahr war Matthäus Merian, der das berühmt gewordene Dorf in seinem zeitgeschichtlichen Sammelwerk „Theatrum Europaeum“ nicht übergehen konnte. Für Band 5 fertigte er eine Dorfansicht als Kupferstich. Diese Kupfertafel von 1646 ist von kulturgeschichtlicher Bedeutung, denn sie zeigt die weltweit erste gedruckte bildliche Darstellung einer Buchhändlerin mit einem Bücherstand.

20. Jahrhundert

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Hornhausen mit der Landgemeinde Hornhausen vereinigt.<ref>Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg 1928, S. 203.</ref>

Die Bahnlinie Oschersleben–Gunsleben, die südlich an Hornhausen vorbeiführte, wurde am 1. Juli 1997 stillgelegt. Eine zweite Bahnlinie durch Hornhausen war die Oschersleben-Schöninger Eisenbahn (OSE), die – ab 1947 durch die innerdeutsche Grenze unterbrochen – bis 1969 von Oschersleben über Hornhausen nach Hötensleben führte.

Eingemeindung

Hornhausen wurde am 1. Juli 2009 nach Oschersleben (Bode) eingemeindet.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Hornhausen Kirche ev.JPG
St.-Stephani-Kirche
Datei:Hornhausen Kirche kath.jpg
Heilig-Kreuz-Kirche (2010)
  • Schloss Hornhausen mit Schlosspark
  • Reiterstein von Hornhausen (Kopie am Turm von St. Stephani, Original im Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle)
  • Geburtshaus von Wilhelm Bode
  • Flächennaturdenkmal „Sandgrube vor den Togen“
  • Badstraße mit Gasthof (Ort der einstigen Heilquellen)
  • Großes Bruch

Gedenkstätten

Kirchen

  • Die evangelische Kirche „St. Stephani“ an der Kirchstraße erhielt ihre heutige Gestalt 1884–1885. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Egeln der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
  • Die katholische Kirche „Heiliges Kreuz“ befand sich am Westrand der Ortschaft. Nachdem sich eine Kirchengemeinde aus Heimatvertriebenen gebildet hatte, erfolgte 1957 die Grundsteinlegung für den Umbau einer Scheune zur Kirche, am 28. September des gleichen Jahres wurde sie eingeweiht. Auch ein kleiner, kreuzbekrönter Dachreiter mit einer Glocke sowie im Innenraum eine Empore wurden errichtet. Zuvor wurde die evangelische Kirche mitbenutzt. Zuletzt gehörte die Kirche „Heiliges Kreuz“ zur Pfarrei „St. Marien“ mit Sitz in Oschersleben, wurde in den letzten Jahren jedoch kaum noch genutzt. Im Jahre 2012 wurde sie profaniert und verkauft.<ref>Katholische Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei, abgerufen am 18. November 2017; Historische Bilder der katholischen Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei, abgerufen am 18. November 2017.</ref> Heute wird das Gebäude von einem 2019 gegründeten Landmaschinenhändler genutzt.

Verkehrsanbindung

Über die Bundesstraße 246 ist der Ortsteil mit der Stadt Oschersleben (Bode) und der Bundesstraße 245 verbunden, weitere Straßenverbindungen führen in die Nachbargemeinden Hamersleben, Ausleben und Wulferstedt.
Die Bahnstrecke Oschersleben–Schöningen ist stillgelegt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Heinrich Andreas Pröhle: Chronik von Hornhausen. Mit besonderer Berücksichtigung der dortigen zur Zeit des dreißigjährigen Krieges berühmten Gesundbrunnen. Ein Beitrag zur Niedersächsischen Geschichtschreibung. Verlag von C. H. Häniche, Oschersleben 1850 (Digitalisat).

Weblinks

Commons: Hornhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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