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Rotschulterente

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Rotschulterente
Datei:Callonetta leucophrys, Camobi, Santa Maria, Rio Grande do Sul, Brazil 418246280.jpg

Rotschulterenten, Pärchen

Systematik
Klasse: Vögel (Avers)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Gattung: Callonetta
Art: Rotschulterente
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Callonetta
Delacour, 1936
Wissenschaftlicher Name der Art
Callonetta leucophrys
(Vieillot, 1816)
Datei:Callonetta leucophrys MHNT.ZOO.2010.11.17.6.jpg
Eier der Rotschulterente
Datei:Küken der Rotschulterente.JPG
Männliches Küken

Die Rotschulterente (Callonetta leucophrys) ist eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae).

Erscheinungsbild

Die Männchen sind ohne individuelle Farbvariationen. Bei den Weibchen dagegen ist die helle Gesichtszeichnung leicht variabel.

Die Mauser der Rotschulterenten beginnt mit dem Abwurf der Schwingenfedern. Danach folgt der Wechsel des Kleingefieders und der Steuerfedern. Mauserbeginn ist am Ende der Fortpflanzungsperiode.<ref> Kolbe, S. 188.</ref>

Die Küken haben eine dunkelgraue Kopfplatte. Ebenfalls dunkelgrau ist der hintere Halssaum, ein Augenstreif sowie die gesamte Oberseite. Das Gesicht und die Körperunterseite sind silberweiß. Jeweils zwei silberweiße Flecken finden sich auch auf dem Rücken. Der Schnabel und die Füße sind schwarz.

Lebensraum und Bestand

Datei:Callonetta leucophrys map.svg
Das Verbreitungsgebiet der Rotschulterente

Die Rotschulterente lebt in Sümpfen und Seen der bewaldeten Savannenlandschaften Südamerikas. Sie bevorzugt die nahrungsreichen Überschwemmungsgebiete der Flüsse, meidet hingegen die Gewässer der Regenwälder und Flüsse mit Steilufern.

In Mitteleuropa wird sie gelegentlich beobachtet. Dabei handelt es sich jedoch immer um Gefangenschaftsflüchtlinge. 1998 gab es in Nordrhein-Westfalen ein brütendes Paar, das sechs Jungvögel aufzog, von denen aber keines flügge wurde. In der Region Genf wurde 1999 ein Paar mit einem Jungvogel beobachtet.<ref>Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg.): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2, S. 120.</ref>

Die IUCN beziffert den Gesamtbestand der Rotschulterente auf 10.000 bis 100.000 Tiere, wobei die Vorkommen auf relativ kleine Gebiete begrenzt sind, in denen dann aber Ansammlungen von 1000 Tieren keine Seltenheit darstellen. Die Art gilt als ungefährdet.

Systematik

Die Art ist monotypisch innerhalb der ebenfalls monotypischen Gattung Callonetta. Sie wird in die Unterfamilie Anatinae gestellt und ist die Schwesterart der in den Anden vorkommenden Sturzbachente (Merganetta armata).<ref name="Sun etal 2017" />

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Rotschulterente erfolgte 1816 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Anas leucophrys. Vieillot bezog sich auf den Trivialnamen Pato del ceja blanca<ref name="azara450">Félix de Azara (1805), S. 453–455.</ref> den Félix de Azara 1805 in seinem Werk Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata verwendete. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an.<ref name="vieillot156">Louis Pierre Vieillot (1816), S. 156.</ref> 1936 führte Jean Théodore Delacour die für die Wissenschaft neue Gattung Callonetta für die Rotschulterente ein.<ref name="delacour369">Jean Théodore Delacour (1936), S. 369.</ref> Dieser Begriff hat seinen Ursprung in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>Callonetta The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Der Artname leucophrys ist ein Wortgebilde aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>leucophrys The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref> Alfred Laubmann sah in seinem Werk Die Vögel von Paraguay in Anas torquata <templatestyles src="Person/styles.css" />Vieillot, 1816<ref name="vieillot110">Louis Pierre Vieillot (1816), S. 110.</ref> für Pato del collar negro<ref name="azara452">Félix de Azara (1805), S. 452–453.</ref> ein Synonym zur Nominatform. Allerdings erwähnt er, dass der Name bereits durch Samuel Gottlieb Gmelin als Anas torquata belegt war.<ref name="gmelin179">Samuel Gottlieb Gmelin (1774), S. 179.</ref> Laubmann standen für seine Analysen sieben Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970) und Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) bei der „Gran-Chaco-Expedition“, zur Verfügung. Er betrachtet die Art als weit verbreitet in Paraguay.<ref name="laubmann71">Alfred Laubmann (1939), S. 71–72.</ref> Torquata hat seinen Ursprung in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref>torquata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling</ref>

Belege

Literatur

  • Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 3. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1805 (biodiversitylibrary.org).
  • Jean Théodore Delacour: Note sur la classification des Anatides. In: L'Oiseau et la Revue francaise d'ornithologie (= Nouvelle Série. Band 6). 1936, S. 366–379 (biodiversitylibrary.org).
  • Samuel Gottlieb Gmelin: Reise durch Rußland zur Untersuchung der drey Natur-Reiche. Reise von Tscherkask nach Astrachan und dem Aufenthalt in dieser Stadt: Von dem Anfang des Augusts 1769. bis zum fünften Junius 1770. Band 2. Kaiserliche Academie der Wissenschaft, St. Petersburg 1774 (digitale-sammlungen.de).
  • Janet Kear (Hrsg.): Ducks, Geese and Swans. Band 2. Oxford University Press, Oxford, New York 2005, ISBN 0-19-854645-9 (google.de).
  • Hartmut Kolbe: Die Entenvögel der Welt. Ulmer Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-7442-1.
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 1. Strecker und Schröder, Stuttgart 1939, S. 71 (google.de).
  • Louis Pierre Vieillot: Nouveau dictionnaire d'histoire naturelle, appliquée aux arts, à l'agriculture, à l'économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Par une société de naturalistes et d'agriculteurs. Band 5. Deterville, Paris 1816 (biodiversitylibrary.org).

Einzelnachweise

<references> <ref name="Sun etal 2017"> Zhonglou Sun, Tao Pan, Chaochao Hu, Lu Sun, Hengwu Ding, Hui Wang, Chenling Zhang, Hong Jin, Qing Chang, Xianzhao Kan, Baowei Zhang: Rapid and recent diversification patterns in Anseriformes birds: Inferred from molecular phylogeny and diversification analyses. PLOS One, September 2017, doi: 10.1371/journal.pone.0184529</ref> </references>

Weblinks

Commons: Rotschulterente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien