Semtex
Semtex ist der Handelsname eines Plastiksprengstoffs<ref name="Explosivstoffe">J. Köhler, R. Meyer, A. Homburg: Explosivstoffe. 10., vollständig überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7, S. 264.</ref>, der außer bei kommerziellen Sprengungen auch zu militärischen Zwecken eingesetzt wird. Industriell hergestelltes Semtex muss in den meisten Staaten gemäß Montrealer Übereinkommen<ref>BGBl. III Nr. 135/1999</ref> mit Markierungsstoffen versetzt werden, die das Auffinden des Sprengstoffes durch Hunde und Sprengstoffdetektoren ermöglichen.
Erfunden wurde Semtex 1966 von Stanislav Brebera, einem Chemiker der VCHZ Synthesia. Erstmals hergestellt wurde der Sprengstoff von der Firma Semtin Glassworks in der Tschechoslowakei (später VCHZ Synthesia, heute Explosia). Benannt ist Semtex nach Semtín, einer Vorstadt von Pardubice in Ostböhmen.
In den 1970er-Jahren exportierte die Tschechoslowakei Semtex unter anderem nach Libyen, von wo es in die Hände der IRA und palästinensischer Terrorgruppen gelangte. Bei mehreren Terrorangriffen, darunter die Flugzeug-Anschläge von Lockerbie 1988 und im Niger 1989 kam Semtex zum Einsatz.<ref>BEGEHRTE KNETE AUS BÖHMEN. In: Der Spiegel. 7. November 1993, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. März 2026]).</ref>
Zusammensetzung
Semtex besteht zu großen Teilen aus Nitropenta und Hexogen, der Rest ist mit Styrol-Butadien-Kautschuk eingedicktes Mineralöl. Die Anteile an Nitropenta und Hexogen variieren dabei. Der Sprengstoff wird heutzutage mit Markern versehen, um eine Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
| Semtex H<ref>explosia.cz: Trhaviny pro zvláštní použití Sicherheitsdatenblätter der Sprengstoffe Semtex 1A und Semtex 1H (tschechisch)</ref> | Semtex A | Semtex 10 | |
|---|---|---|---|
| Nitropenta | 50 % | 83 % | 86 % |
| Hexogen | 35 % | 0 % | 0 % |
| Detonationsgeschwindigkeit<ref>explosia.cz: Trhaviny pro zvláštní použití Datentabelle der Sprengstoffe der Semtex-Reihe (tschechisch)</ref> | 7400 m/s | 7200 m/s | Version 2017-01-01. All rights reserved. Specifications in this Explosives Catalog are subject to change without notice.
Explosia a.s. Semtín 107 530 02 Pardubice Czech Republic: Explsives Catalog. In: https://explosia.cz. Explosia a.s., 1. Januar 2017, abgerufen am 16. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Farbstoff | Sudan I (gelb/ocker) | Sudan IV (scharlachrot) | Schwarz |
| Weichmacher | Mineralöl | ||
| Binder | Styrol-Butadien-Kautschuk<ref>Elbeih, A. et al.: Effect of Different Polymeric Matrices on Some Properties of Plastic Bonded Explosives. Propellants, Explosives, Pyrotechnics. 37, 6; 676-684. Wiley-VCH, 2012. doi:10.1002/prep.201200018.</ref> | ||
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />