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Cannon Fodder

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Cannon Fodder [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈkænən ˈfɒdəʳ] (engl. für Kanonenfutter) ist ein Echtzeit-Taktikspiel vom englischen Softwarehersteller Sensible Software für den Heimcomputer Commodore Amiga, das ab 1993 von Virgin Interactive vertrieben wurde. Die Spielmechanik kombiniert Elemente eines Shoot ’em ups mit strategischen Elementen.

Mit Cannon Fodder 2 erschien ein Jahr später ein Nachfolger. 2012 erschien Cannon Fodder 3 für Microsoft Windows und Xbox 360 in 3D-Grafik.

Spielinhalt

Ein Squad von Soldaten wird aus einer isometrischen Ansicht in Echtzeit über Schlachtfelder gesteuert. Jeder Soldat hat nur einen Trefferpunkt. Das an Shoot ’em ups angelehnte Spiel erhält dadurch eine strategische Komponente. Soldaten können im Spielverlauf im Rang aufsteigen, wodurch sie stärker werden. Jeder Soldat erhält von dem Spiel einen einzigartigen Namen und erhält bei Ableben einen individualisierten Grabstein.<ref>Dominik Pache: Runter vom Index! Diese Spiele wurden 2019 de-indiziert. In: PC Games. 30. Dezember 2019, abgerufen am 10. Juli 2022.</ref>

Versionen

Im Jahr 1993 auf dem Heimcomputer Amiga veröffentlicht, erschien es auch auf Atari ST, Atari Jaguar, Acorn Archimedes, MS-DOS, Sega Mega Drive und Super Nintendo Entertainment System.

Im Jahr 2000 erschien eine Fassung für den Game Boy Color von Codemasters, die von der USK ab 12 Jahren eingestuft wurde.<ref>Cannon Fodder. Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, abgerufen am 10. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mit Open Fodder existiert eine Open Source Portierung für OpenBSD, RetroPie und zahlreiche Linux-Distributionen.<ref>Liam Dawe: Open Fodder, the open source game engine for Cannon Fodder has a new release, 2. Januar 2020</ref>

Rezeption

Wertungsspiegel
PublikationWertung
AmigaDOSJaguarMega Drive
ASM10/12<ref name="ASM">Jürgen Borngießer: ...und Friede auf Erden! In: Aktueller Software Markt. März 1994, S. 62 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Amiga Joker85 %<ref name="Amiga Joker">Max Magenauer: Cannonfodder. In: Amiga Joker. Dezember 1993, S. 16 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Mega Fun73 %<ref name="MegaFun Jaguar">Markus Appel, Philipp Noak: Cannon Fodder. In: Mega Fun. April 1995, S. 94 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>75 %<ref name="MegaFun Sega MegaDrive">Philipp Noak, Stephan Girlich: Cannon Fodder. In: Mega Fun. Februar 1995, S. 98–99 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
PC Joker83 %<ref name="PC Joker">Max Magenauer: Cannonfodder Prost Mahlzeit. In: PC Joker. April 1994, S. 66 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
PC Player75 %<ref name="PC Player">Heinrich Lenhardt, Boris Schneider: Cannon Fodder. In: PC Player. April 1994, S. 48–49 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Power Play82 %<ref name="PowerPlay">Knut Gollert: Cannonfodder. In: Power Play. Januar 1994, S. 48–49 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>

Die intuitiv beherrschbare Steuerung, dramatische Soundbegleitung, abwechslungsreiche, gut animierte und sehr übersichtliche Grafik machen Cannon Fodder spielerisch wertvoll. Die blutige Darstellung des kriegerischen Alltags samt Überdosis pechschwarzen Humor sei vermutlich ein Fall für die Bundesprüfstelle.<ref name="Amiga Joker"/> Es handele sich um eine knallharte Kriegspersiflage. Das Spielprinzip wirke auf den ersten Blick mager, werde jedoch durch neue Spielelemente ständig komplizierter. Die Brutalität sei mit Lemmings vergleichbar.<ref name="PowerPlay"/> Die Darstellung der Figuren erinnere an Sensible Soccer, das Spielprinzip an Syndicate. Die gezielte Geschmacklosigkeit sei ehrlicher und weniger gefährlich als die Darstellung von Feindbildern in ernsthaften Militärsimulationen.<ref name="PC Player"/> Das Spiel sei eindeutig Satire. Es sei sarkastisch und zynisch, für Kinder völlig ungeeignet.<ref name="ASM"/> Die Altersempfehlung des Herstellers betrage ab 15 Jahren. Auch ohne Splattereffekte wäre das Spiel ohne große Abstriche umsetzbar gewesen. Einzelne Missionen seien überlegt in Szene gesetzt, der Schwierigkeitsgrad steige stetig und die Aufmachung sei perfekt auf den Spielkern zugeschnitten.<ref name="MegaFun Sega MegaDrive"/> Die Portierung auf den Atari Jaguar bleibe unter den Erwartungen zurück. Die Grafiken wurden bis auf die Levelzwischenbilder im Zustand der 8-Bit-Fassung belassen. Das Spielprinzip sei jedoch weiterhin unverwüstlich.<ref name="MegaFun Jaguar"/>

Kontroverse

Im Jahr des Erscheinens wurde der erste Teil in Deutschland mit Ausnahme der Game-Boy-Color-Version aufgrund seiner Gewaltdarstellung indiziert.<ref>Tobias Hildesheim: Akte BPjM - Cannon Fodder. In: MAN!AC. 6. November 2016, abgerufen am 28. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2019 wurde die Indizierung schließlich wieder aufgehoben.<ref name="Schnittberichte">Indizierungen Juli 2019. In: Schnittberichte.com. 28. Juli 2019, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref>

Die Royal British Legion hat sich offiziell gegen das Spiel ausgesprochen und Spieler dazu aufgefordert, dieses Spiel nicht zu kaufen. Das Titelbild des Spiels wird von einer Mohnblüte geziert, die im Vereinigten Königreich als Symbol für Gefallene und Veteranen gilt, was als extreme Entehrung des Soldatentums wahrgenommen wurde. Auf Wunsch des Publishers Virgin Interactive verschwand das Veteranensymbol tatsächlich von der Verpackung des Spiels.<ref>Retro Gamer Spezial 1/2016: Das Erste Jahrbuch. Heise Medien & Co. KG, 2015, ISBN 978-3-95788-068-0, S. 35.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />