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Krabbelgruppe

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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein Krabbelgruppe bezeichnet in Deutschland verschiedene Formen früher Kinderbetreuung und Eltern-Kind-Angebote.<ref>Krabbelgruppen. In: Familienportal NRW. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>

Zum einen versteht man darunter offene oder angeleitete Eltern-Kind-Gruppen, die von Eltern gemeinsam mit ihren Kleinkindern besucht werden. Solche Angebote werden häufig von Familienzentren, Kirchengemeinden, Bürgerhäusern oder medizinisch-therapeutischen Einrichtungen organisiert und haben teilweise thematische Schwerpunkte wie Bewegung, Musik oder Spiel.<ref>Eltern-Kind-Gruppen – Frühe Hilfen. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> Bekannte Konzepte sind etwa die PEKiP-Gruppen (Prager-Eltern-Kind-Programm).<ref>Das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP). In: PEKiP-Verein Deutschland. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> Ziel dieser Angebote ist die Förderung der kindlichen Entwicklung sowie der sozialen Kontakte zwischen Familien. Sie geben Eltern Anregungen für den Umgang mit ihren Kindern.

Zum anderen bezeichnet der Begriff Krabbelgruppe oder Krabbelstube Einrichtungen der Kindertagesbetreuung für Kinder im Alter von etwa einem bis drei Jahren. Diese Gruppen werden von pädagogischen Fachkräften geleitet; Eltern sind in der Regel nur während der Eingewöhnungsphase (siehe Frühpädagogik) anwesend.<ref>Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren. In: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> Häufig sind solche Gruppen organisatorisch an bestehende Kindertagesstätten angeschlossen.

Mitunter wird der Begriff auch verwendet, um sich von der als veraltet oder negativ empfundenen Bezeichnung Kinderkrippe abzugrenzen.<ref>Von der Krippe zur Kita – Begriffsgeschichte. In: Kindergartenpädagogik.de. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>

Historisch herrschte insbesondere in Westdeutschland lange die Auffassung, Kleinkinder sollten überwiegend von ihren Müttern betreut werden und Gruppenbetreuung könne die Entwicklung beeinträchtigen.<ref>Familienpolitik im historischen Vergleich. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> Seit den 1990er-Jahren haben sich – beeinflusst durch internationale Forschungsergebnisse und die Erfahrungen nach der deutschen Wiedervereinigung – differenziertere Sichtweisen durchgesetzt. Fachleute wie Lieselotte Ahnert betonen, dass die Auswirkungen früher Gruppenbetreuung von der pädagogischen Qualität des Angebots abhängen.<ref>Lieselotte Ahnert: Bindung und Exploration in der frühen Kindheit. In: Frühe Bildung. 2012, S. 4–12.</ref> Der Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren dient heute sowohl der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch der Förderung von Bildungschancen und sozialer Teilhabe im frühen Kindesalter.<ref>Kinderbetreuung von 0 bis 3 Jahren. In: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>

Weblinks

Literatur

  • Lieselotte Ahnert: Bindung und Exploration in der frühen Kindheit. In: Frühe Bildung, 2012.
  • Antje Bostelmann: Krabbelgruppen leiten – Praxisideen für Eltern-Kind-Gruppen. Verlag an der Ruhr, 2015.

Einzelnachweise

<references />