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Oberlahnstein

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Oberlahnstein
Stadt Lahnstein
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Oberlahnstein 50° 18′ N, 7° 36′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 18′ 2″ N, 7° 36′ 26″ O
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Höhe: 75 m ü. NN
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 56112
Vorwahl: 02621
Oberlahnstein (Rheinland-Pfalz)
Oberlahnstein (Rheinland-Pfalz)
Lage von Oberlahnstein in Rheinland-Pfalz

Oberlahnstein ist ein Stadtteil von Lahnstein im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Bis 1969 war der Ort eine selbständige kreisangehörige Stadt.

Lage

Oberlahnstein liegt auf der rechten Rheinseite und auf der linken Seite der Lahn, an der Mündung der Lahn in den Rhein.

Geschichte

Die erste Aufzeichnung über Oberlahnstein entsteht als um 900 der fränkische Salhof an Kurmainz übertragen wurde.

Seit 1226 erbaute der Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein Burg Lahneck zum Schutz seines Gebietes an der Lahnmündung, wo der Ort Oberlahnstein und die Silbermine, die sich seit 1220 in Friedrichssegen befand, an Kurmainz gekommen waren. Die erste Erwähnung eines Burggrafen auf der Burg war 1245.

Anfang 1258 übergab der Deutsche Orden die Abgaben seiner Besitzungen, sogenannte Zehnten, an andere Landesherren ab, darunter den Erzbischof zu Mainz, den Heinrich Heiden und die Mönche von Selichinstait.<ref>Vorlage:Monasterium</ref> 1286 hielt die Deutschordenskommende zu Koblenz weiterhin Besitztümer, die regelmäßig verzinst wurden.<ref>Vorlage:Monasterium</ref>

Als Versprechen zu seiner Wahl zum deutschen Kaiser äußerte Graf Heinrich VII. von Luxemburg, dass er dem Mainzer Erzbischof die in Boppard aufgehobene Zollrechte an anderer Stelle wieder einsetzt. In diesem Zuge wurde die Martinsburg Anfang des 14. Jahrhunderts als Stützpunkt zur Wahrnehmung der Mainzer Zollrechte am Rhein errichtet.<ref>Vorlage:Monasterium</ref> König Ludwig IV. der Bayer verlieh 1324 Loynstein, dem heutigen Oberlahnstein, damals zu Kurmainz gehörend,<ref name=":02">Stadt Lahnstein: Vor 700 Jahren erhielt Oberlahnstein Stadtrechte. Abgerufen am 21. Januar 2024.</ref> die Stadtrechte, gleichzeitig wurde mit dem Bau der Stadtbefestigung begonnen. Während der Mainzer Stiftsfehde 1461/1462 fielen Burg Lahneck und Oberlahnstein zeitweise an Kurtrier, nachdem 1462 Koblenzer und Trierer Truppen Oberlahnstein angegriffen hatten.

Das Alte Rathaus von Oberlahnstein wurde erstmals 1507 erwähnt. Die Pest brach 1542 in Lahnstein aus. 1569 wurde zwischen Ober- und Niederlahnstein eine Fährlinie über die Lahn errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Stadtteile mehrfach durch schwedische, kaiserliche, französische und hessische Truppen besetzt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde Burg Lahneck durch französische Truppen zerstört, indem die Dächer in Brand geschossen wurden.

Während der Koalitionskriege wurden Ober- und Niederlahnstein zwischen 1795 und 1800 wechselweise von österreichischen, preußischen, französischen und russischen Truppen besetzt. Oberlahnstein bildete mit der Burg Lahneck die nördlichste Exklave des Kurfürstentums Mainz. Nachdem sich die Franzosen im Frieden von Lunéville vom rechten Rheinufer zurückgezogen hatten, fielen beide Lahnstein zunächst durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an Nassau-Usingen und dann 1806 an das neu geschaffene Herzogtum Nassau. Kirchlich gehörte Oberlahnstein bis zur Herauslösung und Integrierung in das neugegründete Bistum Limburg nach 1803 zum Erzbistum Trier.

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Oberlahnstein um 1840

1852 begann der Wiederaufbau von Burg Lahneck. Ein erster Streckenabschnitt der Lahntalbahn von Oberlahnstein bis Bad Ems wurde am 1. Juli 1858 eröffnet. Am 11. August 1856 wurde das erste Teilstück der Nassauischen Rheinbahn von Wiesbaden nach Rüdesheim eröffnet. Wegen der schwierigen Bauarbeiten wurde die Strecke erst am 22. Februar 1862 bis Oberlahnstein und am 3. Juni 1864, nachdem seit 1862 die erste Eisenbahnbrücke über die Lahn erbaut wurde, bis Niederlahnstein verlängert. Im 19. Jahrhundert, in nassauischer Zeit, wurde es als Endpunkt der Nassauischen Rheinbahn von Wiesbaden und der Lahntalbahn von Wetzlar ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.

Datei:Tombleson Oberlanstein.jpg
Ansicht von Oberlahnstein um 1840 (Stahlstich von William Tombleson)

Nachdem das Herzogtum Nassau den Deutschen Krieg 1866 an der Seite Österreichs verloren hatte, wurde es von Preußen annektiert. Das nun preußische Lahnstein begann bis 1869 mit den Arbeiten zum Anschluss seiner Eisenbahn an die preußische Rechte Rheinstrecke. Die wichtige Funktion Oberlahnsteins wurde mit der Übernahme der Nassauischen Staatsbahn durch Preußen nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 weitestgehend auf die Bahnhöfe Niederlahnstein und Koblenz Hbf übertragen.

Seit 1873 verbindet eine Straßenbrücke über die Lahn die heutigen Stadtteile Ober- und Niederlahnstein. Die Brücke, die zuletzt 1997 durch einen Neubau ersetzt wurde, erhielt 2008 den Namen Rudi-Geil-Brücke nach dem Lahnsteiner Politiker Rudi Geil.

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Oberlahnstein 1910

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden beide Lahnsteins im Rahmen der Rheinlandbesetzung zwischen 1918 und 1929 von französischen Truppen besetzt. In der Reichspogromnacht von 1938 wurde in Oberlahnstein die Synagoge zerstört. Im Zweiten Weltkrieg war Lahnstein 1944 und 1945 Ziel alliierter Luftangriffe.

Nach dem Krieg kommen sowohl Ober- als auch Niederlahnstein 1946 an das damals neu gegründete Land Rheinland-Pfalz. 1957 wurde an der Lahn die Staustufe fertiggestellt.

Am 7. Juni 1969 wurde Oberlahnstein (mit Friedrichssegen) mit der Nachbarstadt Niederlahnstein zur Großen kreisangehörigen Stadt Lahnstein vereinigt.<ref name="GV2006p183">Vorlage:GemeindeverzeichnisRP/lang</ref>

Heute gehören die römisch-katholischen Einwohner Oberlahnsteins zum Bistum Limburg, die evangelischen Einwohner zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Namensentwicklung

Um 1230 wurde Oberlahnstein „Hoverlonstein“ bezeichnet, wobei der Name „superior Lonstein“ um 1255 auch Bedeutung fand. Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich der Name zu Oberloinstein weiter.<ref>Günter Christ: Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte. Band 2. Würzburg 1997, S. 288–292.</ref>

Wappen und Flagge

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen von Oberlahnstein]] Blasonierung: „In Rot zwei pfahlweise sechsspeichige silberne Räder, über ein silbernes Tatzenkreuz verbunden.“
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1908 vom preußischen Staatsministerium verliehen. Das Doppelrad mit dem verbindenden Tatzenkreuz ist eine Variation des alten Mainzer Wappens und symbolisiert die jahrhundertelange Zugehörigkeit zu Kurmainz.
Datei:Flagge Oberlahnstein.svg 00Hissflagge: „Die Flagge ist rot-weiß quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Infrastruktur

Der Bahnhof Oberlahnstein liegt an der rechten Rheinstrecke. Früher zweigte hier die Lahntalbahn ab. Die Nassauische Kleinbahn hatte mit dem Bahnhof Oberlahnstein Kleinbahnhof einen eigenen Bahnhof.

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 42.

Seit 1873 verbindet eine Straßenbrücke die beiden Stadtteile Nieder- und Oberlahnstein, die 1997 erneuerte Brücke erhielt 2008 den Namen Rudi-Geil-Brücke.

Oberlahnstein besitzt einen zur Lahn hin geöffnetem Hafen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbundene Personen

Ehrenbürger

Dokumente

Literatur

  • Fritz Michel: Geschichte der Stadt Oberlahnstein. Oberlahnstein 1960

Weblinks

Commons: Oberlahnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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