Philippe Morillon
Philippe Morillon (* 24. Oktober 1935 in Casablanca, Französisch-Marokko; † 29. Januar 2026 in Saumur, Maine-et-Loire<ref>Chef d'état-major de l'armée de Terre: L’armée de Terre a appris avec tristesse le décès du général Philippe Morillon. In: X. 29. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein französischer Politiker und Heeresoffizier im Rang eines Général d’armée (Fünf-Sterne-General). Er war von 1999 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments der UDF bzw. MoDem.
Militärkarriere
Morillon absolvierte 1956 die Militärschule Saint-Cyr. Als Unterleutnant diente er anschließend im Algerienkrieg. Er schloss 1964 die Hochschule für Elektrotechnik Supélec und 1974 die Heeresstabsschule ab. Von 1980 bis 1982 kommandierte er das 1er régiment de cuirassiers, ein Panzerregiment, das im saarländischen St. Wendel stationiert war. Von 1984 bis 1986 war er Militärexperte der französischen Nationalversammlung.
Von 1992 bis 1993 war Morillon Kommandant der Streitkräfte der Vereinten Nationen in Bosnien, der UNPROFOR<ref>Die militärischen Handlungsschemata der Konfliktparteien im ehemaligen Jugoslawien 1995 bis zum Friedensvertrag von Dayton (PDF-Datei; 2,3 MB), Dissertation von Raphael Draschtak. Seite 120</ref>. Er reiste im März 1993 in die mehrheitlich von muslimischen Bosniaken bewohnte, von Serben belagerte ostbosnische Enklave Srebrenica, hisste dort die blaue UN-Flagge und erklärte die Stadt symbolisch zur UN-Schutzzone (siehe auch: Massaker von Srebrenica). Morillon hat sich trotz dieser Ereignisse auch sehr negativ zu den Verletzungen der Genfer Konventionen durch die bosnische Armee unter der Führung von Naser Orić geäußert.
Von 1994 bis 1996 war Morillon Kommandeur der Schnellen Eingreiftruppe (FAR) des französischen Heeres. Morillon beendete seinen aktiven Militärdienst 1997.
Politische Karriere
Von 1999 bis 2009 war Morillon Mitglied des Europäischen Parlaments für die bürgerliche Mitte-Partei Union pour la démocratie française (UDF) bzw. nach deren Spaltung 2007 für das Mouvement démocrate (MoDem). In der Legislaturperiode 1999–2004 gehörte er der christdemokratischen EVP-ED-Fraktion an und war 2002–04 Mitglied des Fraktionsvorstands. Zudem war er von 2002 bis 2004 Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu der Parlamentarischen Versammlung der NATO.
Morillon führte bei der Europawahl 2004 die Liste der UDF im Wahlbezirk Westfrankreich (Bretagne, Pays de la Loire, Poitou-Charentes). Anschließend gehörte er dem Fraktionsvorstand der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) an und war Vorsitzender des Ausschusses für Fischerei des Europäischen Parlaments, ab 2007 zusätzlich stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu Afghanistan. Zudem gehörte Morillon dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten an und war Delegierter in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU sowie in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Mittelmeer.
Morillon war Vorsitzender der Vereinigung L’envol pour les enfants européens.
Weblinks
- Philippe Morillon in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
- VoteWatch.eu: Abstimmungsverhalten von Philippe Morillon im Europäischen Parlament (auf Englisch)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Morillon, Philippe |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Politiker, MdEP und General |
| GEBURTSDATUM | 24. Oktober 1935 |
| GEBURTSORT | Casablanca, Marokko |
| STERBEDATUM | 29. Januar 2026 |
| STERBEORT | Saumur, Frankreich |
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