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Blindenbibliothek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Juli 2025 um 08:19 Uhr durch ~2025-22624-1 (Diskussion) (Geschichte: Marburg hat nicht nur eine Bibliothek zum Lesen, sondern auch eine Hörbücherei. Und die Hörbücher wurden in den 50er und 60er Jahren hauptsächlich auf Tonband verschickt. Das hatte freilich Versandgründe (Tonbänder lassen sich gefahrloser verschicken als Schallplatten), außerdem war es viel einfacher möglich, Hörbücher auf Tonband aufzusprechen, anstatt diese auf Schallplatte pressen zu lassen. Und auch die Spielzeit war bei Tonbändern erheblich länger.).
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Eine Blindenbibliothek oder Blindenbücherei ist eine Bibliothek, die für Blinde und Sehbehinderte geeignete Medien zur Ausleihe bereithält, vor allem Bücher und Zeitschriften in Blindenschrift (Punktschrift nach Louis Braille) oder mit Großdruck sowie Hörmedien (Schallplatten, Hörkassetten, Audio-CDs oder als DAISY-Hörbuch).

Die Nutzer können sich die Medien durch die weltweit gültige Portofreiheit für Blindensendungen von den Blindenbüchereien kostenlos zusenden lassen. Blinde und sehbehinderte Menschen bezahlen bei manchen Blindenbüchereien eine einmalige Einschreibgebühr oder einen jährlichen Mitgliederbeitrag. Andere Blindenbüchereien sind kostenlos.

Geschichte

Das Schwarzweißfoto aus dem Jahre 1980 zeigt drei Jugendliche und eine erwachsene Frau an einem Tisch sitzend. Auf diesem liegen Bücher für Blinde, auf deren dunklen Seiten reliefartig, also tastbar, Tierdarstellungen (Löwe, Giraffe) eingeprägt sind. Links haben zwei Mädchen die Köpfe zusammengesteckt und tuscheln vergnügt miteinander. Die rechte der beiden tastet dabei mit geschlossenen Augen mit den Fingerspitzen beider Hände über eine Buchseite, während sie der neben ihr Sitzenden ins Ohr flüstert. Diese, mit einer dicken Brille ausgestattet, hört belustigt zu. Der daneben sitzende, langhaarige Junge ist offenbar blind; er betastet konzentriert das vor ihm liegende Buch. Die Betreuerin schaut zu.
Jugendliche einer Blindenschule 1980 in der Leipziger Blindenbücherei

Die erste öffentliche Blindenbücherei mit Druckerei, die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) in Deutschland, wurde 1894 in Leipzig gegründet. Hier werden seit 1956 auch Hörbücher produziert.
Die im Jahr 1957 gegründete Süddeutsche Blindenhör- und Punktschriftbücherei in Stuttgart musste 2004 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden.<ref>Geschichte des Verbandes – Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. Abgerufen am 25. Mai 2020.</ref>

Weitere Blindenbüchereien im deutschsprachigen Raum gibt es in

Im September 2004 wurde die Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V. (MediBuS), ein Zusammenschluss der Blindenbüchereien im deutschsprachigen Raum, gegründet.

Medien für Blinde

In den 1950er Jahren wurden die ersten Hörbücher für Blinde produziert. Die Erfindung der Vinyl-Schallplatte und noch mehr der Siegeszug des Tonbandgerätes machte das neue Medium möglich. Mit der Einführung der Kompakt-Kassetten und später Audio-CDs wurden die Hörbücher so „handlich“, dass sie in großer Zahl ohne Transportschäden per Post verschickt werden konnten.

Weblinks

Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V. (MediBuS)

Hörbüchereien

Deutschland

Österreich

Schweiz

Einzelnachweise

<references />