Land unter
Im modernen Sprachgebrauch ist Land unter (auch: landunter), Land unter Wasser, als Synonym für eine Überschwemmung gebräuchlich.
Früher wurde so im deutschen Sprachraum meist die Überflutung des Grünlandes der Halligen vor der nordfriesischen Nordseeküste bezeichnet,<ref name="duden"/> das nur etwa einen halben Meter höher als der Pegel der mittleren Flut liegt; nur die zum Schutz von Häusern, Menschen und Vieh aufgeworfenen Erdhügel (Warften) bleiben in der Regel davon verschont.<ref name="zeit"/> Daneben bezeichnete der Begriff auch eine Überflutung niedrig gelegener Teile der Festlandsküste.<ref name="reverso"/>
Das Ereignis tritt etwa fünf bis zwanzig Mal im Jahr auf,<ref name="halligen"/><ref name="dwd2"/> wenn eine Springflut und auflandige Winde (Sturmflut) zusammentreffen. Bedingt durch den Meeresspiegelanstieg seit 1850 hat sich seine Häufigkeit signifikant erhöht.
Wegen der regelmäßigen Versalzung der Weiden und Brunnen werden auf den Halligen hauptsächlich Rinder und Schafe gehalten; außerdem wurden ab den 1960er Jahren die bewohnten Inseln an die öffentliche Wasserversorgung des Festlandes angeschlossen.<ref name="nordfr"/>
Über die konkrete Bedeutung hinaus wird „Land unter“ umgangssprachlich im übertragenen Sinne für eine Situation verwendet, in der eine Person mit ihren Pflichten oder Problemen überfordert ist.<ref name="duden"/><ref name="reverso"/>
Einzelnachweise
<references>
<ref name="duden"> Land. Duden, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
<ref name="dwd2"> Helge Tuschy: Die Halligen – der Sturm „Sebastian“ und die Vorbereitungen (Teil 2). DWD, 27. September 2017, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
<ref name="halligen"> Landunter. halligen.de, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
<ref name="nordfr"> Einzigartiger Lebensraum im Wattenmeer. nordfriesische-halligen.de, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
<ref name="reverso"> Land unter. reverso.net, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
<ref name="zeit"> Max Rauner: Die Ruhe vor dem Sturm. Die Zeit, 5. August 2009, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
</references>