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Borstenkaninchen

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Borstenkaninchen
Datei:Caprolagus hispidus Chitwan Rediscovery 2017.jpg

Borstenkaninchen in Nepal

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Caprolagus
Art: Borstenkaninchen
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Caprolagus
Blyth, 1845
Wissenschaftlicher Name der Art
Caprolagus hispidus
(Pearson, 1839)

Das Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) ist eine in Asien lebende Säugetierart aus der Familie der Hasen (Leporidae). Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasste die südlichen Abhänge des Himalayas vom indischen Staat Uttar Pradesh über Nepal, Bhutan und Assam bis Bangladesch. Heute lebt es nur mehr in vereinzelten Gebieten im nordwestlichen Assam und Nepal. Zu einem der wichtigsten heutigen Verbreitungsgebiete zählt das nepalesische Suklaphanta-Wildreservat; die Art kommt außerdem im Chitwan-Nationalpark und im Bardia-Nationalpark vor.<ref name="Shrestha 2003" />

Merkmale

Das Fell besteht aus einer auffallend rauen Oberschicht und einer weichen Unterschicht. Es ist an der Oberseite dunkelbraun gefärbt, während die Unterseite weißlich ist. Die Ohren sind relativ kurz und rund, sie haben eine Länge von etwa sieben Zentimeter.<ref name="Shrestha 2003" /> Die Hinterbeine sind kaum länger als die Vorderbeine. Borstenkaninchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 38 bis 50 Zentimeter und ein Gewicht von rund 2,5 Kilogramm. Der Schwanz misst vier bis fünf Zentimeter.

Verbreitung und Lebensweise

Datei:Hispid Hare area.png
Verbreitungskarte des Borstenkaninchens

Lebensraum der Art sind in erster Linie Savannen mit bis zu drei Meter hoch wachsendem Gras und nahegelegene Wälder, in die sich die Tiere während der Monsunmonate zurückziehen, da dann das Grasland zu wassergetränkt ist. Vermutlich legen sie keine Baue an und sind nachtaktiv. Ihre Nahrung dürfte aus Gräsern und deren Wurzeln bestehen.

Systematik

Das Wildkaninchen wird als eigenständige Art und monotypische Gattung den Hasen (Leporidae) zugeordnet. Innerhalb der Art werden keine Unterarten unterschieden.<ref name="Wilson & Reeder 2005" />

Phylogenetische Systematik der Hasenartigen nach Matthee et al. 2004<ref name="Matthee et al. 2004" />
 Hasenartige 

Pfeifhasen (Ochotonidae / Ochotona)


 Hasen 


Buschkaninchen (Poelagus marjorita)


   

Rotkaninchen (Pronolagus)


   

Streifenkaninchen (Nesolagus)


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Vulkankaninchen (Romerolagus diazi)


   




Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)


   

Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus)


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Buschmannhase
(Bunolagus monticularis)


   

Ryukyu-Kaninchen
(Pentalagus furnessi)


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Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus)


   

Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis)


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Echte Hasen (Lepus)


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Auf der Basis von molekularbiologischen Daten wurde von Conrad A. Matthee et al. 2004 ein Kladogramm entwickelt, das die phylogenetische Verwandtschaft der Gattungen innerhalb der Hasen zueinander darstellt. Demnach ist das Borstenkaninchen die Schwesterart des weltweit verbreiteten (europäischen) Wildkaninchens (Oryctolagus cuniculus) und bildet mit diesem ein Taxon. Diesem steht ein Taxon aus dem Buschmannhasen (Bunolagus monticularis) und dem Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi) gegenüber, während die in Amerika lebenden Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus) und das Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis) die Schwestergruppe dieser vier Arten darstellen.<ref name="Matthee et al. 2004" />

Bedrohung und Schutz

Das Borstenkaninchen zählt zu den seltensten Säugetieren. 1964 wurde es bereits als ausgestorben betrachtet, bevor man 1966 wieder Exemplare sichtete. Nachdem im Chitwan-Nationalpark 1984 letztmals ein Exemplar gesichtet wurde, tappte dort 2018 ein Jungtier in eine Fotofalle.<ref>Small mammal thought to be extinct rediscovered in Nepal’s national park, 15. März 2018</ref><ref>Borstenkaninchen in Nepal vor Fotofalle gehüpft, 17. März 2018 (mit Foto)</ref> Aus großen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ist es verschwunden und kommt nur mehr in vereinzelten, nicht zusammenhängenden Gebieten vor. Einen Grund dafür bildet vor allem die Zerstörung seines Lebensraumes zur Errichtung von Plantagen und Viehweiden. Regelmäßige Brände des Graslandes und die Nachstellung durch Hunde tragen ihr Übriges dazu bei. Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2001 leben nur mehr 110 Exemplare dieser Art. Sie wird von der IUCN als bedroht gelistet.<ref name="IUCN" />

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker’s Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0801857899
  • Tej Kumar Shrestha: Wildlife of Nepal – A Study of Renewable Resources of Nepal Himalayas. Tribhuvan University, Kathmandu 2003, ISBN 99933-59-02-5

Weblinks

Commons: Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

<references> <ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: G. Maheswaran, Andrew T. Smith, 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Matthee et al. 2004">Conrad A. Matthee, Bettine Jansen Van Vuuren, Diana Bell Terence J. Robinson: A Molecular Supermatrix of the Rabbits and Hares (Leporidae) Allows for the Identification of Five Intercontinental Exchanges During the Miocene. Systematic Biology 53 (3); S. 433–447. (Abstract)</ref> <ref name="Shrestha 2003">Tej Kumar Shrestha: Wildlife of Nepal – A Study of Renewable Resources of Nepal Himalayas. Tribhuvan University, Kathmandu 2003, ISBN 99933-59-02-5, S. 80 und S. 249</ref> <ref name="Wilson & Reeder 2005">Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Caprolagus hispidus (Memento vom 3. September 2016 im Internet Archive) in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).</ref> </references>