Alberto Granado
Alberto Granado (* 8. August 1922 in Hernando, Provinz Córdoba, Argentinien; † 5. März 2011 in Havanna, Kuba) war ein argentinischer Biochemiker, der als Che Guevaras Reisegefährte auf dessen Reise durch Südamerika 1952 bekannt wurde.
Werdegang
Alberto Granado studierte Biochemie an der Universität Córdoba. In Córdoba lernte er 1945 Guevara kennen, mit dem sich eine enge Freundschaft entwickelte. Am 4. Januar 1952 brachen sie in Buenos Aires zu ihrer mehrmonatigen Südamerika-Reise auf.<ref>Frank Niess: Che Guevara. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-499-50650-5, S. 151.</ref> Das Motorrad hatte Granado besorgt. Nachdem sie Chile, Peru, Kolumbien und Venezuela erkundet hatten, kehrten sie im Juli 1952 nach Argentinien zurück.<ref name=":0">Gilles Bataillon: Che Guevara, guérillero, saint et martyr. In: Olivier Compagnon (Hrsg.): Une histoire de l’Amérique latine des Conquistadors à nos jours. Nouveau monde éditions/L’Histoire, Paris 2025, ISBN 978-2-38094-752-6, S. 199–207, hier S. 201.</ref>
Danach dauerte es acht Jahre, bis sich beide wiedersahen. Guevara lud Granado ein, auf Kuba zu arbeiten. 1961 ließ sich Granado in Havanna nieder.<ref>Motorradrevolutionäre. Alberto Granado, Wegbegleiter Che Guevaras, ist gestorben. In: Süddeutsche Zeitung vom 7. März 2011.</ref> Zuerst war er Professor für Biochemie an der Universität von Havanna, später lehrte er an der Universidad de Oriente in Santiago de Cuba. Granado war Vater eines Sohnes.
Sein Buch Mit Che durch Südamerika (Con el Che por Sudamérica) diente als Grundlage für den Film Die Reise des jungen Che und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Im Film stellt ihn Rodrigo de la Serna als jungen Mann dar und Granado selbst hat einen Cameoauftritt als er selbst in späten Jahren. Man sieht ihn in der letzten Szene des Films, in der Ches Leichnam nach Kuba überführt wird.
Alberto Granado verstarb am 5. März 2011 an Altersschwäche. Seinem letzten Willen folgend, wurde er am 6. März 2011 in Havanna eingeäschert. Seine Asche sollte auf Kuba, in Venezuela und Argentinien verstreut werden.<ref>Falleció Alberto Granado, compañero de viaje de Che Guevara – Un adiós. Montevideo Portal, 6. März 2011, abgerufen am 7. Dezember 2021 (spanisch).</ref>
Kontroversen
Alina Fernández, eine Tochter von Fidel Castro und antikommunistische Aktivistin, behauptet in ihren Memoiren, Granado habe Mitte der 1960er-Jahre in seiner Funktion als Biochemiker Tierversuche an Kaninchen durchgeführt, bei denen er das Sättigungszentrum im Gehirn ausgeschaltet habe, um die Tiere besser mästen zu können.<ref>Alina Fernández: Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter. Rowohlt, Reinbek 1999, S. 85.</ref>
Veröffentlichung
- Mit Che durch Südamerika. Reisebericht. Aus dem Spanischen von Christa Grewe. Vorwort von Horst-Eckart Gross. Weltkreis, Köln 1988, ISBN 3-88142-417-2.
Literatur
- Torsten Eßer: Che, mate und chilenische Mädchen. Alberto Granado über die Lateinamerikareise mit Ernesto Guevara. In: Matices, Nr. 44 (2004).
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Literatur von und über Alberto Granado im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Interview mit Alberto Granado über den Film Die Reise des jungen Che (englisch)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Granado, Alberto |
| KURZBESCHREIBUNG | argentinischer Gründer der Medizinischen Schule Santiago auf Kuba |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1922 |
| GEBURTSORT | Hernando, Provinz Córdoba, Argentinien |
| STERBEDATUM | 5. März 2011 |
| STERBEORT | Havanna |