Otis Bardwell Boise
Otis Bardwell Boise (* 13. August 1844 in Oberlin, Ohio; † 2. Dezember 1912 in Baltimore, Maryland)<ref name=":0">James Dobes Reitzell: Boise, Otis Bardwell (= Oxford Music Online). Oxford University Press, 26. Mai 2010, doi:10.1093/gmo/9781561592630.article.a2087239 (oxfordmusiconline.com [abgerufen am 6. Juni 2025]).</ref> war ein US-amerikanischer Komponist und Musikpädagoge.
Als Boise noch ein Kind war, zog seine Familie nach Cleveland. Dort wirkte er bereits 1858 als Organist in der St. Paul's Church.<ref name=":0" /> Von Mai 1863 bis September 1865 studierte er am Leipziger Konservatorium u. a. bei Ignaz Moscheles und Ernst Ferdinand Wenzel (Klavier), Ernst Friedrich Richter und Moritz Hauptmann (Musiktheorie und Komposition), sowie bei Ferdinand David (Ensemblespiel) und Carl Reinecke (Chorgesang).<ref>Otis Bardwel Boise. In: CARLA - Conservatory Archive Records Leipzig with Additions. Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, abgerufen am 6. Juni 2025.</ref>
Kurzzeitig unterrichtete er in Berlin an der Akademie von Theodor Kullak. Von 1865 bis 1870 war er Organist und Musiklehrer in Cleveland. 1869 heiratete er seine Frau Anastasia Virginia (1846–1937), welche zahlreiche deutsche Lieder in Englische übersetzte, in Cleveland.<ref name=":1">Category:Boise, Otis Bardwell – IMSLP. Abgerufen am 6. Juni 2025.</ref><ref>Category:Boise, Anastasia Virginia – IMSLP. Abgerufen am 6. Juni 2025.</ref> Von 1870 bis 1876 arbeitete Boise als Lehrer für Harmonik und Komposition am Konservatorium und Organist der Presbyterianischen Kirche in New York City.<ref name=":0" />
Zwischen 1876 und 1878 lebte er in Weimar und Wiesbaden. Boise war oft Gast bei Franz Liszt, mit dem er Kompositionen besprach, über amerikanische Musikerziehung diskutierte und musizierte. Er verbrachte außerdem Zeit mit Joachim Raff.<ref name=":0" />
1878 kehrte er nach New York zurück und unterrichtete wieder. Von 1888 bis 1901 wirkte als Lehrer für Musiktheorie und Komposition in Berlin und war danach bis zum Ende seines Lebens Kompositions- und Theorielehrer am Peabody Conservatory in Baltimore.<ref name=":0" />
Boise komponierte eine Sinfonie, zwei Ouvertüren, ein Klavierkonzert, Chöre und Lieder. Seine Werke sind stark von Liszt geprägt. Sein Klavierkonzert in g-Moll (1874) wird als das möglicherweise erste Klavierkonzert eines in den USA geborenen Komponisten bezeichnet.<ref name=":1" /><ref name=":0" />
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boise, Otis Bardwell |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Komponist |
| GEBURTSDATUM | 13. August 1844 |
| GEBURTSORT | Oberlin (Ohio) |
| STERBEDATUM | 2. Dezember 1912 |
| STERBEORT | Baltimore, Maryland |