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Niederdorla

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Niederdorla
Landgemeinde Vogtei
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1280)&title=Niederdorla 51° 10′ N, 10° 27′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1280) 51° 9′ 38″ N, 10° 26′ 33″ O
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Höhe: 205 m ü. NN
Fläche: 14,72 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Niederdorla, Landgemeinde Vogtei. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2025.</ref>
Einwohner: 1280 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Niederdorla: Ortsteil der Landgemeinde Vogtei. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Dezember 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2012
Postleitzahl: 99986
Vorwahl: 03601
Lage von Niederdorla in Thüringen
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Niederdorla ist ein Ortsteil der Landgemeinde Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen (Deutschland) und liegt unweit eines der Mittelpunkte Deutschlands. Niederdorla hat den Status einer Ortschaft nach der Thüringer Kommunalordnung und somit einen Ortschaftsrat und Ortschaftsbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 2,94? NB) § ? In: Webauftritt. Gemeinde Vogtei, abgerufen im Dezember 2025.</ref>

Geographische Lage

Niederdorla liegt am Nordrand des Nationalparks Hainich etwa 5 Kilometer südlich von Mühlhausen und ist über die Landesstraßen L 2104 und L 1016 (Mühlhausen–Eisenach) erreichbar. Die Talsperre Seebach befindet sich südlich des Ortes. Der Mühlhäuser Stadtwald und der Wald der Orte Heyerode und Kammerforst begrenzen die Flur westlich.

Geschichte

Niederdorla wurde erstmals 1223 urkundlich genannt.<ref>Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 198.</ref> Der Ort gehörte zur Vogtei Dorla.

Die Gemeinde Niederdorla schloss sich am 31. Dezember 2012 mit weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Vogtei zur neuen Gemeinde Vogtei zusammen.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012</ref>

Bürgermeister

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Eberhard Schill (SPD) wurde am 6. Juni 2010 gewählt.<ref>Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Abgerufen am 6. Juni 2010.</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • Ältestes Haus des Dorfes ist das Deutschritterordenshaus aus dem Jahre 1653 (Herrenstraße 2).
  • Sehenswert ist ebenfalls die St.-Johannes-Kirche.
  • Das Grenzhaus Heyerode im Hainich steht auf der Gemarkungsgrenze von Heyerode und dem zum Ort Niederdorla gehörenden Forstbezirk Niederdorlaer Holz.
  • Eines der letzten erhaltenen Dorftore Thüringens ist das Fickentor.
  • Der Anger mit zwei Steintischen
  • Das germanische Opfermoor liegt heute in einem nahegelegenen flachen See. Hier wurden von 1957 bis 1964 zahlreiche Gegenstände aus der Zeit zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 10./11. Jahrhundert n. Chr. aufgefunden, die heute in einer Ausstellung besichtigt werden können. Es handelt sich um einen Opferplatz der Germania libera, des nichtrömischen Germaniens. Opferhandlungen wurden bis in die Völkerwanderungszeit nachgewiesen. Um das Heiligtum herum lagen mehrere Siedlungen. Es gibt zahlreiche Opferstellen, teilweise mit anthropomorphen Holzidolen. Es wurden Knochen von 334 Tieren mindestens 40 Menschen gefunden; dabei lagen Hämmer, Äxte und Keulen, die offenbar der kultischen Tötung dienten. Außerdem fand man landwirtschaftliche Geräte, Reusen, Radteile und Zimmermannsgeräte. Von den Opfertieren waren Rinder mit 114 Exemplaren am häufigsten vertreten. Danach kamen die Hunde mit 54, Pferde mit 24, Schweine mit 22 Individuen und viele Schafe oder Ziegen. Auch 35 Haus- oder Wildvögel waren vertreten. Wildtiere waren deutlich seltener.
In den letzten Jahren wurde eine germanische Siedlung nachgebaut.
Datei:Geografischer Mittelpunkt Deutschlands.jpg
Kaiserlinde und Mittelpunktstein in Niederdorla
Datei:Fickentor Niederdorla.jpg
Das Fickentor
  • Geographischer Mittelpunkt Deutschlands
Seit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 befindet sich etwa 500 m nördlich von Niederdorla einer der geographischen Mittelpunkte Deutschlands. Dies wurde durch Karl-Heinz Finger aus Dresden und Frau/Herrn Förge aus Göttingen vermessen und bestätigt. Als Messmethode wurden dabei die jeweils entferntesten Punkte des heutigen deutschen Staatsgebietes in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung gewählt. Der damit ermittelte Schnittpunkt befindet sich dabei an der oben erwähnten Stelle bei 51° 10′ nördlicher Breite und 10° 27′ östlich Greenwich.<ref>Karl-Heinz Finger: Mittelpunkt „Deutschland“. (PDF; 11,7 kB) 9. Dezember 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. April 2019;.</ref>
Am 12. Oktober 1990 wurde die Gemeinde Niederdorla über diesen Umstand unterrichtet. Am 26. Februar 1991 wurde als Würdigung am geographischen Mittelpunkt eine Kaiserlinde (Tilia pallida) gepflanzt. Ein in unmittelbarer Nähe aufgestellter Mittelpunktstein gibt ebenfalls darüber Auskunft.
Seit 1990 findet alljährlich ein „Fest am Mittelpunkt Deutschlands“ statt.

Söhne und Töchter des Ortes

Sonstiges

  • Das Geschmink ist eine regionaltypische deftige Kartoffelmahlzeit mit einem Stück Hammelfleisch. Die Zubereitung dieses Gerichts hat sich ein Niederdorlaer Kochverein zur Aufgabe gemacht und serviert das Geschmink auch zur Vogteier Kirmes.<ref>Retter des Nationalgerichts (Geschmink). In: Niederdorla.de Onlinemagazin der Mittelpunkts-Gemeinde. Abgerufen am 3. Mai 2010. (Nach einem Bericht in der Thüringer Allgemeine vom 14. September 2007)</ref>
  • Als Zeugnisse eines oft derben Volkshumors bildeten sich bereits vor Jahrhunderten Besonderheiten des jeweiligen Dorfes charakterisierende Neck- und Spitznamen heraus. Demnach lebten hier im Ort die Niederdorlaer Frösche – da sich am Rand des Dorfes ein ausgedehntes Feuchtgebiet (Ried, Seewiesen) mit unzähligen Fröschen befand.<ref>Rolf Aulepp: Spitznamen der Orte und ihrer Bewohner im Kreise Mühlhausen. In: Eichsfelder Heimathefte. Band 27, Nr. 1, 1987, ISSN 0232-8518, S. 78–83.</ref>

Literatur

  • Jan Bemmann, Güde Hahne: Ältereisenzeitliche Heiligtümer im nördlichen Europa nach den archäologischen Quellen. In: Heinrich Beck, Detlev Ellmers, Kurt Schier (Hrsg.): Germanische Religionsgeschichte. Quellen und Quellenprobleme (= Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände. 5). de Gruyter, Berlin u. a. 1992, ISBN 3-11-012872-1, S. 29–69.
  • Martin Herwig: Die ganerbschaftliche Vogtei Dorla, Dorla und Langula vor dem Hainich. Ein Miniaturbild deutscher Zerrissenheit. Mit einem Nachwort von Gunter Görner – Reprint der Ausgabe Eisleben 1878. Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-79-1.
  • Paul Karmrodt: Der Kampf der Vogteier um alte verbriefte Rechte. In: Mühlhäuser Beiträge. Heft 9, 1986, S. 48–58. ZDB-ID 14566-X
  • Harald Rockstuhl (Hrsg.): Lexikon der Persönlichkeiten, Schriftsteller und Künstler der Vogtei. Mit Kammerforst und Oppershausen. (Niederdorla, Oberdorla, Langula). Rockstuhl, Bad Langensalza 2002, ISBN 3-936030-25-1.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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