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Johann Halbig

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Datei:Johann Halbig.jpg
Johann Halbig, um 1860 (Fotografie: Franz Hanfstaengl)

Johann Halbig, später Johann von Halbig,<ref>Teilnachlass in der Bayerischen Staatsbibliothek, abgerufen am 23. April 2021.</ref> (* 13. Juli 1814 in Donnersdorf; † 29. August 1882 in München) war ein deutscher Bildhauer des Klassizismus und Hochschullehrer.

Datei:Halbig Mayer.jpg
Von Halbig gefertigte Büste von seinem Lehrer Ernst Mayer
Datei:KreuzigungsgrO.jpg
Kolossale Kreuzigungsgruppe für Oberammergau im Auftrag König Ludwigs II.
Datei:Lindau - Löwe Hafeneinfahrt (1991 Sp).jpg
Löwe an der Hafeneinfahrt in Lindau

Leben

Halbig war der zweite Sohn des Ehepaars Joseph und Kunigunde Halbig, der Bildhauer Andreas Halbig war sein Bruder.<ref>Halbig, Andreas. In: Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse–Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Sein Großvater Christian Halbig war ein einfacher Bauer, der sich den Bau von Musikinstrumenten und das Tischlerhandwerk autodidaktisch beigebracht hatte und Altäre gefertigt haben soll.<ref>Halbig, Christian. In: Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse–Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Er hatte eine harte Kindheit und Jugend, da sein als Künstler tätiger Vater „nicht mit Geld umgehen konnte“.<ref>Longin Mösslein: Vom armen Bauernbuben zum geadelten Bildhauer. In: Schönere Heimat. S. 101.</ref> Die Ehe der Eltern wurde 1831 geschieden. Seine erste Ausbildung im Zeichnen hatte er vom Vater erhalten. Der siebzehnjährige Halbig wurde wegen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und wurde nach einer Flucht aus dem Gefängnis mit Rutenhieben öffentlich gestraft. Daraufhin begab er sich nach München zu seinem älteren Bruder Andreas, der ihn an Ernst Mayer vermittelte, der an der Polytechnischen Schule München lehrte.<ref>Longin Mösslein: Vom armen Bauernbuben zum geadelten Bildhauer. In: Schönere Heimat. S. 102.</ref> Mayer erkannte das künstlerische Talent Halbigs, machte ihn zu seinem Schüler und persönlichen Gehilfen und ließ ihn die Münchener Kunstakademie besuchen. Er bildete sich auf einer Reise nach Italien fort und bald darauf wurde der bayerische König Ludwig I. auf ihn aufmerksam und ließ ihn unterschiedliche dekorativen Arbeiten bei seinen Bauunternehmungen ausführen. Zudem ließ er ihn Porträts anfertigen, die unter anderem für die Ruhmeshalle und die Walhalla bestimmt waren. Nach Mayers frühem Tod folgte ihm Halbig 1845 in der Professur für Bossierkunst an der Polytechnischen Schule nach. Nach Beendigung seiner Tätigkeit für Ludwig I. (1848) erhielt er auch von dessen Nachfolgern Maximilian II. und Ludwig II. weitere Aufträge. Er fertigte unter anderem zahlreiche Grabmonumente und Denkmäler. Ab 1848 hatte er dort Kaspar Zumbusch und Konrad Knoll als Schüler.

Halbig starb in München im Alter von 68 Jahren am 29. August 1882 an Herzversagen.

Datei:Grab Johann Halbig Alter Südfriedhof NA-14-GF27.jpg
Grabstätte Halbigs in den Neuen Arkaden (NA-14) auf dem Alten südlichen Friedhof in München

Grabstätte

Halbigs Grabstätte befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Grabstelle Neue Arkaden, NA-14, Standort

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  }}). Johann von Halbig hatte über 10 Jahre an dem neugotischen Grab für seine eigene Ruhestätte gearbeitet. Sein selbstgestaltetes Grabmal wurde 1943 im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Heute stehen dort nur noch die Reste des Grabmals und eine Namenstafel an der Wand.
Datei:Familiengrabstaette-Neue-Arkaden-Platz-14-bei-Graeberfeld-27-Johann-von-Halbig-1200.png
Johann von Halbigs selbst geschaffenes durch Bomben zerstörtes Grab.
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Halbigs Kruzifix in Bronze für das Zentrum des neuen Teils im Alten südlichen Friedhof in München (1850)
Datei:Harlaching St. Anna Lorrain.JPG
1865 von König Ludwig I. gestiftetes Denkmal für Claude Lorrain vor der Wallfahrtskirche St. Anna in Harlaching

Werk

Halbigs Stil wird als dekorativ und empfindsam, sein Vorgehen als sorgfältig beschrieben. Unter den hervorragenden Münchener Bildhauern schloss er sich als erster den Strömungen des Realismus<ref name="AllgKünstLex">Vorlage:AllgKünstLex-MüllerSinger</ref> und des Naturalismus an.

Einige Werke aus den 1830er und frühen 1840er Jahren, die Halbig zugeschrieben wurden, sind tatsächlich laut Johann Michael von Soeltl Werke seines Lehrers Mayer.<ref>Johann Michael von Soeltl: Die bildende Kunst in München. J. Lentner, München 1842, S. 469–471. (Textarchiv – Internet Archive).</ref>

Ehrungen

Er wurde wohl durch König Ludwig II. nobilitiert. Eine Gedenktafel zu Ehren der Brüder Halbig befindet sich an ihrem Geburtshaus in Donnersdorf.

Namensgeber für Straße

Nach Johann Halbig wurde 1899 in München im Stadtteil Siebenbrunn (Stadtbezirk 18 – Untergiesing-Harlaching) die Halbigstraße benannt.

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  }}<ref>Halbigstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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