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Schwarzfahren

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Schwarzfahren ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für folgende Sachverhalte:

Etymologie

Der Begriff ist wahrscheinlich eine Ableitung des rotwelschen<ref name="pfeifer" /><ref name="kluge">Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, De Gruyter, 2002; nach Schwarzfahren und sich schwarz ärgern, Fragen Sie Dr. Bopp!, blog.leo.org.</ref><ref name="wolf">Siegmund A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. Buske, Hamburg 1994, ISBN 3-87118-736-4.</ref> Begriffs „schwärzen“, mit dem zunächst der Schmuggel, später alle mögliche Arten von illegalen Aktivitäten (z. B. Schwarzbrennerei) bezeichnet wurden.<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>

Die Bezeichnung „schwarz“ stammt nach unterschiedlichen Quellen entweder von der Tatsache, dass solche Tätigkeiten meist in der Nacht durchgeführt wurden<ref name="pfeifer">„schwarz“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, abgerufen am 12. Juli 2021.</ref><ref>Zeit Wörterbuch, Hamburg 2005.</ref> oder von der Gewohnheit der Schmuggler, die Gesichter zu schwärzen, um sich unkenntlich zu machen.<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage.</ref><ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>

Kritik an Verwendung

Im September 2020 beschloss der Senat von Berlin ein Diversity-Landesprogramm<ref>Wortlaut der Richtlinie, Zitate siehe unter 3 Ethnische Herkunft/Hautfarbe, 3. 1 Sprache.</ref> „zur Förderung des kompetenten Umgangs der Verwaltung mit Vielfalt“, in welchem er allen Mitarbeitern empfahl, künftig auf den Gebrauch von Begriffen wie „schwarz fahren“, „anschwärzen“ u. ä. zu verzichten und stattdessen „Fahren ohne gültigen Fahrschein“ bzw. „nachsagen / melden / denunzieren“ zu benutzen. Das von Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) initiierte Vorhaben wurde von den Oppositionsparteien FDP und CDU kritisiert.<ref>Senat-Berlin: Justizverwaltung wegen Sprach-Leitfaden in der Kritik. Beitrag in der SZ vom 24. September 2020.</ref> Auch die Verkehrsbetriebe in den Städten München und Nürnberg verzichten bereits seit einiger Zeit auf die Verwendung des Begriffs. Die Nürnberger Verkehrsbetriebe verwenden stattdessen den Begriff „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“.<ref>Mehrere deutsche Städte streichen Begriff "Schwarzfahren". Abgerufen am 10. Juli 2021.</ref>

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland äußerte in einer Stellungnahme, dass der Begriff unabhängig von seinem Ursprung heutzutage eine rassistische Konnotation habe: „Ungeachtet der Frage, ob der Begriff schon ursprünglich für die Herabwürdigung von Schwarzen Menschen durch die Assoziation mit Illegalität, strafbarem Verhalten, Betrug, dem Erschleichen von Leistungen, dem verdächtig- und Fehl-am-Platz Sein verwendet wurde, entfaltet er in der rassistischen Gegenwart in Deutschland seit Jahrzehnten eben diese Wirkung.“<ref>ISD Bund e. V.: Statement zum Begriff Schwarzfahren und zur Bundesratsinitiative zur Dekriminalisierung des Fahrens ohne Fahrschein. Abgerufen am 15. April 2021.</ref>

Siehe auch

Wiktionary: schwarzfahren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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