Zum Inhalt springen

Krystian Zimerman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. März 2026 um 20:33 Uhr durch imported>Gestumblindi (wenn man "polnisch-schweizerischer" schon so ungeheuer störend findet (ich kann es nicht nachvollziehen), dann aber genauer - er lebt ja nicht nur in der Schweiz, er ist naturalisierter Schweizer (Staatsbürger). Einzelnachweis in der Einleitung nicht nötig, da alles im Artikeltext belegt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Krystian Zimerman 2018.jpg
Krystian Zimerman (2018)

Krystian Zimerman (* 5. Dezember 1956 in Zabrze, Polen) ist ein polnischer Pianist, der seit Jahrzehnten als Schweizer Staatsbürger in der Schweiz lebt.

Leben

Krystian Zimerman studierte an der Musikakademie Katowice und gewann 1975 den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau. Außerdem wurde er mit dem Sonderpreis der Chopin-Gesellschaft ausgezeichnet.

Er arbeitete seitdem mit den Dirigenten Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Seiji Ozawa und Sir Simon Rattle zusammen und schloss Bekanntschaft mit dem Pianisten Arthur Rubinstein. Den größten Einfluss auf ihn aber hatten nach eigenem Bekunden die Dirigenten Kirill Kondraschin und Carlo Zecchi sowie der polnische Theaterregisseur Tadeusz Kantor, der ihm Mittel der Kommunikation mit einem vielsprachigen Ensemble aufzeigte, welche Zimerman bei seiner Zusammenarbeit mit Orchestern nützlich waren.

Zimerman zog frühe Plattenveröffentlichungen zurück, weil sie den eigenen hohen Standards nicht mehr genügten.<ref>Wolfram Goertz: »Ich will den Flügel nicht mehr wahrnehmen«. In: Die Zeit. 16. März 2006, abgerufen am 4. September 2016.</ref> Die Folge war, dass seine wenigen erhältlichen Einspielungen oft zu den Referenzen auf dem Markt zählen, so z. B. seine Interpretationen von Debussys Préludes, der Klavierkonzerte, des Totentanzes und der h-Moll-Sonate von Liszt sowie die Konzerte Nr. 1 und Nr. 2 von Rachmaninow.

Zimerman gibt nicht mehr als 50 Konzerte pro Jahr, was nach seinen eigenen Angaben nicht kostendeckend ist. Er reist immer mit seinem eigenen Instrument und führt auf Tourneen mehrere Klaviaturen mit.<ref>Johannes Saltzwedel: Pianist Krystian Zimerman. Samurai der Klänge. In: Spiegel Online. 24. Februar 2006, abgerufen am 24. Oktober 2016.</ref>

Zimerman tritt in unregelmäßigen Abständen auch als Dirigent in Erscheinung. Nach dem Tode Leonard Bernsteins, mit dem er eine Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte Beethovens in Angriff genommen hatte, vollendete er die Einspielungen der noch fehlenden ersten beiden Konzerte und übernahm dabei auch die Aufgaben des Dirigenten.

Dieses „Experiment“ wiederholte er im Jahre 1999: durch die Gründung des Polish Festival Orchestra zu Chopins 150. Todestag. Zusammen mit den jungen, ausschließlich polnischen Musikern ging Zimerman auf Tournee – nur mit den beiden Konzerten in e-Moll op. 11 und f-Moll op. 21, die er anschließend auf CD einspielte.

Seit 1981 lebt Krystian Zimerman in Röschenz im Kanton Basel-Landschaft, wo er auch die Schweizer Heimatberechtigung erhalten hat.<ref>Lexikon des Jura / Dictionnaire du Jura – Zimerman, Krystian (1956-). Abgerufen am 21. Februar 2024.</ref> Er leitet seit 1996 eine Meisterklasse an der Musikhochschule Basel.<ref>Margot Weber: Der Seelensucher. Krystian Zimerman. In: Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. November 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. März 2016; abgerufen am 31. August 2015.</ref>

Im April 2009 sorgte er für einen Eklat während eines Konzerts in den Vereinigten Staaten, als er von der Bühne in Bezug auf den geplanten amerikanischen Raketenschild in Polen forderte: „Get your hands off my country“ (Hände weg von meinem Land). Schon 2006 nutzte er Konzerte in den USA, um allgemein gegen die Politik des damals amtierenden Präsidenten George W. Bush zu opponieren beziehungsweise sich vehement gegen das Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base auszusprechen.<ref>Andrew Gumbel: Polish pianist stops show with anti-US tirade. In: The Guardian. 28. April 2009 (engl.), abgerufen am 19. Mai 2012.</ref><ref>Krystian Zimerman will nicht mehr in den USA konzertieren. In: klassik.com. 29. April 2009, abgerufen am 25. November 2009.</ref>

Am 4. Juni 2013 unterbrach er ein Konzert in der Philharmonie Essen, weil es ein Zuhörer filmte. Nachdem er die Bühne wieder betreten hatte, erklärte Zimerman seinen Ärger über illegale Videos.<ref name="SPON-903603">Krystian Zimerman: Pianist unterbricht Konzert wegen Handyfilmer. In: Spiegel Online. 4. Juni 2013, abgerufen am 2. Dezember 2014.</ref> In einem Interview, das BR-Klassik am 5. April 2025 veröffentlichte, widersprach Zimerman der Darstellung der Berichterstattung und betonte, dieses Ereignis habe so niemals stattgefunden.<ref>BR Radio | Radio des Bayerischen Rundfunks. Abgerufen am 10. April 2025.</ref>

2015 stiftete Zimerman erstmals den Krystian Zimerman Prize für die beste Aufführung einer Chopin-Sonate im Rahmen des Internationalen Chopin-Wettbewerbs.<ref>Poland’s Chopin Competition draws to a close. Radio Poland, 20. Oktober 2015, abgerufen am 24. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Oktober 2015 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Fryderyk-Chopin-Universität für Musik in Warschau verliehen.<ref>Pianist Zimerman honoured by Warsaw’s Music University. Radio Poland, 9. Oktober 2015, abgerufen am 4. September 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2022 wurde Zimerman der als „Nobelpreis der Künste“ bekannte japanische Praemium Imperiale in der Kategorie Musik zuerkannt.<ref>Wim Wenders erhält den Praemium Imperiale. In: spiegel.de, 15. September 2022 (abgerufen am 16. September 2022).</ref>

Aufnahmen (Auswahl)

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1994: Gramophone Award in der Kategorie Record of the Year für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" >Krystian Zimerman. In: KlassikAkzente. Universal Music GmbH, 23. Oktober 2015, abgerufen am 18. Januar 2017.</ref>
  • 1994: Choc de l’Année der französischen Zeitschrift Le Monde de la musique für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1994: Ritmo Award der spanischen Zeitschrift für klassische Musik Ritmo für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1995: Echo Klassik in der Kategorie Kammermusik-Einspielung des Jahres für Claude Debussy: Préludes
  • 1995: Edison in der Kategorie Klassik für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1995: Cannes Classical Award für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1995: Grand Prix de la Nouvelle Académie für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1995: Diapason d’or de l’année für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 1995: Grand Prix du Discophile Répertoire für Claude Debussy: Préludes<ref name="KA" />
  • 2022: Praemium Imperiale in der Kategorie Musik

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein