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Deitweg

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Datei:Ohrum Deitweg1 201506.jpg
Blick auf historischen Weg zwischen Ohrum und dem Oderwald, der als verwachsener Hohlweg erhalten ist

Deitweg, auch Deiweg, Dietweg oder Dieweg, ist eine Bezeichnung für Altstraßen, und zwar sowohl als Gattungsname („ein“ Deitweg) als auch als Eigenname („der“ Deitweg in/bei…). Noch heute sind entsprechende Eigennamen in Westfalen, Ostfalen und in Süddeutschland als Straßennamen oder Flurnamen überliefert. Wie auch das Wort „deutsch“ geht dei(t)/die(t) auf das altgermanische Wort für „Volk“ zurück, vergleiche althochdeutsch thiot, diot, altsächsisch (altniederdeutsch) thiod, mittelhochdeutsch und mittelniederdeutsch diet mit dieser Bedeutung.<ref>‹deutsch› in: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. In: DWDS. Abgerufen am 10. Juli 2022.</ref> Folglich bedeutet die sehr alte Wegbezeichnung „Leuteweg“ oder „Volksweg“ im Sinne von Volksfernweg.<ref name="BornstedtStöckheim">Wilhelm Bornstedt: Chronik des Pfahldorfes Rüningen: Siedlungsgeographie, Sozial-, Kultur- und Kriegsgeschichte eines braunschweigischen Dorfes, Braunschweig 1980, S. 229 ff.</ref><ref>Wilhelm Bornstedt: Die alten Heer- und Handelsstraßen im Großraume um Braunschweig: Hildesheim, Peine, Schunter, Königslutter, Helmstedt, Schöningen, Schöppenstedt, Grosses Bruch, Oderwald, Wolfenbüttel, Salzgitter und Braunschweig. Braunschweig 1969.</ref> In der Literatur werden diese Wege in die vorfränkische Zeit datiert, also vor dem 9. Jahrhundert.

Wege mit dem Wortbestandteil „Dei(t)“

Bestehende Straßen- und Flurnamen

In Ostfalen sind Straßen mit den Namen Deiweg oder Deitweg überliefert, die vorzugsweise in Ost-West-Richtung verlaufen:

Historischer Deitweg bei Ohrum

Nördlich des Harzes kreuzte ein bereits 747 bezeugter Fernweg die Oker bei Ohrum, wo er zum Schauplatz einer kriegerischen Auseinandersetzung von Pippin dem Kurzen und später der Sachsentaufe durch Karl den Großen wurde. Er verband die frühere Residenz Gandersheim mit dem Kloster in Schöningen und dem Sitz der Ottonen in Magdeburg. Weitere Stationen waren Königsdahlum, Ortshausen und die Königspfalz Werla bei Goslar.

Der Weg wird in einer Urkunde des Stifts Hildesheim von 1108 als publica et antiqua via zwischen Kissenbrück und Goslar erwähnt. Bei Bauarbeiten im Verlauf des Ohrumer Schmiedewegs wurden Reste eines Knüppeldamms freigelegt, dessen Verlängerung in den Oderwald durch einen Hohlweg führt.<ref name="BornstedtStöckheim"/><ref>Elisabeth Reifenstein, Hrsg. Gemeinde Ohrum: Chronik Ohrum 747–1997. Wolfenbüttel 1997, S. 31 ff.</ref> Östlich der Oker heißt ein Flurstück westlich von Remlingen beim Wöhrenberg „Hinter dem Deiwege“, das nördlich der früheren von Ohrum kommenden Heerstraße Wolfenbüttel-Halberstadt liegt.<ref>GeoLife AK. LGLN, abgerufen am 29. September 2020.</ref>

Wege mit dem Wortbestandteil „Die(t)“

Süddeutschland

Die aktuellen Straßenverzeichnisse der Online-Kartenanbieter listen den Namen Dietweg in folgenden deutschen Ortschaften auf:<ref>Online-Karte Suchanfrage „Dietweg“ bei openstreetmap.org vom 30. November 2014.</ref>

Elsass und Belgien

Weitere Straßen- und Feldwege mit der Bezeichnung Dietweg findet man im Raum Straßburg sowie den Namen Dieweg in Belgien.

Weblinks

  • Online-Karte Suchanfrage „Deiweg“ bei openstreetmap.org.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />