Zum Inhalt springen

Arnold Zenetti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Dezember 2025 um 18:12 Uhr durch imported>Mhandschug (Lint-Fehler behoben (Doppelte IDs = Standort doppelt)).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Zenetti Arnold.jpg
Arnold Zenetti als Feuerwehrkommandant von München
Datei:Eröffnung Schlachthof.jpg
Eröffnung des Schlachthofs München 1878, Arnold Zenetti in der linken Personengruppe, mit Melone und Vollbart
Datei:Zeichnung Anfang Schlachthof.jpg
Schlachthof München, erbaut 1876–1878
Datei:Hotel imperial 1880.png
Hotel Imperial an der Wiener Ringstraße in der Bauform von 1880

Arnold Zenetti, ab 1890 Ritter von Zenetti, (auch Arnold von Zenetti; * 18. Juni 1824 in Speyer; † 2. September 1891 in München) war ein deutscher Architekt und Münchner Baubeamter (Vorstand des Stadtbauamtes).

Leben

Arnold von Zenetti wurde in Speyer als Sohn des bayerischen Staatsbeamten, späteren Ministerialrats und Regierungspräsidenten der Pfalz, Johann Baptist von Zenetti und seiner Ehefrau Josepha von Mieg geboren. Nach der Versetzung des Vaters wohnte die Familie in München. Am 6. November 1843 begann Zenetti mit dem Studium der Architektur sowie der Ingenieurwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste München, trat am 1. Mai 1850 in den Dienst der Stadtverwaltung und avancierte 1867 zum Münchner Stadtbaurat. In seiner Amtszeit beeinflusste Zenetti die städtebauliche Entwicklung der Haupt- und Residenzstadt maßgeblich. Er baute mehrere Krankenhäuser, wobei er besonderen Wert auf zeitgemäße Wasser- und Energieversorgung sowie Hygiene legte. Beispiele hierfür sind das Garnisonslazarett in Neuhausen, heute Deutsches Herzzentrum München, und die Dr. Haunersche Kinderklinik in der Lindwurmstraße. Außerdem errichtete er Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Villenbauten im pittoresken Regional-Nationalstil in den neuen Villenkolonien am Starnberger See. Arnold Zenetti führte auch flächendeckend die Kanalisation in München ein, beginnend mit dem Bau von Sielkanälen in der Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt. Die typische Münchner Bezeichnung Siel ist sonst in Süddeutschland nicht geläufig und geht auf einen diesbezüglichen Studienaufenthalt Zenettis in Norddeutschland zurück.<ref>Zenettistraße in München Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Abgerufen am 4. November 2023.</ref> Er schuf außerdem den Alten Nördlichen Friedhof (Maxvorstadt)<ref>Paradies in der Maxvorstadt: Der Alte Nördliche Friedhof. 23. Januar 2010, abgerufen am 4. November 2023.</ref> und 1876–1878 den Münchner Schlacht- und Viehhof.<ref>mediaTUM - Medien- und Publikationsserver. Abgerufen am 4. November 2023.</ref> Zu letzterem Bauvorhaben bereiste der Architekt vorher mit einer Fachkommission speziell verschiedene europäische Großstädte, um sich über die aktuelle Entwicklung zu orientieren.

Der Baumeister wirkte aber auch an anderen Orten. In Wien entwarf er beispielsweise das Palais Württemberg, heute Hotel Imperial, errichtet 1863–1865 zusammen mit Heinrich Adam, als repräsentatives Domizil für Herzog Philipp von Württemberg.<ref>Hotel Imperial. ehem. Palais Württemberg. planet-vienna.com, abgerufen am 27. Oktober 2010 (reich illustriert).</ref> Es gilt bis heute als einer der schönsten und gelungensten Neorenaissance-Bauten der österreichischen Hauptstadt.

Zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum bekam Zenetti 1875 das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens vom Hl. Michael verliehen. Zeitgleich zum 40. Dienstjubiläum trat er am 1. Mai 1890 in den Ruhestand; zu diesem Anlass verlieh man ihm den Zivil-Verdienstorden der Bayerischen Krone, mit dem der persönliche Adelstitel als Ritter verbunden war. Die Stadt München zeichnete ihren Beamten mit der Goldenen Bürgermedaille aus und benannte später nach ihm die Zenettistraße beim Schlachthof. Zenetti erhielt ein kommunales Ehrengrab auf dem Alten Südlichen Friedhof in München.<ref>grave of arnold ritter von zenetti. (JPEG) PhotographersDirect, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Dezember 2014; abgerufen am 27. Oktober 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Foto von Arnold Zenettis Grab, Alter Südlicher Friedhof München).</ref>

Arnold Zenetti war auch Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr München, fungierte von 1879 bis 1891 als deren Chef und organisierte das gesamte städtische Löschwesen.

Nachfolger Zenettis als Münchner Stadtbaurat wurde Wilhelm Rettig.

Arnold Zenetti starb 1891 im Alter von 67 Jahren in München.

Grabstätte

Datei:Arnold Zenetti Grab Alter Südfriedhof 04-11-1.jpg
Grab von Arnold Zenetti auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Arnold Zenetti befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 4 – Reihe 11 – Platz 1/2, Standort

 {{#coordinates:48,130305555556|11,566194444444|
   |dim=
   |globe=
   |name=Grab von Arnold Zenetti
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}).

Das Grabmal wurde von dem Architekten Carl Hocheder entworfen<ref>Artikel: Karl Hocheder (hier Karl mit K sonst mit C). In: MuenchenWiki. Abgerufen am 8. November 2023.</ref>.

Familie

Arnold Zenettis Geschwister erlangten einige Bekanntheit: Sein Bruder Benedikt wirkte als Benediktinerabt St. Bonifaz in München, der Bruder Julius war Regierungspräsident von Mittelfranken in Ansbach. Seine Schwester Josephine (1837–1869) war mit dem bekannten Münchner Arzt Joseph von Lindwurm verheiratet und seine Schwester Caroline (1825–1895) mit dem Rechtslehrer und Politiker Alois von Brinz.

Bauten und Entwürfe

Namensgeber für Straße

Nach Arnold Zenetti wurde 1894 in Schlachthofviertel München (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Zenettistraße

 {{#coordinates:48,12361|11,55752|
   |dim=
   |globe=
   |name=Strassenlage Zenettistraße in München Lageplan
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }} und der Zenettiplatz
 {{#coordinates:48,12452|11,55583|
   |dim=
   |globe=
   |name=Strassenlage Zenettiplatz in München Lageplan
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }} benannt. Dabei trennt die Zenettistraße im Abschnitt zwischen der Thalkirchner Straße und der Tumblingerstraße den Schlachthof im Norden vom Viehhof im Süden. Zenetti war von 1876 bis 1878 der Planer des Gesamtgeländes. Der Zenettiplatz schließt westlich der Tumblingerstraße an das Gelände an und teilt die Zenettistraße auf dem Weg zur Lindwurmstraße in der Mitte.Schlachthofviertel.<ref>Zenettistraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de</ref><ref>Zenettiplatz, auf stadtgeschichte-muenchen.de</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein