Wurzelecht
Eine Pflanze nennt man wurzelecht, wenn die Wurzel und der oberirdische Trieb die gleiche Erbinformation (DNA) haben, also von derselben Sorte sind, im Unterschied zu veredelten Pflanzen wie Pfröpflingen.<ref>wurzelecht - Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele. In: dwds.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025.</ref><ref>Rosen wurzelecht vermehren, pflanzen. In: rosen-kultur.de. April 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025.</ref><ref>wurzelecht - Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. In: duden.de. Duden, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025.</ref><ref>Alexander Lupersböck: wurzelecht | wein.plus Lexikon. In: glossar.wein.plus. 25. Mai 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025.</ref> Im Weinbau wird dies als Direktträger bezeichnet.<ref>wurzelecht | Weinfurore. In: weinfurore.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025.</ref>
Bei wurzelechten Pflanzen ist es unerheblich, ob sie aus Stecklingen, Absenkern oder ähnlichem entstanden sind (Vegetative Vermehrung) oder aus einem Samen (Generative Vermehrung).
Vorteile und Nachteile wurzelechter Pflanzen
Vorteile
- Genetische Einheitlichkeit: Da keine Veredelung auf eine andere Unterlage erfolgt, bleibt die genetische Identität der Pflanze erhalten.
- Lebensdauer: In einigen Fällen können wurzelechte Pflanzen langlebiger sein als veredelte Pflanzen, insbesondere wenn die Veredelungsstelle anfällig für Krankheiten oder mechanische Schäden ist.
- Regeneration: Wurzelechte Pflanzen können bei oberirdischem Schaden oft wieder austreiben, da sie aus ihrer eigenen Wurzel regenerieren können.
- Unverträglichkeit: Bei Veredelungen kann es zu Inkompatibilitäten zwischen Unterlage und Edelreis kommen. Dies entfällt bei wurzelechten Pflanzen.
Nachteile
- Anfälligkeit für Bodenschädlinge: Viele Pflanzen werden veredelt, um sie resistenter gegen bodenbürtige Schädlinge wie die Reblaus oder Nematoden zu machen. Wurzelechte Pflanzen können daher anfälliger sein.
- Weniger Standortanpassung: Veredelte Pflanzen profitieren oft von den Eigenschaften der Unterlage, die z. B. bessere Trockenheitsresistenz oder Salzverträglichkeit bieten kann.
- Geringere Wuchskraft: In einigen Fällen kann eine geeignete Unterlage das Wachstum und die Fruchtbildung positiv beeinflussen, was bei wurzelechten Pflanzen entfällt.
Literatur
- Karl Bauer et al.: Weinbau. Österreichischer Agrarverlag, Wien 2008, ISBN 978-3-7040-2284-4.
Einzelnachweise
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